Brüssel - Am Ende blieb den 27 Außenministern der EU nur ein Appell, aber er war dringlich: Die EU hat Fatah und Hamas aufgerufen, sich unter dem gemäßigten Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas zu versöhnen.

EU-Außenminister in Brüssel: "Wiedervereinigung der Palästinenser"
Die 27 Außenminister berieten bei dem informellen Abendessen mit Vertretern von Abbas' Autonomiebehörde unter anderem über die angespannte Lage in dem von der radikal-islamischen Hamas regierten Gaza-Streifen. An dem Treffen nahmen auch die Außenminister Ägyptens, Jordaniens und der Türkei teil.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nannte das Treffen in Brüssel ein "gutes Signal" und fügte hinzu: "Wir müssen verhindern, dass die Hamas sich sehr schnell wiederbewaffnet".
Der ägyptische Ressortchef Ahmed Abu al-Gheit äußerte die Hoffnung, dass sich in den Palästinensergebieten bald eine Regierung der nationalen Einheit bilden werde. Kairo will Ende Februar eine Geberkonferenz für die Palästinenser in Ägypten einberufen. Die dort beschlossenen Fonds sollten der nationalen Einheitsregierung zugute kommen, sagte al-Gheit.
Laut Schwarzenberg wird Ägypten aus der EU all diejenige Hilfe erhalten, die es benötige. Doch der ägyptische Außenminister erwiderte, der Waffenschmuggel in den Gaza-Streifen erfolge nicht von seinem Land, sondern vom Meer aus.
Die Unterbindung des Waffenschmuggels über Tunnel an der Grenze zwischen dem südlichen Gaza-Streifen und Ägypten hatte Israel als eines der wichtigsten Ziele seiner am 27. Dezember gestarteten militärischen Großoffensive genannt. Die Hamas hatte im Juni 2007 im blutigen Machtkampf mit Abbas' gemäßigter Fatah die Kontrolle über den Gaza-Streifen übernommen. Eine Regierung der nationalen Einheit war zuvor gescheitert.
Abbas' Außenminister Riad al-Malki sagte, der Gaza-Streifen benötige nach der dreiwöchigen israelischen Militäroffensive täglich 800 Lastwagenladungen mit humanitärer Hilfe. Derzeit kämen am Tag wegen der israelischen Blockade nur etwa 150 Laster durch.
Für Mittwoch wird der neue US-Gesandte für Nahost, George Mitchell, in Israel und dem Westjordanland erwartet. Um Mitchell treffen zu können, werde der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak seine für Dienstagabend geplante Reise nach Washington um einen Tag verschieben, teilte ein Ministeriumssprecher in Jerusalem mit. Bei Baraks Gesprächen in Washington geht es vor allem um die Hilfe der USA im Kampf gegen den Waffenschmuggel in den Gaza-Streifen.
hen/dpa/Reuters
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