Lockerung der Ein-Kind-Politik China plant mit zwei Millionen mehr Babys pro Jahr

Weil in China mehr Familien zwei Kinder bekommen dürfen, rechnet die Regierung mit einer regelrechten Babyschwemme: Zwei Millionen zusätzliche Geburten soll es pro Jahr geben.

Neugeborene in chinesischem Krankenhaus (Archiv): Zuwachs von elf Prozent
REUTERS

Neugeborene in chinesischem Krankenhaus (Archiv): Zuwachs von elf Prozent


Peking - Die chinesische Regierung rechnet künftig mit zwei Millionen zusätzlichen Geburten pro Jahr. Nach Angaben von Behördenvertretern ist dieser Zuwachs das Ergebnis einer Lockerung der Ein-Kind-Politik. Demnach erhalten in China mehr Paare die Erlaubnis, ein zweites Kind zu bekommen.

Die strengen Vorschriften zur Familienplanung reichen bis in die späten Siebzigerjahre zurück. Die Ein-Kind-Politik sollte das Wachstum des größten Volkes der Erde bremsen. Inzwischen hat China jedoch eine der geringsten Geburtenraten der Welt. Im Durchschnitt kommen auf eine chinesische Frau nur noch 1,55 Kinder.

Im November hatte die Kommunistische Partei in Peking angekündigt, dass Ehepaare in bestimmten Regionen des Landes zwei Kinder haben dürfen, wenn ein Elternteil Einzelkind ist. Bislang durften für diese Ausnahme weder Vater noch Mutter Geschwister haben.

Diese Maßnahme scheint nun Früchte zu tragen. Bereits jetzt würden die Betten auf Entbindungsstationen knapp, sagte Wang Guoqing, Vize-Minister für Gesundheit und Familienplanung. Örtliche Institutionen seien angewiesen worden, mehr Gesundheitseinrichtungen für Frauen und Kinder zu bauen, sagte ein anderer Behördenvertreter.

Nach Angaben des Kinderhilfswerks Unicef wurden in China vergangenes Jahr 18,5 Millionen Babys geboren. Zwei Millionen weitere Kinder pro Jahr würden also einen Zuwachs von elf Prozent bedeuten. Zum Vergleich: In Deutschland kamen im Jahr 2012 673.000 Babys zur Welt.

rls/AP

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
saiber 29.05.2014
1. Mehr Gueter nach China
Das heisst mehr Rohstoffe, Gueter und Lebensmittel nach China.
tyskie 29.05.2014
2.
Trotz restriktiver Ein-Kind-Politik hat eine chinesische Frau im Durchschnitt mehr Kinder als eine Deutsche. Wusste ich noch nicht, aber durchaus interessant!
bonobo2 29.05.2014
3.
das heisst vor allem: mehr ressourcen aus china für china. das heisst auch: mehr müll, mehr co2, mehr verbrauch von öl und sauberem wasser usw. und das alles heißt in der konsequenz: ade 2-grad-ziel der internationalen klimapolitik und ade nachhaltiger ressourcenverbrauch. apropos nachhaltigkeit - was war das noch gleich...?
eni.987 29.05.2014
4. D.h das China alle 4 Jahre soviel Geburten hat
wie ganz Deutschland menschen
frankori 29.05.2014
5. Eigentlich Geburtenplanung / Heiratsproblematik
Bei alledem wird oft vergessen, dass es sich ohnehin nie um eine Ein-Kind-Politik, sondern um eine Geburtenplanungspolitik gehandelt hat. Auf dem Land waren und sind zwei Kinder und mehr oft üblich. In den Großstädten ist für potentielle Eltern häufig vor allem der Finanzdruck ein großes Problem. Männer müssen Wohnraum mitbringen, Frauen akzeptieren, dass die eigenen Eltern weniger unterstützt werden können, wenn man eine neue Familie gründet... Interessant dazu: http://interculturecapital.de/heirat-in-china-zwischen-gesellschaft-buchhaltung-und-liebe-teil-2
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.