Einsatz gegen Bin Laden: Angriff mit geheimem Tarnkappen-Helikopter?

Die US-Spezialeinheit hat beim Einsatz gegen Bin Laden womöglich bisher unbekannte Helikopter-Technik eingesetzt. Neue Aufnahmen des zerstörten Hubschraubers nähren Spekulationen über Stealth-Technologie und einen besonderen Schalldämpfer. Vor allem der Rotor der Maschine scheint neuartig.

REUTERS/ ABC News

Hamburg - Die US-Spezialeinheit im Einsatz gegen Osama Bin Laden näherte sich der Stadt Abbottabad im Schutz der Nacht. Doch offenbar nutzten die Navy Seals bei ihrer Kommandoaktion auch bisher unbekannte Tarntechnologie, um einer möglichen Radar-Ortung zu entgehen. Diese Vermutung legen neue Aufnahmen des verunglückten Hubschraubers nahe, die die Nachrichtenagentur Reuters veröffentlichte. Laut Reuters entstanden die Aufnahmen am frühen Montagmorgen.

Nach Einschätzung von Experten des US-Senders CNN deuten die Aufnahmen vom Heck des verunglückten Hubschraubers auf die Verwendung der sogenannten Stealth-Technologie hin. Diese macht die Maschinen auf Radarschirmen beinahe unsichtbar und wird schon lange erfolgreich bei Kampfflugzeugen eingesetzt. Besonders die Form und das Material des hinteren Rotors der Maschine seien so bisher unbekannt, so der Sender.

Über den Typ der Maschine gibt es keine gesicherten Angaben, vieles deutet jedoch auf einen Stealth-Blackhawk-Hubschrauber hin, über dessen Existenz es bisher nur Gerüchte gab. "Das ist das erste Mal, dass wir einen Stealth-Hubschrauber im Einsatz gesehen haben", sagte Luftfahrtexperte Bill Sweetman dem US-Sender ABC.

Diese Einschätzung teilt Dan Goure vom Lexington Institute in Arlington, Virginia, das der US-Rüstungsindustrie nahesteht. "Das ist eine Premiere", sagte Goure bei ABC. Ihm ist auf den Aufnahmen eine lärmreduzierende Abdeckung des Rotors aufgefallen. Diese hätte zum einen die Rotorgeräusche gedämpft, aber auch die Radar-Ortung erschwert.

"Das war eindeutig einer der Gründe für den Erfolg der Aktion. Am Boden würde man kaum hören können, dass da ein Hubschrauber auf einen zukommt. Das könnte die Reaktion am Boden entscheidend verzögert haben", so Goure. Dies deckt sich mit Angaben von Anwohnern, die die Hubschrauber erst gehört haben wollen, als sie sich bereits direkt über dem Ort befunden haben.

Immer wieder Gerüchte über Tarnkappen-Helikopter

Das Konzept eines Stealth-Hubschraubers ist nicht neu. Laut der Web-Seite globalsecurity.org, die sich sicherheitspolitischen Themen widmet, gab es schon während des Vietnam-Krieges erste Pläne. Unter dem Codenamen "The Quiet One" ("Der Leise") arbeiteten die Techniker damals angeblich vor allem an der Geräuschreduzierung der Rotoren. In Serie ging die Maschine jedoch nie. In den achtziger und neunziger Jahren ging die Entwicklung trotzdem weiter, nun wurde auch auf die Reduzierung der Radar-Reflektion hingearbeitet. Nun könnten die Trümmerteile einen Beweis für den Einsatz einer solchen Maschine im Ernstfall geliefert haben.

Dabei kam es zu einer brenzligen Situation, die mit dem Verlust des High-Tech-Fluggeräts endete. Nach Darstellung des US-Militärs waren mehrere Helikopter an der Aktion in Abbottabad beteiligt. Diese seien auf dem Grundstück gelandet, einer von ihnen war dabei zu einer "weichen Notlandung" gezwungen. Warum genau, ist unklar. Die US-Behörden beharren auf einem technischen Defekt als Ursache, von ungewöhnlich hohen Temperaturen ist die Rede. Augenzeugen berichteten dagegen, der Beschuss vom Boden habe die Notlandung erzwungen.

