Ehrung für Liu Xiaobo Russland boykottiert Friedensnobelpreis-Zeremonie

Pekings Druck scheint zu wirken: Fünf Länder, darunter Russland, haben entschieden, nicht an der Verleihung des Friedensnobelpreises für den chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo teilzunehmen. China hat Staaten mit Konsequenzen gedroht, die Vertreter zu der Zeremonie entsenden.

DPA

Oslo - Am 10. Dezember soll Liu Xiaobo geehrt werden. An dem Tag soll in Oslo die Friedensnobelpreis-Zeremonie für den chinesischen Dissidenten stattfinden.

Der Termin sorgt schon jetzt für Aufregung: Insgesamt sechs Länder wollen keinen offiziellen Vertreter zur Preisverleihung entsenden. Neben China sagten dem Nobel-Komitee zufolge Russland, Kasachstan, Kuba, Marokko und Irak ab. Gründe nannten die Länder demnach nicht. Allerdings hatte China zuvor Druck auf andere Staaten ausgeübt, die Feier zu boykottieren. Der Dissident Liu gilt Peking als Staatsfeind Nummer eins.

Der Sprecher der russischem Botschaft, Wladimir Isupow, erklärte aber, die Absage sei nicht politisch motiviert. Sein Land fühle sich nicht durch China unter Druck gesetzt.

Auch die deutsche Botschaft in Oslo hatte zuletzt in Form einer mündlichen Note eine Warnung von chinesischen Diplomaten erhalten, wie das Auswärtige Amt Anfang November bestätigte. Die Bundesregierung zeigte sich davon aber unbeeindruckt. Man entsende traditionell einen Vertreter zu der Verleihungszeremonie, sagte damals eine Sprecherin. "Es gibt vor dem dargestellten Hintergrund in diesem Jahr keinen Grund, von der langjährigen Praxis abzuweichen."

Der Preis wird am 10. Dezember voraussichtlich nicht übergeben werden, weil wohl niemand von der Familie des Preisträgers zur Zermonie kommen kann, teilte das Nobelpreis-Komitee mit.

Liu sitzt im Gefängnis, seine Frau ist nach der Bekanntgabe der Entscheidung Anfang Oktober unter Hausarrest gestellt worden. Der Sekretär des norwegischen Nobelpreis-Komitees, Geir Lundestad, sagte am Donnerstag, niemand von Lius Familie habe angekündigt, zur Preisübergabe nach Oslo zu kommen. Sollte sich nicht in letzter Minute noch etwas ändern, werde das Nobel-Diplom und die Medaille bei der Zeremonie nicht übergeben werden.

Das Nobel-Komitee in Oslo hatte Liu für "seinen langen und gewaltlosen Kampf für fundamentale Menschenrechte" ausgezeichnet. Der Literaturkritiker verbüßt derzeit eine elfjährige Haftstrafe wegen Staatsgefährdung. Er ist Mitautor der "Charta 08", in der Dissidenten Reformen, Freiheiten und das Ende des Machtmonopols der Kommunistischen Partei in China forderten.

hen/apd/Reuters



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Tapp 18.11.2010
1. !
Wie sollten sie andere Länder auch anders überzeugen? - Außer über politischen und wirtschaftlichen Druck.
Core Dump, 18.11.2010
2. Unmoeglich! Kann nicht sein!
Denn China sind doch Die Guten©® und die Rettung der Welt (vor den poehsen Amis).
flusser, 18.11.2010
3. Lupenreine Demokraten
"Russland, Kasachstan, Kuba, Marokko und Irak": Alles lupenreine Demokratien! *g* Wer hat die überhaupt eingeladen?
larousse 18.11.2010
4. Papiertiger
China droht ? Womit ? Exportboykott ? Importboykott ? Atomwaffen ? oder was ? Es reicht allmählich, dass sich die Machthaber in China über alles hinwegsetzen, was (vermeintlich) zivilisierte Länder auszeichnet. Wer elementare Menschenrechte missachtet sollte endlich von den anderen Ländern ausgeschlossen werden. Diesen Despoten kannman nur mit Bloßstellung begegnen. Hoffentlich hört es endlich auf, daß diese Regime von unserer Kanzlerin und ihren europäischen Kollegen hofiert werden. Lieber weniger Konsum und weniger materiellen "Wohlstand" als ewig diese Drohungen entgegnnehmen zu müssen.
elbröwer 18.11.2010
5. weg mit dem Preis
Wenn ein Obama den Friedensnobelpreis bekommen hat, sollte man sich schon fragen welchen Wert dieser Preis noch hat und ob dieses Preiskommitee noch alle Tassen im Schrank hat. Es gab schon richtige Preisträger aber nur in der Vergangenheit. Immer wieder wurden politisch bestimmte Entscheidungen getroffen, die eine Lagerzugehörigkeit bewiesen. Wenn Obama Ehre im Leib hätte, würde er den Preis zurück geben. In seinem Land hat ein Hinterwäldler ohne Ahnung soeben den Atomvertrag verhindert und genau dafür hat Obama den Preis bekommen. Er könnte darauf hinweisen das die USA Verträge nicht einhält weil klerikale Konservative die Richtung bestimmen.
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