Einsatz am Hindukusch US-Geheimdienste befürchten Afghanistan-Debakel

US-Präsident Obama will am Donnerstag seinen Fortschrittsbericht zur Lage in Afghanistan vorstellen - aber die Geheimdienste sehen der "New York Times" zufolge offenbar keinen Grund zu Optimismus: Ohne Mithilfe Pakistans seien die Erfolgaussichten am Hindukusch gering.

Barack Obama: Der US-Präsident will seinen Afghanistan-Fortschrittsbericht vorlegen
dpa

Barack Obama: Der US-Präsident will seinen Afghanistan-Fortschrittsbericht vorlegen


Washington - Die US-Regierung ist sich offenbar uneins in der Bewertung der Lage in Afghanistan. Einen Tag vor der Veröffentlichung des Fortschrittsberichts von Präsident Barack Obama meldete die "New York Times", die Geheimdienste zeichneten ein viel düsteres Bild vom Afghanistan-Einsatz als andere offizielle Stellen in Washington. Es gebe nur sehr begrenzte Erfolgsaussichten am Hindukusch, sollte Pakistan nicht massiv gegen Aufständische vorgehen, die an der afghanischen Grenze aktiv seien.

Die Einschätzung der Geheimdienste sei deutlich pessimistischer als die offizielle Bewertung der USA, die Obama für Donnerstag vorbereitet, berichtete die Zeitung. Obama will am Donnerstag seine überarbeitete Afghanistan-Strategie vorstellen. Es wird nicht mit einem radikalen Kurswechsel gerechnet, obwohl 2010 für die internationalen Truppen das verlustreichste Jahr seit Beginn des Einsatzes 2001 war.

Präsidentensprecher Robert Gibbs hatte bereits erklärt, die Schussfolgerungen des Reports würden niemanden überraschen, der die Entwicklungen am Hindukusch verfolge. Zugleich werde das Papier aber zeigen, dass der Truppenabzug wie geplant im Juli 2011 "beginnen kann und sollte". Der Kampfeinsatz von derzeit rund 130.000 internationalen Soldaten in Afghanistan soll 2014 auslaufen.

Auch das Internationale Rote Kreuz ist wegen der Intensität der Kämpfe in dem Land alarmiert: Die Lage sei so schlecht wie seit 30 Jahren nicht mehr. Es werde immer schwieriger, die Bedürftigen zu versorgen, erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Kabul.

Schon die Tatsache, dass das IKRK eine Pressekonferenz anberaume, sei Ausdruck der extremen Besorgnis über die Lage nach einem weiteren Kriegsjahr, sagte der Afghanistan-Beauftragte des IKRK, Reto Stocker, dessen Organisation sich zum zweiten Mal in zwei Wochen warnend äußerte.

Bei einem Nato-Luftangriff wurden nach Angaben des Bündnisses ein Afghane getötet und zwei Kinder verletzt. Zudem kamen bei der Explosion einer Autobombe in der Provinz Kandahar drei Kinder ums Leben. Neun weitere Menschen wurden nach Angaben der Schutztruppe Isaf schwer verletzt.

hen/Reuters/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
heinz.mann 15.12.2010
1. Oh, welch ein Wunder...
Zitat von sysopUS-Präsident Obama will am Donnerstag seinen Fortschrittsbericht zur Lage in Afghanistan vorstellen - aber die Geheimdienste sehen der "New York Times" zufolge offenbar keinen Grund zu Optimismus: Ohne Mithilfe Pakistans seien die Erfolgaussichten am Hindukusch gering. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,734906,00.html
Pakistan ist nun schuld, dass die USA das nicht schaffen, was die Russen in Jahren des Krieges nicht geschafft haben. Tja... das hätte man vorher wissen können, oder?
marypastor 15.12.2010
2. Ich hoffe nur,
Zitat von sysopUS-Präsident Obama will am Donnerstag seinen Fortschrittsbericht zur Lage in Afghanistan vorstellen - aber die Geheimdienste sehen der "New York Times" zufolge offenbar keinen Grund zu Optimismus: Ohne Mithilfe Pakistans seien die Erfolgaussichten am Hindukusch gering. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,734906,00.html
dass das alles bald zusammenbricht und dass sie sich dann alle gegenseitig umbringen. Dann koennen wir mit guten Gewissen rausgehen und sagen: "Mit diesen Voelkern kann man nichts anfangen."
sic tacuisses 15.12.2010
3. Da ist nichts zu befürchten.
Zitat von sysopUS-Präsident Obama will am Donnerstag seinen Fortschrittsbericht zur Lage in Afghanistan vorstellen - aber die Geheimdienste sehen der "New York Times" zufolge offenbar keinen Grund zu Optimismus: Ohne Mithilfe Pakistans seien die Erfolgaussichten am Hindukusch gering. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,734906,00.html
Das Debakel ist längst da. Nur wahrhaben will und wollte es keiner. Wie damals in Vietnam. Die Amis ( und wir natürlich auch ) lernen es nie !!!
Family Man 15.12.2010
4. !
Der Holbrooke soll am Totenbett zu seinem Pakistanischen Chirurg gesagt haben "Der Krieg in Afghanistan muß beendet werden.." Vielleicht empfinden auch böse Seelen Reue im Angesicht des Todes.
syramon 15.12.2010
5. Da muss man leider sagen,
Zitat von sic tacuissesDas Debakel ist längst da. Nur wahrhaben will und wollte es keiner. Wie damals in Vietnam. Die Amis ( und wir natürlich auch ) lernen es nie !!!
mitgefangen, mitgehangen. D. als Vasallenstaat der USA hat dann die Folgen auch mitzutragen.
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