Dschihadisten in Deutschland Ermittler finden Kalaschnikow bei Syrien-Rückkehrer

Eigentlich fahndeten hessische Ermittler nach einem Drogenhändler. Bei der Hausdurchsuchung entdeckten sie jedoch die Ausrüstung eines Dschihadisten.


Hamburg - Ein spektakulärer Waffenfund bei einem mutmaßlichen Islamisten beunruhigt die deutschen Sicherheitsbehörden. Wie jetzt bekannt wurde, beschlagnahmten hessische Fahnder Ende September bei einer Hausdurchsuchung ein Sturmgewehr des Typs AK-47 (Kalaschnikow) samt Munition, eine schusssichere Weste und eine Fahne der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS).

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Heft 47/2014
Warum deutsche Jugendliche in den "heiligen Krieg" ziehen

Der Mieter der Wohnung, Walid D., war kurz zuvor von einem kurzen Syrien-Ausflug heimgekehrt. Er zählt damit zu jenen rund 150 Islamisten, die inzwischen aus dem Kriegsgebiet zurückgekommen sind. Der 28-Jährige plante offenbar, erneut in das Bürgerkriegsland zu reisen.

In Sicherheitskreisen gilt es als eine "Horrorvision", dass Islamisten in der Bundesrepublik über Waffen verfügen wie Walid D. Allerdings war dessen Kalaschnikow offenbar nicht funktionsfähig: Der Verschluss war defekt. Auf D.s Spur kamen die Fahnder, als sie gegen ihn wegen Drogenhandels ermittelten. Sie werden deshalb wohl auch der Frage nachgehen, ob Walid D. den "Islamischen Staat" (IS) mit Erlösen aus Rauschgiftgeschäften unterstützen wollte.

Erst am vergangenen Mittwoch waren bei einer Großrazzia in Nordrhein-Westfalen zehn Islamisten festgenommen worden. Sie werden verdächtigt, durch Einbruchdiebstähle vor allem in Kirchen und Schulen Geld zur Unterstützung von Dschihadisten in Syrien besorgt zu haben.

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fis/gud/hst/jdl



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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
joeb1988 16.11.2014
1. Ist unser Rechtsstaat gewappnet?
Ich habe starke Bedenken. Aeusserst begruessenswert ist natuerlich, dass den Fahndern Walid D. ins Netz gegangen ist. Aber wie viele solcher Irrer gibt es, die nicht aufgespuert werden? Das ist sehr beunruhigend. Die bislang sehr geringe Anzahl an Anschlaegen islamischer Terrorsten in Deutschland scheint fuer die Arbeit unserer Fahnder zu sprechen. Aber wenn sich die Lage weiter verschaerft, dann wird Fahndungsglueck nicht ausreichend sein und weitergehende Massnahmen muessen ergriffen werden. Mich persoenlich stoeren umfassende(re) geheimdienstliche Aktivitaeten nicht, weil ich nichts zu verbergen habe bzw. ich mich nicht illegal verhalte. Mir ist es egal wenn der Geheimdienst weiss, ob ich auf Pornoseiten surfe oder wie oft ich es mit meiner Frau treibe. Wenn dies dazu fuehrt, dass diese perversen islamischen Terroristen fruehzeitig gefasst werden, dann ist es das Schnueffeln wert! Schliesslich bin ich dafuer, die Kriegsrueckkehrer grundsaetzlich fuer min. 10 Jahre in Einzelhaft zu stecken - ohne Fernseher, ohne Radio, ohne Internet und andere Bequemlichkeiten. Da muss unser Recht dringend reformiert werden.
hexenbanner64 16.11.2014
2.
Das Problem ist längstens bekannt und wird wie immer ausgesessen.Ich bin gespannt was unsere Politiker beim ersten grossen Knall für Ausreden haben
Wolffpack 16.11.2014
3.
Man fragt sich, warum deren Gepäck und Wohnorte nicht sowieso nach der Rückkehr komplett durchsucht werden. Wenn man schon nicht die Ausreise verhindern oder sie in den Knast stecken kann.
Binar 16.11.2014
4. Da hat aber wohl jemand gepennt
wie schon geschrieben, würde ich diese "Heimkehrer" gar nicht wieder einreisen lassen. Da reden dann irgendwelche Bürokraten von wegen Reisefreiheit usw. Wenn die jedoch dazu benutzt wird um in den Krieg für durchgeknallte Gruppen zu ziehen, sollte es doch Wege geben, denen, falls sie die deutsche Staatsbürgerschaft haben, diese zu entziehen und denen Einreiseverbot auf Lebenszeit geben. Oder falls es Deutsche sind, reicht terroistische Mitgliedschaft nicht um die wegzuschliessen? Wann wachen unsere Politiker auf und sehen, was da noch auf uns zu kommt bzw. zukommen kann? Sind wir Bürger weniger schützenswert vor diesem fehlgeleiteten Gesindel wie deren Rechte? Tut endlich was bevor es hier zu Opfern kommt !!!! Dieses jahrelange Kuschen vor den muslimischen Forderungen schlägt jetzt voll zurück in Form von Terroristen im eigenen Land
Brennstoff 16.11.2014
5. Nichts Neues
Das deutsche Waffenrecht ist sehr restriktiv, was an sich zu begrüßen ist. Allerdings fehlt es an Personal, die Vorschriften auch ausreichend zu überwachen. Was nichts anderes heißt, als dass in Deutschland die bösen Jungs und Mädchen Waffen haben und der gesetzestreue Normalbürger eben nicht. Im Gegenteil, wenn man Einbrecher in seiner Wohnung oder auf seinem Grundstück stellt, muss man mit staatlichen Sanktionen rechnen, wenn man sie bspw. mit einem Knüppel hinaus komplimentiert. Im Übrigen, wenn öffentlich thematisiert würde, wie hoch tatsächlich der Anteil an Straftaten, insbesondere durch Südländer und Osteuropäer ist, bei denen scharfe Schusswaffen mitgeführt werden, gäbe es einen Aufschrei. Deshalb, Sie werden es bereits ahnen, wird es eben fein säuberlich aus den Schlagzeilen gehalten. Es geht eben ganz besonders politisch korrekt zu, in unserer Republik.
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