Edith Bouvier: Verletzter Journalistin gelingt Flucht aus Homs

Sie musste mit schweren Verletzungen aus der syrischen Rebellenhochburg Homs fliehen und geriet dabei unter Beschuss. Jetzt ist sie in Sicherheit: Die Journalistin Edith Bouvier hat den Libanon erreicht. Ihre Heimreise nach Frankreich steht laut Präsident Sarkozy kurz bevor.

Edith Bouvier: Flucht aus Homs Fotos
AFP PHOTO / YOUTUBE

Paris/New York - "Edith Bouvier und William Daniels sind im Libanon in Sicherheit und werden in Kürze unter dem Schutz unserer Botschaft in Beirut stehen." Es war eine gute Nachricht nach Tagen des Bangens und der Ungewissheit, die Frankreichs Staatspräsident Sarkozy am späten Donnerstagabend verkünden konnte. Den beiden Journalisten gelang nach Tagen die Flucht aus der Rebellenhochburg Homs in den Libanon. Ihre Ausreise steht kurz bevor.

Sarkozy äußerte sich am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. Er habe mit Bouvier telefoniert, die Journalistin werde in einer Regierungsmaschine nach Frankreich ausgeflogen, sagte Sarkozy weiter. Bouvier sei "natürlich sehr müde". Sie habe "viel gelitten, aber sie weiß, dass sie frei ist und dass sie bald behandelt wird". Falls die Ärzte einverstanden seien, könnten die beiden Franzosen noch in der Nacht nach Frankreich ausgeflogen werden.

Bouvier war nach Angaben eines mutmaßlichen Mitglieds der sogenannten Freien Syrischen Armee zunächst in der Nacht zum Dienstag mit dem britischen Fotografen Paul Conroy in Richtung libanesischer Grenze unterwegs gewesen. Dort seien beide von Truppen des syrischen Regimes mit Artilleriegeschützen angegriffen worden. Ein Teil der Gruppe habe mit Conroy die Grenze erreicht. Bouvier, die wegen einer Beinverletzung nicht laufen kann, wurde von Begleitern zurück nach Homs gebracht.

Bouvier und Conroy waren in der umkämpften Stadt Homs zusammen mit zwei Kollegen in einen Artillerieangriff geraten. Die amerikanische "Sunday-Times"-Kriegsreporterin Marie Colvin und der französische Fotograf Remi Ochlik kamen dabei ums Leben.

Die Rebellen in Homs sind auf dem Rückzug, sie weichen den Truppen des Despoten Baschar al-Assad. Das Viertel Bab Amr, die Hochburg der Opposition, ist der Nachrichtenagentur AFP zufolge inzwischen unter vollständiger Kontrolle der Armee.

Sicherheitsrat drängt einstimmig auf Visum für Uno-Diplomatin

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen rief am Donnertag einstimmig dazu auf, der Uno-Beauftragten Valerie Amos umgehend die Einreise nach Syrien zu ermöglichen - und demonstriert erstmals Geschlossenheit. Auch Russland und China haben die Erklärung unterzeichnet: Die beiden Ratsmitglieder hatten bereits zwei Mal eine Resolution zum Syrien-Konflikt mit ihrem Veto verhindert.

Seit Tagen wartet Valerie Amos auf ein Visum - doch die syrischen Behörden haben angeblich keine Zeit. Die 15 Mitglieder des Gremiums zeigten sich in einer Erklärung am Donnerstag "tiefst enttäuscht" darüber, dass die Diplomatin "trotz mehrfacher Anfragen und intensiver diplomatischer Kontakte" keine Einreisegenehmigung erhalten habe. Der Sicherheitsrat verlangte zudem den "freien, umfassenden und sofortigen Zugang" von Helfern zu bedürftigen Menschen in Syrien. Weiterhin beklagte er, dass sich die humanitäre Lage in Syrien "rapide" verschlechtere.

bos/dpa/AFP

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Gebrannte Kinder scheuen das Feuer
!!# 01.03.2012
Zitat aus dem Artikel: Diese UNO-Romantik ist sehr naiv. Anhand der umstrittenen Umsetzung der UNO-Resolution 1973 in Libyen, würde ich nicht zu viel von der Mission einer UNO-Funktionärin in Syrien erwarten.
2. gute nachrichten
Schroekel 01.03.2012
Zitat von sysopSie musste mit schweren Verletzungen aus der syrischen Rebellenhochburg Homs fliehen und geriet dabei unter Beschuss. Jetzt hat sie es endlich geschafft: Die Journalistin Edith Bouvier konnte in den Libanon fliehen, ihre Heimreise nach Frankreich steht laut Präsident Sarkozy kurz bevor. Edith Bouvier: Verletzter Journalistin gelingt Flucht aus Homs - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,818743,00.html)
sind gute nachricxhten. no further comment.
3. Was soll denn die Tränendrückerstory?
Stauss 01.03.2012
Da stimmt doch kein Wort. Die Story gab es schon vor 4 Tagen. Offensichtlich war die Frau nie in Baba Amr, sondern nur in Beirut. Und das Foto ist ein Fake. Das gab es ebenfalls schon vor 4 Tagen.
4.
PublicTender 01.03.2012
Zitat von sysopSie musste mit schweren Verletzungen aus der syrischen Rebellenhochburg Homs fliehen und geriet dabei unter Beschuss. Jetzt hat sie es endlich geschafft: Die Journalistin Edith Bouvier konnte in den Libanon fliehen, ihre Heimreise nach Frankreich steht laut Präsident Sarkozy kurz bevor. Edith Bouvier: Verletzter Journalistin gelingt Flucht aus Homs - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,818743,00.html)
Sie hat gelitten und leidet wohl immer noch. Es gibt aber viele andere Syrer, Frauen, Kinder und Männer, die leiden und sterben immer noch und keiner bekommt davon etwas mit. Ich verstehe nicht warum Frau Bouvier so eine prominente Leidensstory bekommt.
5. Alles Gute für die Journalistin, das syrische Volk
spiegledich 01.03.2012
Zitat von sysopSie musste mit schweren Verletzungen aus der syrischen Rebellenhochburg Homs fliehen und geriet dabei unter Beschuss. Jetzt hat sie es endlich geschafft: Die Journalistin Edith Bouvier konnte in den Libanon fliehen, ihre Heimreise nach Frankreich steht laut Präsident Sarkozy kurz bevor. Edith Bouvier: Verletzter Journalistin gelingt Flucht aus Homs - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,818743,00.html)
darf von keiner Seite weiter beschossen werden. Syrien muss sich schnellstens für faire Untersuchungen durch unabhängige Gremien, z. B. durch die arabische Liga, aber auch z. B. durch den Sicherheitsrat usw. öffnen.
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