Ebola-Epidemie in Liberia Quarantäne in riesigem Elendsviertel aufgehoben

Gegen die Ausbreitung des Ebola-Virus griff Liberia zu rigorosen Maßnahmen: Unter Waffengewalt hatte die Regierung einen Slum in Monrovia unter Quarantäne gesetzt. Nun wurde die Isolierung Zehntausender aufgehoben - und die Menschen jubeln.

Mediziner in Schutzanzügen in Monrovia: "Es war die Hölle"
AFP

Mediziner in Schutzanzügen in Monrovia: "Es war die Hölle"


Monrovia - Aufatmen bei Zehntausenden Menschen in Monrovia: Die Regierung in Liberia hat die umstrittene Absperrung eines Slums im Kampf gegen die Ausbreitung des Ebola-Virus wieder aufgehoben. Die Bewohner des Armenviertels West Point feierten ihre neugewonnene Freiheit ausgelassen mit Tänzen und Gesängen auf der Straße. "Es war die Hölle", beschrieb ein Betroffener die zehntägige Zwangsquarantäne.

Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf hatte neben einer nächtlichen Ausgangssperredas Viertel West Point abriegeln und unter Quarantäne stellen lassen. Auf Menschen, die sich weigerten, ihr Viertel zu verlassen, schoss die Armee mit scharfer Munition und setzte Tränengas ein. Bei den Zusammenstößen kam ein 15 Jahre alter Junge ums Leben. Tausende Menschen litten zudem tagelang an fehlendem Wasser und Lebensmitteln. Experten hatten den Sinn der Isolierung eines ganzen Viertels kritisiert.

West Point ist die Heimat von schätzungsweise 50.000 bis 75.000 Menschen. Die Quarantäne war verhängt worden, weil in dem Slum rund 40 Ebola-Patienten aus einer Isolierstation von Bewohnern befreit worden waren. Das westafrikanische Land Liberia ist am schlimmsten von der Ebola-Epidemie gezeichnet: Rund 1400 Menschen sind nach Schätzungen an dem Virus erkrankt, jeder zweite Patient starb.

daf/dpa/Reuters



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insgesamt 5 Beiträge
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froschkönig 31.08.2014
1. Was nun lieber SPON?
Nun heisst es auf einmal in diesem Artikel, dass die Quarantäne verhängt worden war, weil 40 Patienten aus der Isolierstation befreit wurden. Im Artikel über diese Befreiung (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/liberia-ebola-patienten-fliehen-aus-krankenhaus-in-monrovia-a-986549.html) hiess es die Befreiung wurde begangen, weil die Quarantäne des Slums geplant ist.... ???? Naja immerhin waren in diesem Artikel nicht so viele unerträgliche Rechtschreib-und Copyandpaste-Fehler, wie sonst - ja nicht mal Putin-Hetze....
kraichgau12 31.08.2014
2. Na denn,die inkubationsphase ist ja noch nicht rum..
Also können jetzt endlich wieder alle schon angesteckten auf den wochenmarkt gehen... Reiseverbot in die fünf Länder für EU Bürger und Direktflüge einstellen sofort ist dringend notwendig
Sleeper_in_Metropolis 31.08.2014
3.
---Zitat--- Auf Menschen, die sich weigerten, ihr Viertel zu verlassen, schoss die Armee mit scharfer Munition und setzte Tränengas ein. ---Zitatende--- Hä ? Ich dachte, bei einer Quarantäne geht es darum, das die Menschen ihr Viertel _nicht_ verlassen dürfen ?
mitverlaub 31.08.2014
4. Die liberische Regierung
hätte den Menschen wenigstens ein renoviertes Viertel mit sauberen Straßen und Häusern übergeben müssen, denn was ich hier im Fernsehen gesehen habe, in diesem Dreck würde man bei uns nicht einmal Schweine unterbringen. Wenn die hygienischen Zustände dort nicht verbessert wurden, ist es nur eine Frage der Zeit, wann weitere schwere ansteckende Krankheiten ausbrechen.
sumoh 31.08.2014
5. @kraichgau12
Also es draengt mich doch mal nachzufragen, ob es da am Nil nichts anderes zu tun gibt als sich um Ebola zu sorgen. Das ist doch nicht gut fuer ihre Seele, sich Tag fuer Tag ueber viele Monate mit der Unfaehigkeit von WHO, UN, der Bundesregierung, der amerikanischen Regierung, etc. etc. rumzuschlagen. Apropos TIA: das kann man mit einer Leichtigkeit aber auch mit Schwermut verbinden. Mit Schwermut werden sie in Afrika verzweifeln. Oder sehe ich es zu ernst, ist es einfach Heimweh nach Eschelbronn?
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