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12. März 2006, 21:13 Uhr

Eklat im Fernsehen

Berlusconi unterbricht wutentbrannt Live-Interview

Die kritischen Fragen einer Fernseh-Journalistin passten Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi nicht: Er bezeichnete den Sender als "Kriegsmaschine", brach das Live-Gespräch ab und stürmte wutentbrannt aus dem Studio.

Regierungschef Berlusconi und Journalistin Annunziata: Das für eine halbe Stunde geplante Interview war bereits nach 15 Minuten zu Ende.
DPA

Regierungschef Berlusconi und Journalistin Annunziata: Das für eine halbe Stunde geplante Interview war bereits nach 15 Minuten zu Ende.

Rom - Die Redakteurin Lucia Annunziata hatte den Zorn des Medien-Magnaten mit der Frage erregt, wie er es sich erkläre, dass sein Bild im Ausland im Grunde nur von zwei wesentliche Punkten geprägt sei: Seiner Unterstützung für US-Präsident George W. Bush und dem Interessenkonflikt, in den er wegen seiner politischen und wirtschaftlichen Aktivitäten geraten sei. Berlusconi reagierte zunächst irritiert und weigerte sich dann, über sein Verhältnis zu Bush zu reden.

Berlusconis Unterstützung der USA im Irak-Krieg ist in Italien nicht populär. Daher hatte sich der Regierungschef im Wahlkampf bemüht, das Thema herunterzuspielen. Als die Journalistin seine Versuche abblockte, das Thema zu wechseln und seine Regierungsbilanz vorzustellen, reagierte Berlusconi mit einem Zornausbruch: "Dieser Kanal ist eine Kriegsmaschine, die gegen den Ministerpräsidenten gerichtet ist." Es handele sich um einen von Linken unterwanderten Sender. Dann stürmte Berlusconi aus dem Studio des Fernsehsenders RAI 3.

Berlusconis Bündnis liegt in Umfragen 3,5 Prozentpunkte hinter der Mitte-Links-Allianz seines Kontrahenten Romano Prodi. Am Dienstag werden die beiden Kontrahenten in einem ersten Fernsehduell aufeinander treffen. Das Staatsfernsehen RAI bestätigte am Samstag, dass Prodi zugestimmt habe. Ein zweites Duell soll am 3. April folgen.

agö/Reuters

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