E-Mail-Affäre Hillary Clinton droht neuer Ärger

In der Affäre um die Nutzung eines privaten E-Mail-Kontos von Ex-Außenministerin Hillary Clinton sind 15.000 weitere Nachrichten aufgetaucht. Die Mails könnten noch im Wahlkampf veröffentlicht werden.

US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton
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US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton


Die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton liegt in den Umfragen derzeit vorne. Aber jetzt droht ihr in der Affäre um die Nutzung eines privaten E-Mail-Kontos neuer Ärger - mitten im Wahlkampf. Ein Richter hat die Veröffentlichung von rund 15.000 neu aufgetauchten E-Mails angeordnet, die Clinton in ihrer Zeit als Außenministerin über ihren privaten Server verschickt hatte. Der Richter gab damit der Klage der Clinton-kritischen konservativen Gruppe Judicial Watch statt, die auf Freigabe der Nachrichten gedrungen hatte. Clintons Gegner Donald Trump forderte die Einsetzung eines Sonderermittlers.

Zunächst sollten private Mails aussortiert und vertrauliche Stellen geschwärzt werden, sagte ein Sprecher des US-Außenamts. Die Auswertung solle bis Ende September abgeschlossen sein. Die Präsidentschaftswahlen finden am 8. November statt.

Clinton steht seit langer Zeit in der Kritik, weil sie als US-Außenministerin dienstliche E-Mails über einen privaten Server verschickt hatte. Das FBI untersuchte den Fall, empfahl aber nach Abschluss der Untersuchungen, Clinton nicht anzuklagen. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass die Politikerin "extrem nachlässig" mit heiklen Informationen umgegangen sei.

FBI-Direktor James Comey hatte bereits vor Wochen von mehreren Tausend weiteren E-Mails gesprochen, die gelöscht worden seien, aber wiederhergestellt werden konnten.

Einige der nun neu bekanntgewordenen E-Mails sollen von der engen Clinton-Vertrauten Huma Abedin stammen und den Verdacht nahelegen, dass Spender für die Clinton-Stiftung von Hillarys Ehemann Bill leichter Zugang zur Außenministerin bekommen hatten. So wandte sich der Kronprinz von Bahrain im Mai 2009 mit der Bitte um ein Treffen mit Clinton an die Stiftung, nachdem er auf dem üblichen Weg eine Absage bekommen hatte - mit Erfolg.

Das US-Außenministerium wies dies zurück. "Nichts, was wir gesehen haben, lässt auf ungebührliches Verhalten schließen", sagte Außenamtssprecher Mark Toner in Washington.

Clintons Widersacher im Rennen um das Weiße Haus, Donald Trump, forderte eine Schließung der Clinton-Stiftung. Sie selbst wies die Vorwürfe zurück.

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anr/dpa/Reuters/AFPÜ

insgesamt 127 Beiträge
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Rebellierender 23.08.2016
1. Skandale...
Der grösste Skandal besteht nicht darin, dass Clinton ihr privates E-Mail-Konto für ihre dienstliche Korrespondenz als Aussenministerin verwendete, sondern im Inhalt dieser veröffentlichten E-Mails. Diese belegen zum großen Teil eindrucksvoll ihre Rolle beim Zündeln in Libyen und Syrien - teiweise hinter dem Rücken ihres amtierenden Präsidenten. Trump mag ein Hassprediger sein, wer eine Clinton ist, das belegen ihre E-Mails: eine über Leichen gehende, interventionistische Intrigantin. Clinton als Präsidentin lässt einen Rückfall der US-Aussenpolitik in die Ära Bush jun. erwarten.
warkeinnickmehrfrei 23.08.2016
2.
Pest oder Cholera ? Die Amerikaner sind wirklich nicht zu beneiden. Die Clintons sind genauso fragwürdig und ungeeignet für das Amt wie Trump. Ab und an finden sich abseits der Hillary Jubelarien in den Deutschen Leitmedien durchaus auch kritische Stimmen wie in der SZ die sich unter Bezug auf einen Artikel der Washington Post mal mit der Herkunft des Clintonschen Vermögens und der Nähe zu diversen Diktatoren und Potentaten allüberall in der Welt beschäftigt. Stichwort: Wahlkampfspenden aus Saudi Arabien. Das wäre ein Vorteil für Trump. Der steckt zumindest nicht in deren Tasche...
franz.v.trotta 23.08.2016
3. Change
Vielleicht sollten die Demokraten über ihren eigenen Schatten springen und doch noch Bernie Sanders zum Kandidaten nominieren. Nur so könnte ein Wahlsieger Trump sicher verhindert werden.
shakshirak 23.08.2016
4.
So richtig verstehe ich das alles nicht. Frau Clinton wird wohl keine 45000 e-Mails selbst geschrieben haben. Ihr ist also nur vorzuwerfen, dass sie den Mail Server auf Ihrem Grundstück eingerichtet hat. Unabhängig davon, wie viele e-Mails letztlich darüber gelaufen sind. Weiter verstehe ich das System nicht. Wenn der Vorwurf also darin besteht, dass dienstliche Mails von einem unsicheren Server gesendet wurden und damit potenziell eingesehen werden konnten, kann die Veröffentlichung dieser e-Mails doch nicht die gebotene Lösung sein. Damit setzen die Richter genau das im großen Stil um, was sie Frau Clinton vorwerfen. Der eiugentliche Inhalt der Mails ist natürlich interessant und mag Anlaß zur Empörung bieten, war aber nicht Ziel der Ermittlungen. Ich möchte nicht wissen, was herauskommt, wenn man die e-Mails von Herrn Trump veröffentlicht.
ZeroQ 23.08.2016
5. ...
1.) Diese Emails belegen, dass die Clintons eher dem Geld verpflichtet sind als dem Volk. Man sieht sie sind käuflich und gehen für mehr Geld und Macht über Leichen. 2.) Ein weiteres Problem ist dass der Email-Verkehr über private Server lief und die NSA somit problemlos alles überwachen konnte bzw. die Emails über irgendwelchen Server/Kabelns der NSA liefen und somit Leute, die keinen Zugriff haben sollten, schließlich doch Zugriff auf die Mails der US-Regierung bekommen haben.
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