Epidemie Uno-Sicherheitsrat stuft Ebola als Bedrohung für den Weltfrieden ein

Der Uno-Sicherheitsrat sieht in der Ebola-Epidemie eine Gefahr für den Weltfrieden. Er hat einstimmig eine Resolution verabschiedet und fordert mehr Nothilfe.

Sitzung des Uno-Sicherheitsrates: "Bedrohung für die internationale Sicherheit"
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Sitzung des Uno-Sicherheitsrates: "Bedrohung für die internationale Sicherheit"


New York - Der Uno-Sicherheitsrat hat die Ebola-Epidemie in Westafrika als "Bedrohung für den Weltfrieden und die internationale Sicherheit" eingestuft. Konfliktherde in der Krisenregion könnten neu aufflammen und bereits erzielte Fortschritte zunichte gemacht werden, warnte das Gremium in einer einstimmig verabschiedeten Resolution.

Wegen des historisch beispiellosen Ausmaßes der Ebola-Epidemie in Westafrika forderte der Sicherheitsrat in seiner Resolution mehr Nothilfen aus dem Ausland. Benötigt würden etwa Feldlazarette mit medizinischem Personal und Vorräten, Labore, Kliniken sowie Hilfen für Lufttransporte. Außerdem wurden Drittstaaten aufgefordert, Reisebeschränkungen und Grenzschließungen aufzuheben. Ferner dürften Fluggesellschaften und Reedereien ihre Beziehungen zu den betroffenen Krisenländern nicht abbrechen.

"Die Situation verlangt nach nie dagewesenen Schritten"

Zuvor hatte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon gesagt, dass sich die Zahl der Ebola-Infektionen mittlerweile alle drei Wochen verdopple. Die Uno wolle daher noch im September eine Sondermission zur Bekämpfung der Epidemie nach Westafrika schicken. "Die beispiellose Situation verlangt nach nie dagewesenen Schritten, um Leben zu retten und Frieden und Sicherheit zu bewahren", sagte er. Die Mission solle sich darum kümmern, den Ausbruch der Epidemie zu stoppen, Patienten zu behandeln und notwendige Versorgungsgüter nach Westafrika zu bringen. Um die weitere Verbreitung der Seuche zu stoppen, benötigen die Vereinten Nationen etwa eine Milliarde US-Dollar.

Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist die schlimmste seit der Entdeckung des Virus. Seit Jahresbeginn starben laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits 2630 Menschen an der hochansteckenden Krankheit. Mehr als 5300 Menschen wurden infiziert. Besonders betroffen sind die drei westafrikanischen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone.

Zuletzt hatte sich US-Präsident Barack Obama mit einem Appell an die Weltgemeinschaft gewandt und zum gemeinsamen Handeln gegen das Virus aufgefordert. Die USA wollen 3000 Soldaten nach Westafrika schicken, um beim Aufbau von Gesundheitszentren zur Bekämpfung der tödlichen Seuche zu helfen. In den kommenden sechs Monaten sollen pro Woche bis zu 500 örtliche Pflegekräfte im Umgang mit Ebola geschult sowie Medikamente und Desinfektionsmittel an Hunderttausende Haushalte verteilt werden. Im Zentrum der Bemühungen steht das am schlimmsten betroffene Liberia.

mxw/AFP/dpa/Reuters

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jowal 18.09.2014
1. Bedenklich
Es sollte uns nachdenklich stimmen über den Zustand unseres Planeten, und die Zukunft der Menschheit auf demselben, wenn Einige bereits beginnen die möglicherweise zu erwartenden 100.000 Ebola Toten mal so einfach mal so mit täglichen Bevölkerungszuwachs in Afrika zu vergleichen (ca. 68.000 pro Tag).
sappelkopp 18.09.2014
2. Vor Monaten schon...
...haben Fachleute vor dieser Situation gewarnt, aber es ist ja wichtiger sich um die Ukraine zu streiten. Die wirklichen Probleme sieht bei solchen Albernheiten niemand mehr und jetzt tun alle überrascht.
mohsensalakh 18.09.2014
3. Und was schlagen sie vor? Ebola Bakterien bombardieren?
Zum ersten Mal bedrohen Bakterien den Weltfrieden, aber nicht das Vorgehen manche Länder wie Israel und USA, die gemeinsam Millionen in den Tod geschickt haben. Ebola hätte nie ausbrechen können, wenn ein kleiner Schicht in der Welt nicht immer reicher werden wollte. Und das auf Kosten von Ärmsten in der Welt. Afrika hat so viel Öl und Wertvolle Steine. Davon haben bisher nur ein paar Tausend reiche Menschen profitieren können. Shell und die ganze Diamanten-Händler lassen die Afrikaner in Dreck wühlen, damit diese ein Teures Auto nach dem anderen fahren können. Shell, Co. und die Mafia-Politiker im Westen und Osten sind für die Ausbeutung der Afrikaner und Vernichtung ihrer Infrastruktur verantwortlich und müssen jetzt handeln.
mrdcf 18.09.2014
4.
Ich denke viel an die armen Betroffenen in Afrika. Aber manchmal denke ich , dass es eigentlich genau so einer nicht menschengemachten Katastrophe wie einer Seuche, einem meteoriteneinschlag oder einem großen Vulkanausbruch be dürfte, um der Menschheit mal klar zu zeigen, dass man die kindischen Scharmützel um Ländergrenzen und Ressourcen einstellen müsste und GEMEINSAM an den Problemen der Welt arbeiten sollte. Der Film Armageddon hat das ganz schön gezeigt. Hollywoodlike übertrieben zwar aber der Gedanke ist richtig. Naja , vermutlich ist mein Gedankengang zu kontrovers für eine Veröffentlichung hier....
zyan 19.09.2014
5. Ebola, die neue Pest im 21. Jahrhundert?
Man möchte nicht den Teufel an die Wand malen. Aber was ist wenn durch irgendeinen blöden Zufall ein unerkannter Ebola-Infizierter aus Westafrika (dessen Inkubationszeit [= die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit], außergewöhnlich lang ist) beispielsweise mit einer Linienmaschine nach Brasilien oder Indien reist, und dort in einem brasilianischen- oder indischen Elendsslum gelangen sollte? Innerhalb kürzester Zeit verbreitet sich die Krankheit dann um die ganze Welt. Die Pestepedemie im mittelalterlichen Europa von 1347 - 1352 forderte nach neuesten archälogischen Erkenntnissen mindestens 40 Millionen Tote ... Nur die einsamen Gebirgsregionen wurden von der Pest verschont ... Darüber sollten wir nachdenken ...
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