Angriff auf Polizisten in Kanada Polizei identifiziert Attentäter von Edmonton

Ein Mann greift im kanadischen Edmonton Polizisten und Fußgänger an, verletzt fünf Menschen. Nun steht fest: Der Verdächtige war der Polizei bekannt und galt als mutmaßlicher Dschihadist.

Polizisten am Tatort in Edmonton
REUTERS

Polizisten am Tatort in Edmonton


Bei mehreren Angriffen in der kanadischen Stadt Edmonton sind fünf Menschen verletzt worden. Inzwischen gehen die Ermittler von einem Terrorakt aus: Der festgenommene 30-Jährige sei den Sicherheitsbehörden als mutmaßlicher Dschihadist bekannt, teilte die Polizei mit.

Demnach handelt es sich um einen Asylbewerber aus Somalia, der in der 800.000-Einwohner-Stadt lebte. Er sei bereits vor zwei Jahren vom Geheimdienst vernommen worden, so die Polizei. Damals sei es um "Ermittlungen zur Anschlagsgefahr durch dschihadistisch radikalisierte Personen" gegangen, sagte Polizeikommissar Marlin Degrand. Es hätten aber "nicht genug Beweise vorgelegen, um ihn wegen Terrorismus anzuklagen", sagte Degrand. "Der Verdächtige wurde nicht als Bedrohung für Kanada betrachtet." Über seinen Asylantrag sei bislang noch nicht entschieden worden.

Den Ermittlungen zufolge hatte der 30-Jährige am Samstagabend zunächst ein Polizeiauto gerammt. Als er ausstieg, stach er mehrmals auf einen Polizisten ein und flüchtete dann zu Fuß. Die Polizei richtete daraufhin Straßensperren ein.

Zwei Stunden später geriet der Verdächtige mit einem gemieteten Transporter in eine dieser Polizeikontrollen. Als die Polizisten seinen Namen erkannten, fuhr der Mann einfach los. Bei der anschließenden Verfolgung verlor der Mann die Kontrolle über das Fahrzeug. Mindestens vier Fußgänger seien verletzt worden, berichtete die Lokalzeitung "Edmonton Journal". Der Wagen sei schließlich kurz vor Mitternacht gestoppt worden, der Verdächtige festgenommen worden.

Trudeau verurteilt den Anschlag

Im Auto des festgenommenen Verdächtigen fanden Ermittler nach Polizeiangaben eine Flagge der Terrormiliz "Islamischer Staat". Bislang gehen die Behörden davon aus, dass der 30-Jährige alleine handelte.

"Ich bin zutiefst besorgt und wütend über diese Tragödie", teilte Kanadas Premierminister Justin Trudeau. "Die Untersuchung dauert noch an, aber ersten Berichten zufolge scheint es ein weiteres Beispiel des Hasses zu sein, gegen den wir wachsam sein müssen." Später verurteilte er den Terroranschlag.

brk/dpa/AFP



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