Dutzende Tote bei Anschlagserie: Terrorwelle erschüttert Pakistan

Mehr als hundert Menschen sind in Pakistan bei einer Anschlagserie getötet und über 200 verletzt worden. Allein in der Provinzhauptstadt Quetta gingen innerhalb weniger Minuten in einem Billardsalon zwei Sprengsätze hoch.

Islamabad - Eine Terrorwelle hat am Donnerstag Pakistan erschüttert: Mindestens hundert Menschen wurden getötet und über 200 verletzt, als es zu mehreren Explosionen kam. Im Laufe des Tages kam es im Südwesten des Landes in der Provinzhauptstadt Quetta zu drei Detonationen von Sprengsätzen.

Zuerst wurde auf einem zentralen Platz ein Bombenanschlag verübt. Dabei wurden mindestens elf Menschen getötet. 27 Menschen seien bei der Detonation vermutlich einer Autobombe am Donnerstag verletzt worden, sagte Quettas Polizeichef Mir Zubair Mehmood. Das Ziel des Anschlags in der Hauptstadt der Unruheprovinz Balochistan war zunächst unklar. In Balochistan kämpfen vor allem ethnische Gruppen, die mehr Autonomie fordern.

Später wurde ein Billard-Zentrum von zwei kurz aufeinander folgenden Explosionen erschüttert. Dabei starben nach offiziellen Angaben mindestens 69 Menschen, die Zahl der Verletzten wurde zunächst mit mindestens 120 angegeben.

Die zweite Bombe sei detoniert, als Menschen zusammenströmten, um den Opfern des ersten Anschlags zu helfen, teilte die Polizei mit. Der örtliche TV-Sender Samaa meldete, bei der zweiten Explosion sei einer seiner Journalisten umgekommen.

In der Stadt Mingora im nordwestlichen Swat-Tal kamen nach Angaben der Behörden mindestens 21 Menschen bei einer Explosion in einem islamischen Zentrum ums Leben, in dem muslimische Prediger ausgebildet werden. Mehr als 75 Menschen seien verletzt worden. Die Explosionsursache war zunächst unklar. Ein Polizeioffizier und ein Arzt teilten jedoch mit, die Verletzungen sähen aus wie von einer Bombenexplosion.

Fünf mutmaßliche Extremisten durch Drohnen getötet

Bei einem den USA zugeschriebenen Drohnenangriff im Nordwesten Pakistans wurden nach Angaben aus pakistanischen Geheimdienstkreisen fünf mutmaßliche Extremisten getötet. Der Angriff habe sich am Donnerstag in einem Dorf nahe der Stadt Mir Ali im Stammesgebiet Nord-Waziristan an der Grenze zu Afghanistan ereignet, hieß es. Die Gegend gilt als Rückzugsgebiet von Kämpfern der Taliban und des Terrornetzwerks al-Qaida.

als/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Da sehe ich eine böse Entwicklung...
sniffydog1 10.01.2013
Der Westen wird eines Tages noch froh sein,Russland als Partner zu haben(denn die Chinesen sind zusehr mit Geldmachen beschäftigt),um das,was sich da zusammenbraut unter Kontrolle zu bekommen,denn dieser atomar gerüstete Staat ist auf dem Weg,ausser Kontrolle zu geraten.Er hat zwar Ambitionen sich auszudehnen und in Afghanistan Einfluss über das bisher erreichte zu bekommen,aber Somalia lässt grüßen.Taliban pakistanischer Machart an der Macht und dann gute Nacht Westen.Nacht....es kann einem schaudern.
2. Die Geister,die sie riefen...
dr.central-asia 11.01.2013
...wenden sich nun gegen sie! Spätestens seit wikileaks dürfte es auch im Westen bekannt sein,dass der pakistanische Geheimdienst ISI maßgeblich die Taliban gefördert,ausgebildet und unterstützt hat.
3. Traurige Statistik
Werner655 11.01.2013
Zitat von sysopREUTERSMehr als 35 Menschen sind in Pakistan bei mehreren Explosionen getötet worden. Vermutlich handelte es sich um Bombenanschläge von Extremisten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/mehr-als-35-tote-terrorwelle-erschuettert-pakistan-a-876893.html
Wenn man Agenturmeldungen abschreibt, ergibt sich eine solche traurige statistische Aufzählung von Todesopfern und Verletzten. Traurig ist zunächst, dass Wahnsinnige unschuldige Menschen töten. Traurig allerdings auch die journalistische Leistung. Hintergründe, warum das alles in einem Land mit Atomwaffenarsenal passiert? Fehlanzeige...
4. Blauäugiger Missionar oder kaltschnäuziger Industrievertreter?
seytan 11.01.2013
Zitat von der homepage der GIZ: "Seit mehreren Jahren unterstützt die GIZ im Auftrag des BMZ die Entwicklungs- und Wiederaufbauanstrengungen in politisch sensiblen Kontexten, etwa in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan (Federally Administered Tribal Areas – FATA) sowie in der Region Swat." Während sich andere Entwicklungshilfeorganisationen schon lange aus Pakistan zurückgezogen haben, riskiert Niebel weiterhin das Leben seiner Mitarbeiter.
5. Auch die USA machen fleißig mit.
prince62 11.01.2013
Zitat von sysopREUTERSMehr als 35 Menschen sind in Pakistan bei mehreren Explosionen getötet worden. Vermutlich handelte es sich um Bombenanschläge von Extremisten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/mehr-als-35-tote-terrorwelle-erschuettert-pakistan-a-876893.html
Natürlich muß man unter dem Begriff Terror in Pakistan auch den ungehemmten Einsatz des US-Drohnenterrors einfügen, der nach wie vor rücksichtslos zum Einsatz kommt. In diesem Lande können sich die USA und alle anderen Terroristen gegenseitig die Hand reichen, jeder ist für einen Teil des Terrors verantwortlich.
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