Sprengung des Hubschraubers nicht komplett

Nach Darstellung der Regierung sprengten die Soldaten den stark beschädigten Hubschrauber wenig später, um keine sicherheitsrelevanten Informationen zurückzulassen. Zahlreiche Bewohner von Abbottabad bestätigen eine Detonation im Gebiet der Bin-Laden-Residenz. Dabei wurde der Hubschrauber jedoch nicht vollkommen zerstört, wie die neuen Aufnahmen bestätigen. Mit dem Einsatz gegen Osama Bin Laden könnte das US-Militär also eines seiner bestgehüteten Geheimnisse preisgegeben haben.

Militärexperten sehen nun das Risiko von Spionage. "Es gibt sicher einige Leute im Pentagon, die sich große Sorgen machen, was jetzt mit den Teilen passiert und ob einige von ihnen vielleicht schon auf dem Weg nach China sind", sagte Richard Clarke, ehemaliger Berater im Weißen Haus und heute Analyst für ABC. Das chinesische Militär arbeite schon lange an einer Stealth-Technologie und habe gute Beziehungen zur pakistanischen Armee, so Clarke weiter. Wo sich die Hubschrauberteile derzeit befinden, ist unklar.

jok

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Forum - Der Tod Bin Ladens - ein nachhaltiger Schlag gegen den Terror?
insgesamt 7414 Beiträge
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1. Bin Laden
HansOch 02.05.2011
na, da müsste die Welt ja friedlicher werden H.
2. Profile
woener 02.05.2011
Zitat von sysopEr war der meistgesuchte Mann der Welt: Osama Bin Laden, der Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida, ist tot. US-Spezialkräfte haben ihn bei einer Kommandoaktion in Pakistan getötet. Wir die weltweite Terrorgefahr nun geringer?
Es ist ein Name, was hinter diesem Namen alles verborgen ist, das wird verborgen bleiben. Der einzig authentische Zeuge ist tot. Selbst die SPD hat über Herrn Wiefelspütz schon vermelden lassen, dass die Gefahr noch nicht beseitigt ist und die "Terrorschutz - Notstandsgesetze" erhalten bleiben. Ob man in der CDU dann gleich zur umfassenden Einführung aller Notstandsgesetze greift? Die Bespitzelungsgesetze werden nun aber zur Bewährungsprobe für die FDP werden können, eine neue Chance zur Profilierung?
3.
Greg84 02.05.2011
Schlag gegen den Terror? Eher nicht. Ich glaube kaum, dass bin Laden noch an der Spitze der al-Qaida stand, vielleicht hatte er sich auch komplett aus dem "Geschäft" zurück gezogen. Das einzige was der Schlag gegen bin Laden gebracht hat ist die Schaffung eines weiteren Märtyrers. Für Obama hätte der Zeitpunkt allerdings kaum besser sein können. Politisch läuft es für verdienten Träger des Friedensnobellpreises nicht grade perfekt, da hilft so ne positive Nachricht schon unheimlich weiter.
4. Mission beendet
endbenutzer 02.05.2011
Hat George W. Bush eigentlich schon der Familie Bin Laden sein Beileid ausgesprochen? Unter alten (Geschäfts-) Freunden ist das doch so üblich. Oder lebt Bin Laden doch noch und man wollte eigentlich nur die nunmehr fast genau 10-jährige Mission „Krieg gegen Terror“ zum bürgerfreundlichen Abschluss bringen? Merkwürdig: Gerade jetzt, da Obama und die gesamten USA in punkto Staatsverschuldung praktisch mit dem Rücken zur Wand stehen, wird für den amerikanischen Otto Normalverbraucher wieder einmal ein toller Grund geliefert, die Fahne zu schwingen und mit der Hand auf dem Herzen die Nationalhymne zu singen. Super Drehbuch...
5. weder noch
G_Schwurbel 02.05.2011
Zitat von sysopEr war der meistgesuchte Mann der Welt: Osama Bin Laden, der Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida, ist tot. US-Spezialkräfte haben ihn bei einer Kommandoaktion in Pakistan getötet. Wir die weltweite Terrorgefahr nun geringer?
Die Welt wird durch seinen Tod weder sicherer noch unsicherer. Al Quaida ist ein Netzwerk, es würde mich wundern, gäbe es für Bin Laden keinen Nachfolger (seinen Tod hat er schließlich einkalkuliert). Vielleicht hat er auch vorher als Rache für seine Tötung den Auftrag erteilt, direkt danach Attentate zu verüben? Alles denkbar...
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Erleichterung, Genugtuung, Angst vor Rache

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Osama Bin Laden über...
 
