5+1-Gruppe Atomverhandlungen mit Iran gehen weiter

Die Gespräche sind mühsam, doch immerhin gehen sie weiter. Iran und die 5+1-Gruppe haben sich auf einen Fahrplan im Streit um das iranische Atomprogramm geeinigt. Mitte März will man sich erneut treffen.

Kernkraftwerk im iranischen Buschehr (Archivaufnahme): Weiterer Reaktor geplant
AFP

Kernkraftwerk im iranischen Buschehr (Archivaufnahme): Weiterer Reaktor geplant


Wien - Bei den Gesprächen um das umstrittene iranische Atomprogramm haben Iran und die 5+1-Gruppe eine Vereinbarung für das weitere Vorgehen erreicht. Dies teilten die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Donnerstagmorgen zum Ende des Zusammentreffens mit. Die Gespräche sollen vom 17. bis voraussichtlich 20. März in Wien fortgesetzt werden.

Das aktuelle dreitägige Treffen sei "sehr produktiv" gewesen, sagte Ashton. "Wir hatten einen guten Start." Es bleibe aber noch viel zu tun. Bis Juni soll es nun mehrere Treffen mit dem Iran geben, bei denen noch offene Fragen zu Teherans Atomprogramm auf der Tagesordnung stehen.

Die Verhandlungen hatten am Dienstag begonnen. Zwischen Iran und den fünf Uno-Vetomächten sowie Deutschland (5+1-Gruppe) soll ein Abkommen ausgehandelt werden, das Iran die friedliche Nutzung der Kernenergie erlaubt, ihn jedoch an der Entwicklung von Atomwaffen hindert. Die Treffen bauen auf dem am 24. November in Genf unterzeichneten Interimsabkommen auf. Darin wurde vereinbart, dass Iran im Gegenzug für die Lockerung von Sanktionen seine Urananreicherung einfriert, die Bestände höher angereicherten Urans reduziert und verschärfte Kontrollen der Internationalen Atomenergiebehörde zulässt.

Einzelheiten zum Atomstreit

Immer wieder ging es bei den Verhandlungen um den Bau eines Schwerwasserreaktors in Arak, dessen Plutonium auch für die Konstruktion einer Atombombe geeignet wäre. Außerdem gibt es Differenzen bei der Begrenzung der Urananreicherung auf fünf Prozent. Die Anreicherung ist notwendig, um den Anteil des spaltbaren Isotops U235 im Uran zu erhöhen. Damit wird es möglich, Uran in Leichtwassereaktoren zur Erzeugung von Elektrizität zu verwenden. Mit den dazu gängigen Verfahren ist allerdings auch die Anreicherung auf weit höhere U235-Konzentrationen möglich, wie sie für den Bau von Kernwaffen nötig sind.

Während Iran auch mit modernsten Zentrifugen arbeiten will, sieht die 5+1-Gruppe das als unerwünschten technologischen Fortschritt, der die Fähigkeit des Landes zum Bau einer Atombombe begünstige. Schließlich verlangen die Vetomächte, dass Iran das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet, um zukünftige Inspektionen der Atomanlagen zu ermöglichen.

Diese Woche wurde bekannt, dass Iran offenbar plant, sich Russlands Unterstützung beim Bau eines zweiten Atomreaktors in Buschehr am Persischen Golf zu sichern und im Gegenzug Öl zu liefern. Der bisher einzige iranische Reaktor wurde ebenfalls von Russland gebaut. In der vergangenen Woche hatte Iran zur Machtdemonstration zwei Raketen abfeuern lassen, eine lasergesteuerte Kurzstreckenrakete und eine ballistische Langstreckenrakete.

baf/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.