New York/Abidjan - Laurent Gbagbo will aufgeben. Nach fast einem halben Jahr blutigen Bürgerkriegs verhandelt der abgewählte Präsident der Elfenbeinküste nach Angaben des französischen Außenministers Alain Juppe über seine Ausreise.
Unter dem Druck einer gegnerischen Offensive signalisierte ein Militärchef Gbagbos die Bereitschaft für ein Aussetzen der Kämpfe: "Wir rufen von heute an zu einem Waffenstillstand auf", sagte General Philippe Mangou der Nachrichtenagentur Reuters.
"Der Krieg ist vorbei", sagte der in die französische Botschaft geflüchtete Außenminister Gbagbos der BBC. Er bestätigte Berichte, nach denen über einen Waffenstillstand verhandelt werde.
Der Fernsehsender TCI berichtete, die Soldaten der Republikanischen Garde hätten die Waffen niedergelegt. In der seit Tagen umkämpften Hafenstadt Abidjan seien demnach kaum noch Schüsse zu hören gewesen.
Kämpfer des international anerkannten Präsidenten der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, hatten nach Angaben eines Diplomaten zuvor die Präsidentenresidenz Gbagbos eingenommen. Der abgewählte Machthaber habe sich in einem Bunker verschanzt, hieß es weiter.
Explosionen in Abidjan
Im Machtkampf um die Elfenbeinküste war es am Dienstag zum Showdown gekommen: Soldaten Ouattaras hatten am Morgen den Präsidentenpalast in der Millionenmetropole Abidjan umzingelt. Augenzeugen berichteten von heftigen Kämpfen, Explosionen von Raketen und Maschinengewehrfeuer.
Uno-Chef Ban Ki Moon hatte den Blauhelmen am Montag den Angriffsbefehl erteilt, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Frankreich bereitet derweil die Evakuierung Tausender seiner Landleute vor. Insgesamt leben etwa 12.000 Franzosen in der Elfenbeinküste, die meisten von ihnen in Abidjan.
Ein möglicher Rücktritt Gbagbos zeichnete sich bereits in den Stunden zuvor ab. Berichten aus dem Lager Ouattaras zufolge suchte Gbagbo seit dem frühen Morgen das Gespräch über eine Machtübergabe. Gbagbo sei "am Leben" und verhandle darüber, "sich zu ergeben", sagte ein von Ouattara entsandter Botschafter in Frankreich.
Gbagbo hat sich bisher geweigert, nach der Wahl im November die Macht an den Wahlsieger Ouattara abzutreten. Mehr als 1500 Menschen sind seitdem in dem blutigen Konflikt ums Leben gekommen, die Dunkelziffer ist vermutlich weit höher.
ler/amz/Reuters
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