Islamistischer Terror Gründer von Haqqani-Netzwerk ist tot

Das Haqqani-Netzwerk zählt zu den gewalttätigsten Gruppen in Afghanistan: Der Gründer der Organisation, Dschalaluddin Haqqani, ist nun gestorben. Das haben die mit der Gruppe verbündeten Taliban erklärt.

Dschalaluddin Haqqani
AP

Dschalaluddin Haqqani


Die afghanischen Taliban haben nach Angaben des US-Unternehmens Site den Tod des Gründers des radikalislamischen Haqqani-Netzwerks bekannt gegeben. Dschalaluddin Haqqani sei "nach langem Kampf" gegen eine Krankheit gestorben, zitierte das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen eine Erklärung der afghanischen Taliban.

Das Haqqani-Netzwerk zählt zu den gewalttätigsten Organisationen, die in Afghanistan aktiv sind, und wird für einige der blutigsten Anschläge verantwortlich gemacht. Die Gruppe war bekannt für komplexe, gut organisierte Attacken auf das afghanische und US-amerikanische Militär sowie auf Zivilisten.

Das Netzwerk ist in der Region Waziristan im Norden Pakistans ansässig. Laut Vertretern der USA und Afghanistans arbeitet die Organisation mit Unterstützung der pakistanischen Geheimdienste. Pakistan weist diese Vorwürfe zurück.

Haqqani gründete das Netzwerk in den Siebzigerjahren. Bekannt wurde er als von den USA unterstützter Guerilla-Anführer im Kampf gegen sowjetische Einsatzkräfte, die Afghanistan besetzten. Erst später verbündete er sich dann mit den Taliban und bekämpfte amerikanische Truppen, nachdem die Taliban im Jahr 2001 entmachtet worden waren. 2012 wurde das Haqqani-Netzwerk dann zu einer Terrororganisation erklärt.

Noch heute sind die Taliban mit dem Netzwerk verbündet. Seit einigen Jahren führt Haqqanis Sohn, Siradschuddin Haqqani, die radikale Gruppe an. Er ist zugleich Vize-Anführer der Taliban.

Im Video: Inside IS - Krieg im Namen Allahs

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aev/AFP/Reuters/AP



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