Fotopanne Zeitung verwechselt Alec Baldwin mit Donald Trump

Ist das Satire, oder ist das echt? Auch die Zeitung "El Nacional" hat in der Ära Trump Probleme, Fakten und Fiktionen auseinanderzuhalten. Statt eines Fotos des US-Präsidenten zeigte sie nun eines von Alec Baldwin aus "Saturday Night Live".

Artikel im "El Nacional"
El Nacional

Artikel im "El Nacional"


Übergroße rote Krawatte, weißblonde Perücke und eine vorgeschobene Unterlippe: So imitiert Schauspieler Alec Baldwin ("Mission: Impossible", "30 Rock") in der US-Comedy Show "Saturday Night Live" (SNL) Donald Trump. Dass man ihn in dieser Rolle einmal wirklich für den Präsidenten der USA halten würde, hat er wohl nicht geahnt. Doch genau das ist jetzt passiert.

In ihrer Freitagsausgabe berichtete die dominikanische Tageszeitung "El Nacional" über Trumps Haltung zu Israels Siedlungspolitik im Westjordanland. Unter der Überschrift "Trump bezeichnet Israels Siedlung als nicht hilfreich für den Frieden" wollte das Blatt dann offenbar die Staatschefs von Israel und den USA abbilden.

Doch neben einem Foto des israelischen Premiers Benjamin Netanyahu zeigte das zweite Foto Alec Baldwin in seiner Rolle als Trump. Versehen mit der Bildunterschrift: "Donald Trump, Präsident der USA". In den sozialen Netzwerken machte die Nachricht vom falschen Fotos sofort die Runde. Mal verbunden mit Lob für die Trump-Darstellung von Alec Baldwin:

Mal verbunden mit der - vielleicht nicht ganz ernst gemeinten - Befürchtung, Reisende aus der Dominikanischen Republik würden jetzt womöglich auch mit einem Einreisebann in die USA belegt:

Ansonsten aber sorgte die falsche Bebilderung für keine größeren Schockwellen. Die israelische "Haaretz" berichtete kurz und knapp über den Vorfall, Donald Trump äußerte sich zum Sonntag nicht dazu.

Das Blatt selbst aber entschuldigte sich am Samstag für den peinlichen Fehler. Man habe das Foto von der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) bezogen, die es auch korrekt mit dem Namen des Schauspielers betitelt hatte.

Trotzdem sei es zur Bebilderung des Artikels verwendet worden. Bei der anschließenden Bearbeitung der Zeitungsseite sei der Fehler keinem der Verantwortlichen aufgefallen.

Entschuldigung von "El Nacional"
El Nacional

Entschuldigung von "El Nacional"

Trump wieder Thema bei "Saturday Night Live"

Am Samstagabend trat Alec Baldwin erneut bei "Saturday Night Live" auf. Zum 17. Mal moderierte er als Gaststar die NBC-Sendung. Das bestimmende Thema waren dabei einmal mehr Sketche, in denen die Trump-Administration aufs Korn genommen wurde.

So parodierte Melissa McCarthy ("Gilmore Girls", "Ghostbusters") den Pressesprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer. Vor versammelter Presse verkündete ihre Figur, sie sei jetzt ganz ruhig, würde nicht mehr fluchen: "Das ist der alte Spicey, dies ist der neue Spicey."

Zum wiederholten Male erschien Kate McKinnon in ihrer Rolle als Trump-Beraterin Kellyanne Conway. In einer Szene, die an den Film "Eine verhängnisvolle Affäre" angelehnt war, versuchte sie einen CNN-Moderator davon zu überzeugen, sie wieder in seiner Sendung zu zeigen.

Das Highlight war aber der Auftritt von Alec Baldwin als Donald Trump. Vor einem fiktiven "Volksgericht" klagte er gegen die Richter, die das von ihm per Dekret verhängte Einreiseverbot per einstweiliger Verfügungen ausgehebelt hatte. Seine Forderung an die TV-Richter: "Ich will, dass das Einreiseverbot wieder eingesetzt wird. Und ich will 725 Dollar." Kurz darauf ruft er Wladimir Putin als Zeugen auf:

mak



insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
OlafKoeln 12.02.2017
1. Ohne Zweifel ...
... wäre Alec Baldwin der bessere Präsident.
exminer 12.02.2017
2. Wozu die Aufregung ?
Unsere Leitmedien recyceln doch teilweise Bildmaterial das schon vor Jahren als authentischer Beweis herhalten mußte. Und die Verwechslung von Realität und Fiktion erzeugt heute noch nicht einmal eine Richtigstellung. Deswegen kommt mir dieser Bericht als Lückenfüller vor.
ferbach 12.02.2017
3. Sättigungsgrad erreicht
Ja, man kann es jetzt echt nicht mehr hören und lesen, was alles Trump und Familie gemacht oder unterlassen haben. Der Sättigungsgrad an solchen Nachrichten ist überschritten. Auch der Spiegel darf langsam in den Karnevalsmodus übergehen.
jjcamera 12.02.2017
4. Gelacht...
Man hätte diese erfrischend heitere Meldung auf die Titelseite setzen sollen. In ihr steckt die bittere Wahrheit über den amerikanischen Präsidenten: er ist noch viel irrer, als jede Satire oder Parodie es je sein könnte.
nemediah 12.02.2017
5. Der besser Trump
Es ist wohl unbestritten, dass Baldwin der bessere Trump wäre! Wenigstens bringt er einen zum Lachen, nicht zum Weinen.
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