Einigung im Sicherheitsrat Uno erklärt Klimawandel zur Gefahr für den Weltfrieden

Der Uno-Sicherheitsrat hat sich erstmals zu einer Erklärung zum Klimawandel durchgerungen: Das mächtigste Uno-Gremium räumt ein, dass die Erderwärmung sicherheitspolitische Konsequenzen haben kann. Es ist auch ein Erfolg für die deutsche Diplomatie.

Uno-Sicherheitsrat: Schwieriges Ringen ums Klima
REUTERS

Uno-Sicherheitsrat: Schwieriges Ringen ums Klima


New York - Es war ein zähes Ringen, aber am Ende sprachen die deutschen Diplomaten von einem Durchbruch. Nach tagelangen heftigen Diskussionen hat sich der Uno-Sicherheitsrat auf eine von Deutschland vorgelegte Erklärung zum Klimawandel einigen können.

In der sogenannten präsidentiellen Erklärung räumen die 15 Staaten des mächtigsten Uno-Gremiums am Mittwochabend (Ortszeit) zum ersten Mal ein, dass die Erderwärmung eine Bedrohung des Weltfriedens sein kann. "Der Weltsicherheitsrat ist besorgt, dass der Landverlust kleiner Inselstaaten durch einen Anstieg der Meeresspiegel sicherheitspolitische Konsequenzen haben könnte", heißt es in dem Papier. Zudem wurde Generalsekretär Ban Ki Moon aufgefordert, Klimaaspekte in seinen künftigen Berichten zu berücksichtigen.

Die präsidentielle Erklärung ist keine Resolution und eigentlich nur eine Stellungnahme des Ratspräsidenten, in diesem Monat ist das der deutsche Uno-Botschafter Peter Wittig. Weil sie aber unter den 15 Staaten abgestimmt wird, hat sie diplomatisches Gewicht. Um die Formulierung war bis zuletzt gefeilscht worden. Insbesondere Russland und China hatten Einwände gegen den deutschen Vorschlag, stimmten aber schließlich einer weicheren Formulierung zu. In dem deutschen Entwurf war zunächst ein noch engerer Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und dem internationalen Frieden hergestellt worden.

Noch während der Sitzung liefen die Verhandlungen der Diplomaten im Hintergrund auf Hochtouren und der Ausgang galt lange als völlig offen. Botschafter Wittig sagte am Rande der Sitzung: "Uns war wichtig, alle Mitglieder des Sicherheitsrats an Bord zu haben - und dafür sind wir ihnen sehr weit und geduldig entgegengekommen. Das hat sich letztlich ausgezahlt."

Wichtig sei, dass die beiden zentralen Elemente des deutschen Textentwurfs - die Anerkennung der Bedrohung durch den Klimawandel und die Berichtspflicht des Generalsekretärs - erhalten werden konnten: "Jetzt ist es am Generalsekretär, diese Aufforderung in die Praxis umzusetzen."

ler/dpa/dapd

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 325 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
fernossi 21.07.2011
1. Eine wirklich grosse Tat
"Durchbruch..., zaehes Ringen..." damit der Weltsicherheitsrat erklaert, dass eine irgendwann, irgendwie staatfindende Erderwaermung vielleicht irgendwann, irgendwie kleine Inselvoelker bedrohen koennte und dies dann weltpolitische Auswirkungen hat ... Ich glaube ich bin im falschen Film. DAS sind die Erfolge der deutschen Aussenpolitik? Hat Westerwelle seinen Post schon an Claudia Roth abgetreten?
langenscheidt 21.07.2011
2. Astrologie bei der UNO
"Der Weltsicherheitsrat ist besorgt, dass der Landverlust kleiner Inselstaaten durch einen Anstieg der Meeresspiegel sicherheitspolitische Konsequenzen haben könnte" Für solchen konjunktiven Allgemeinplatz hat man heftigst gestritten?
blob123y 21.07.2011
3. Da es keine Klimaerwaehrmung gibt ist deren Kommentar
ueberfluessig. Der Klimawahn ist eine proflierungsepidemie um den sogenannten Gruenen eine virtuelle Legitimation zu verschaffen. Da dies nun schon zum Selbstlaeufer geworden ist und viele Leute damit Geld verdienen ist das nur sehr schwer wieder wegzubekommen.
maka2 21.07.2011
4. Komisch
Landverlusst bei kleinen Insel-Staaten sollte wirklich das kleinste Problem für globale Konflikte sein. Dass man sich da gegenseitig Territorium streitig macht ist eher unwarscheinlich und betrifft nur sehr kleine Menschengruppen. Wasser-Versorgung und Dürren in Afrika und Huricanes in der Karibik scheinen mir da deutlich größere Quellen für Regional-übergreifende Kriege zu sein.
mbschmid, 21.07.2011
5. Die CIA ist nicht mehr schuld
Aber ja doch. Es gibt Krieg und wer ist Schuld? Der Klimawandel! Warum kam eigentlich noch niemand auf die Idee, das AIDS durch den Klimawandel ausgelöst wurde? So ändern sich die Zeiten. Früher war immer die CIA schuld, egal bei was. Heute ist es der Klimawandel.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.