Nach Edward Snowden Zweiter Whistleblower verrät angeblich US-Geheimnisse

Es geht um neue Enthüllungen über den Anti-Terror-Kampf der USA - doch die Informationen kommen womöglich nicht von Edward Snowden. Die US-Regierung geht laut CNN davon aus, dass es einen zweiten Whistleblower im US-Geheimdienst gibt.

Edward Snowden: Hat er einen Gesinnungsgenossen?
AFP

Edward Snowden: Hat er einen Gesinnungsgenossen?


Die US-Regierung mutmaßt offenbar, dass es einen zweiten Edward Snowden geben könnte. Wie der Sender CNN aus Regierungskreisen erfahren hat, zieht die Regierung aus neuen Enthüllungsberichten den Schluss, dass es einen weiteren Whistleblower geben muss, der US-Geheimdienst-Dokumente weitergibt.

Grund zu dieser Annahme gibt ein neuer Enthüllungsbericht des Portals "The Intercept". Dort schreibt vor allem der Journalist Glenn Greenwald, der auch Edward Snowdens Enthüllungen begleitete.

In dem Bericht werden Dokumente des Nationalen Anti-Terror-Centers erwähnt, die erst im August 2013 entstanden. Die Enthüllungen, die offenlegten, nach welch vagen und teils willkürlichen Kriterien Terrorverdächtige bestimmt werden, basierten auf einem zwölfseitigen Geheimdokument. Dieses war auf August 2013 datiert und wurde damit erst verfasst, nachdem Snowden bereits seine Arbeitsstelle in Hawaii als Berater des US-Geheimdiensts NSA verlassen hatte.

Laut CNN hat Greenwald bereits im Juli Spekulationen angefacht, dass es einen weiteren Whistleblower neben Snowden gebe. Da die Website sonst angibt, wenn Dokumente von Snowden erhalten wurden, ist dies womöglich ein Hinweis, dass das Papier von jemand anderem stammt.

In den Dokumenten, die der Journalist "von einer Quelle aus Geheimdienstkreisen" erhalten hat, geht es um Listen mit Namen von bekannten oder mutmaßlichen Terroristen. Der Bericht deckt vor allem auf, dass deren Zahl auf den bislang höchsten Stand geschnellt ist: Aktuell sollen 680.000 Namen darauf stehen. Außerdem enthüllen die Daten, dass 40 Prozent der Menschen auf der Liste keinerlei Kontakt zu einer terroristischen Vereinigung haben.

mia

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 37 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
torlinnovak 05.08.2014
1. 680.000...
davon 40 % völlig harmlose Menschen wie du und ich. Bleiben noch 380.000 Namen, die zugeordnet werden können, Menschen wie du und ich. Bloß alle Amerikaner.
alex2k 05.08.2014
2. Klasse!
Je mehr ans Licht kommt, desto besser! Die Amis spielen doch nur mit der Angst! Wenn sie z.B. das Rauchen verbieten würden, würden sie weniger Geld dafür ausgeben und unvergleichbar mehr Leben retten. Es gab mal irgendwo ein Vergleich, der unter anderem besagte, dass in den USA mehr Menschen im Jahr durch aus einem Fenster herausfallende Fernseher sterben, als durch einen Terrorakt.
demokroete 05.08.2014
3. Da steht man dann und wundert sich, ...
...dass man nicht mehr ins Flugzeug gelassen wird, oder man sich plötzlich in einem geheimen CIA Folter-Gefängnis wiederfindet. Und das nur, weil man z.B. hier in einem Kommentar die USA wieder mal über den grünen Klee gelobt hat !
olivervöl 05.08.2014
4. 680.000 Terroristen?
Als Supermacht hat man es nicht leicht. Aber vielleicht könnten einige besonnene Menschen die Politik der USA so verändern, dass sie in Zukunft weniger Feinde hätten. Ich hätte da ein paar Vorschläge.
zapp-zarapp 05.08.2014
5. Wer mutmaßt?
... dass es einen "zweiten Edward Snowden" gibt. Die US-Regierung oder der Autor des Artikels? Nicht jeder künftige Whistleblower aus Geheimdienstkreisen sollte so betitelt werden. Dazu ist Edward Snowdens Handeln in Qualität und Quantität der Infodichte und der politischen Konsequenzen bisher zu singulär. Merkel ist ja auch kein zweiter Helmut Kohl und der Stern kein zweiter SPIEGEL.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.