Den 11. September
"Wir berechneten im Voraus, wie viele Verluste der Feind erleiden würde. Wir nahmen als Grundlage die Position des Turms und errechneten, wie viele getötet werden würden. Wir schätzten, dass ungefähr drei bis vier Stockwerke getroffen werden würden. Ich war besonders optimistisch ..., weil ich auf diesem Gebiet bereits Erfahrung habe. Ich vermutete, das brennende Benzin würde die Eisenträger des Gebäudes schmelzen. Aber ich dachte nur, dass die Einschlagstelle und die Stockwerke darüber einstürzen würden. Mehr wagten wir nicht zu hoffen."

November 2001, zitiert nach: Abou-Taam/Bigalke: "Die Reden des Osama Bin Laden"
Den Irak-Krieg
"Ich jubele darüber, dass Amerika in den Schlammlöchern des Tigris und Euphrat steckengeblieben ist... Bush glaubt, der Irak und sein Öl seien leichte Beute, und nun steckt er durch die Gnade Gottes fest und kann weder vor noch zurück. Amerika schreit aus voller Kehle, während es vor den Augen der Welt auseinanderbricht."

Oktober 2003, zitiert nach: Coll: "Die Bin Ladens. Eine arabische Familie"
Amerika
Im September 2007 wandte sich Osama Bin Laden "an die Amerikaner": "So wie ihr euch zuvor aus der Sklaverei der Mönche, Könige und Feudalherren befreit habt, so solltet ihr euch jetzt von den Irreführungen ... des kapitalistischen Systems befreien."

Politische, geschichtliche und moralische Erörterungen vermischend, zeichnet Bin Laden das Bild einer Nation, die auf der Verliererstraße ist. Obwohl militärisch übermächtig, könnten die Amerikaner im Irak nicht gewinnen - weil sie zwar moralisch argumentierten, in Wahrheit aber nur den Interessen internationaler Konzerne folgten.

Das Ansehen der USA sei deswegen ruiniert. Um "den Krieg zwischen uns" zu stoppen, gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder die Mudschahidin stellten die Kampfhandlungen ein, was aber nicht gehe, weil sie eine Pflicht erfüllten. Oder die USA sähen endlich ein, dass sie die Verlierer im Irak seien. Es sehe aber so aus, als würden sie die eigenen Fehler aus dem Vietnam-Krieg und die der Sowjets aus dem Afghanistan-Feldzug wiederholen und sich vor der besseren Einsicht drücken.

Es gebe allerdings einen Ausweg, sagte Bin Laden weiter: Die Amerikaner sollten "nach einem alternativen, aufrechten Weg suchen", in dem es nicht darum gehe, andere zum eigenen Nutzen zu unterdrücken. Natürlich hat dieser Weg auch einen Namen: Die Amerikaner sollen zum Islam konvertieren.
Die Europäer
"Unsere Aktionen sind nur eine Antwort auf eure Aktionen - eure Zerstörung und und euren Mord an unseren Leuten, ob in Afghanistan, im Irak oder Palästina... Nach welchem Glauben sind eure Toten wertvoll und unsere wertlos? Nach welcher Logik zählt euer Blut als echt und unseres als Wasser? Vergeltung ist Teil von Gerechtigkeit, und der, der feindliche Akte zuerst begeht, ist der, der unrecht handelt. Ich rufe alle Männer, insbesondere Gelehrte, die Medien und Geschäfstleute dazu auf, eine permanente Kommission einzuberufen, um in Europa das Bewusstsein für unsere gerechten Gründe zu stärken... Ich mache einen Friedensvorschlag, der im Kern die Verpflichtung darstellt, alle Operationen gegen jeden Staat einzustellen, der sich verpflichtet, keine Muslime oder islamischen Staaten anzugreifen. "

April 2004, zitiert nach: Lawrence: "Messages to the World. The Statements of Osama Bin Laden"
Den "Kampf der Kulturen"
"Ohne jeden Zweifel (glaube ich an den Kampf der Kulturen). Das heilige Buch erwähnt ihn klar. Die Juden und Amerikaner haben das Lügenmärchen vom Frieden auf Erden erfunden. Das ist nur ein Märchen für Kinder."

Nach dem 11. September 2001 auf al-Dschasira. Zitiert nach: Coll: "Die Bin Ladens. Eine arabische Familie"