Erneute Missbrauchsvorwürfe Bürgermeister von Seattle tritt zurück

Fünf Männer werfen Ed Murray sexuellen Missbrauch vor, nun zieht der Bürgermeister von Seattle Konsequenzen: Er reichte seinen Rücktritt ein. Die Beschuldigungen weist er weiter von sich.

Ed Murray (Archivbild 2015)
AFP

Ed Murray (Archivbild 2015)


Der Bürgermeister der US-Metropole Seattle, Ed Murray, hat nach weiteren Missbrauchsvorwürfen seinen Rücktritt eingereicht. Auch wenn an den Anschuldigungen nichts dran sei, dürfe die Arbeit nicht von seinen persönlichen Angelegenheiten überlagert werden, erklärte der 62-Jährige zur Begründung. Er entschuldigte sich bei seinen Mitarbeitern und der Stadt für die "schmerzhafte Situation".

Einen Tag zuvor hatte ein fünfter Mann Missbrauchsvorwürfe gegen den homosexuellen Politiker erhoben. Bei dem Mann handelt es sich um einen Cousin Murrays: Der 54-jährige Joseph Dyer sagte der Zeitung "The Seattle Times", er sei als 13-Jähriger rund ein Jahr lang von Murray missbraucht worden.

Im April hatte bereits ein 46-jähriger Mann Murray verklagt, weil dieser ihm Geld für Sex gezahlt habe, als er im Alter von 15 Jahren drogenabhängig und obdachlos gewesen sei. Murray hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Sie seien Teil einer politischen Kampagne gegen ihn. Die Beschuldigungen seines Cousins führte er laut "Seattle Times" auf Streit innerhalb der Familie zurück.

Seinen Wahlkampf für eine weitere Amtszeit hatte Murray wegen der Vorwürfe bereits ausgesetzt. Er war seit 2013 Bürgermeister der Metropole an der Nordwestküste der USA. Sein Rücktritt soll an diesem Mittwoch um 17 Uhr erfolgen.

aar/AP/AFP

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