Duell bei Vorwahlen Romney und Santorum liegen Kopf an Kopf in Iowa

Wer holt sich den Prestige-Erfolg beim Auftakt zu den Vorwahlen der US-Republikaner? Auch nach stundenlanger Auszählung liegen Mitt Romney und Rick Santorum in Iowa gleichauf. Nun wenige Stimmen trennen die Kandidaten - es ist schon jetzt das engste Votum in der Geschichte des Staates.


Des Moines - Am Ende hängt alles an Clinton County, irgendwo in Iowa. Knapp 50.000 Menschen leben in der Region, laut CNN stand dort einmal das größte Sägewerk der USA. Auch am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) ist Clinton County als einziger Wahlbezirk beim Vorentscheid der US-Republikaner noch nicht ausgezählt - und entscheidet über den Sieg von Mitt Romney oder Rick Santorum.

Der Startschuss zur Kür des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten war mit Spannung erwartet worden und hat sich zum Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Kandidaten entwickelt. Nach Auszählung der Stimmen in 99 Prozent der Wahlbezirke liegen beide nahezu gleichauf. Der frühere Gouverneur von Massachusetts und der ehemaligen Senator aus Pennsylvania kommen jeweils auf knapp 25 Prozent, dicht gefolgt von dem Texaner Ron Paul (21 Prozent).

Zweitweise trennte Romney und Santorum nur eine Stimmen, wie CNN berichtet. Schon jetzt ist klar, dass es das knappste Ergebnis in der Geschichte der republikanischen Vorwahlen in dem US-Bundesstaat werden wird.

Abgeschlagen auf den hinteren Plätzen landeten bei den Wählerversammlungen (Caucus) der Republikaner die Kandidaten Rick Perry, Newt Gingrich und Michele Bachmann. Ihnen waren in Umfragen wenig Chancen eingeräumt worden, sich im ländlichen Mittleren Westen als Herausforderer für den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama zu profilieren. Der siebte Bewerber der Partei, Jon Huntsman, trat in Iowa nicht an.

Bei den "Caucuses" waren Republikaner überall in Iowa zu etwa zweistündigen Wahlversammlungen zusammengekommen, um über die Bewerber zu diskutieren und abzustimmen. Die Bedeutung der Vorwahlen ist vor allem symbolisch: Die Stimmen aus dem kleinen Bundesstaat fallen bei der landesweiten Kandidatenkür kaum ins Gewicht. Allerdings kann der Sieger für sich in Anspruch nehmen, den ersten wirklichen Test an der Wahlurne gewonnen zu haben.

Romney attackiert Obama scharf

Romney repräsentiert die eher moderaten Republikaner und war vor vier Jahren bei seinem ersten Versuch, die Republikaner in einen Präsidentschaftswahlkampf zu führen, in Iowa hinter seinem Gegner Mike Huckabee zurückgeblieben. In seiner Rede vor Unterstützern griff er am Abend Amtsinhaber Obama scharf an: "Dies ist eine gescheiterte Präsidentschaft", sagte er und ergänzte: "Die Lücke zwischen seinen Versprechen von vor vier Jahren und seiner Leistung ist größer als alles, was ich jemals in meinem Leben gesehen habe."

Rick Santorum steht mit seiner klaren Ablehnung des Rechtes auf Abtreibung für die christlichen Konservativen. Ron Paul dagegen versucht mit seinem Versprechen zu punkten, dem Staat mehr und mehr Befugnisse wegzunehmen und die Geschicke des Landes überwiegend den Kräften des Marktes zu überlassen.

Präsident Obama kann sich in Iowa auf eine breite Wählerbasis stützen und stellt sich der Parteiversammlung der Demokraten ohne Gegenkandidaten. Nach Iowa finden am 10. Januar die zweiten Vorwahlen in New Hampshire statt, anschließend folgen in dichtem Takt weitere Abstimmungen.

Als letzter der 50 Bundesstaaten hält Utah Ende Juni seine Vorwahlen ab. Auf dem republikanischen Parteitag in Tampa, Florida, Ende August wählen die Delegierten aus den Bundesstaaten dann offiziell den Obama-Herausforderer bei den Wahlen am 6. November 2012.

jok/dapd/AFP



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Steff-for 04.01.2012
1. Wie jetzt?
Zitat von sysopWer holt sich den Prestige-Erfolg beim Auftakt zu den Vorwahlen der US-Republikaner? Auch nach stundenlanger Auszählung liegen Mitt Romney und Rick Santorum in Iowa gleichauf. Nun wenige Stimmen trennen die Kandidaten - es ist schon jetzt das engste Votum in der Geschichte des Staates. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,807057,00.html
Ist es also doch so, dass Wulff die Medien befehligt! Wie sonst kann SPON solch grottenlangweilige Artikel aus USA als erste Meldung einsetzen. Und das gleich mehrfach.
shokaku 04.01.2012
2. Immer locker bleiben
Zitat von Steff-forIst es also doch so, dass Wulff die Medien befehligt! Wie sonst kann SPON solch grottenlangweilige Artikel aus USA als erste Meldung einsetzen. Und das gleich mehrfach.
Romney und Santorum haben eventuell eine politische Zukunft, Wulff nicht.
habgenugvondenlügen 04.01.2012
3. Zirkus um Schreihälse und Unwissende
Zitat von sysopWer holt sich den Prestige-Erfolg beim Auftakt zu den Vorwahlen der US-Republikaner? Auch nach stundenlanger Auszählung liegen Mitt Romney und Rick Santorum in Iowa gleichauf. Nun wenige Stimmen trennen die Kandidaten - es ist schon jetzt das engste Votum in der Geschichte des Staates. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,807057,00.html
Unabhängig davon wer von diesen 7 Republikaner-Kandidaten die Vorwahlen in Iowa gewinnt, sie verkörpern allesamt Schreihälse mit fehlendem Grundwissen im internationalen und nationalen Welt- und Zeitgeschehen, ja bis zu einfachen Kenntnissen der Geografie unseres Erdballs. Macht nichts, weil für eines stehen diese 7 allemal: als Garant rechter konservativer Weltanschauung und als ausführende Marionette der Wall Street. Wie beschrieb gestern so treffend SPON diese Vorwahlen der Republikaner im Artikel: Wie Fox News den Wahlkampf anheizt Zitat: "Die Abstimmung darüber, wer Barack Obama im November 2012 herausfordern darf, ist zu einem Zirkus verkommen, in dem die Hauptattraktion ständig wechselt."
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.