Auswärtiges Amt Deutsche bei Anschlag in der Elfenbeinküste getötet

Mindestens 22 Menschen starben beim Anschlag an einem Strand der Elfenbeinküste, darunter auch eine Deutsche. Bei ihr soll es sich um die Leiterin des Goethe-Instituts in Abidjan handeln.

Soldat am Strand von Grand-Bassam
REUTERS

Soldat am Strand von Grand-Bassam


Unter den Opfern des Anschlags in der Elfenbeinküste ist auch eine deutsche Staatsangehörige. Das bestätigte Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Montag. Insgesamt kamen bei dem Angriff am Sonntag 22 Menschen ums Leben.

Mehrere Angreifer hatten am Sonntag in dem beliebten Badeort Grand-Bassam zeitgleich das Feuer auf Besucher dreier Hotels eröffnet. Eine Splittergruppe der Qaida bekannte sich nach Angaben des französischen Radiosenders RFI zu den Angriffen.

Steinmeier verurteilte die Tat "auf das Schärfste". Im Kampf gegen den Terror müsse die internationale Gemeinschaft zusammenhalten. Zur Identität der getöteten Bundesbürgerin machte das Auswärtige Amt keine Angaben. Laut übereinstimmenden Medienberichten handelt es sich bei der Deutschen um die Leiterin des Goethe-Instituts in Abidjan. Ein Mitarbeiter des Goethe-Instituts bestätigte das gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Das Terrornetzwerk "al-Qaida im Islamischen Maghreb" (AQMI) war 2006 aus der "Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf" hervorgegangen, die im algerischen Bürgerkrieg der Neunzigerjahre ihre Wurzeln hat. Die AQMI versucht mit Anschlägen, die Lage in afrikanischen Ländern wie Marokko, Algerien, Tunesien und Mali zu destabilisieren. Ihr werden bis zu 800 Kämpfer zugerechnet.

Grand-Bassam liegt rund 40 Kilometer östlich von Abidjan, dem wirtschaftlichen Zentrum des westafrikanischen Landes. Die Stadt gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Eine Delegation der US-Botschaft aus Abidjan war am Sonntag vor Ort. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass die Attentäter gezielt auf US-Amerikaner geschossen hätten, hieß es von der amerikanischen Botschaft. Frankreichs Präsident François Hollande verurteile den Anschlag und kündigte Unterstützung bei der Aufklärung des Verbrechens an.

Im November hatte es einen Anschlag auf ein Luxushotel in Mali gegeben, im Januar auf ein Hotel in Burkina Faso. Zu beiden Anschlägen bekannte sich das Terrornetzwerk AQMI. In der malischen Hauptstadt Bamako töteten die Angreifer 20 Menschen, in Ouagadougou gab es 30 Todesopfer. Experten warnten damals, islamistische Angriffe könnten auch die Elfenbeinküste und den Senegal treffen.

brk/dpa



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