Elfenbeinküste: Ouattara tritt Präsidentenamt an

Monatelang hat Alassane Ouattara auf diesen Moment warten müssen, nun ist er als Präsident der Elfenbeinküste im Amt. Die Zeremonie soll endgültig eine Phase der Gewalt im Land beenden. Ein halbes Jahr lang hatten Anhänger des Kontrahenten Gbagbo mit Outtara-Unterstützern um die Macht gekämpft.

Präsident Outtara mit seiner Frau Dominique: Glückwünsche aus aller Welt Zur Großansicht
AFP

Präsident Outtara mit seiner Frau Dominique: Glückwünsche aus aller Welt

Abidjan/Brüssel - Mit einer feierlichen Zeremonie hat Alassane Ouattara am Samstag sein Amt als Präsident der Elfenbeinküste angetreten. Die Zeremonie in der Hauptstadt Yamoussoukro zog einen symbolischen Schlussstrich unter sechs Monate blutiger Unruhen in dem westafrikanischen Land.

Unter den Gästen waren neben Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy sowie mehrere Präsidenten und Regierungschefs afrikanischer Staaten. Frankreich hat in seiner ehemaligen Kolonie Soldaten stationiert, die Ouattara in seinem Ringen um die Macht unterstützt haben.

"Sie sehen, dass alle Leute 'Danke Sarko' rufen", sagte der neue Präsident seinem Gast aus Paris. Die Menge feierte Sarkozy mit stehenden Ovationen.

Ouattara hatte vor etwa einem halben Jahr die Präsidentschaftswahl gewonnen, doch der abgewählte Machthaber Laurent Gbagbo wollte nicht weichen. Blutige Unruhen mit Tausenden Toten erschütterten das westafrikanische Land. Vor sechs Wochen wurde Gbagbo schließlich nach tagelanger Belagerung in seiner Residenz festgenommen und befindet sich derzeit unter Hausarrest.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso gratulierte Ouattara zur Amtseinführung. "Meine Glückwünsche, dass Sie endlich die Funktion übernehmen konnten, die Ihnen das Volk der Elfenbeinküste im Wahlgang anvertraut hat", erklärte Barroso am Samstag. "Ihnen gebührt meine aufrichtige Bewunderung für die Beharrlichkeit und Geduld, die sie während der langen Krise gezeigt haben." Europa sei in dieser Zeit immer an der Seite von Ouattara gewesen. Die EU werde den neuen Präsidenten und sein Land auch in Zukunft unterstützen.

Ouattara hatte schon vor zwei Wochen seinen Amtseid abgelegt, am Samstag übernahm er offiziell die Führung des Landes.

Während des blutigen Kampfs um die Macht waren nach Uno-Schätzungen rund 3000 Menschen getötet worden, mehr als eine Million floh vor der Gewalt. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat eine Vorverfahrenskammer am Freitag mit Ermittlungen zur politischen Gewalt in der Elfenbeinküste beauftragt. Ouattara selbst hatte sich dafür ausgesprochen, dass das Haager Gericht Verantwortliche für die schweren Menschenrechtsverbrechen während des Machtkampfes ermitteln soll.

Menschenrechtsgruppen werfen Milizen Gbagbos wie auch Ouattaras Folter, Vergewaltigungen und willkürliche Morde vor. In den vergangenen Wochen waren in der Hafenstadt Abidjan und in Douakoué im Westen des Landes wiederholt Massengräber entdeckt worden.

ffr/dpa/Reuters

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1. Sieh an, die Raubritter sind unterwegs
seine-et-marnais 22.05.2011
Zitat von sysopEU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso gratulierte Ouattara zur Amtseinführung. "Meine Glückwünsche, dass Sie endlich die Funktion übernehmen konnten, die Ihnen das Volk der Elfenbeinküste im Wahlgang anvertraut hat", erklärte Barroso am Samstag. "Ihnen gebührt meine aufrichtige Bewunderung für die Beharrlichkeit und Geduld, die sie während der langen Krise gezeigt haben." Europa sei in dieser Zeit immer an der Seite von Ouattara gewesen. Die EU werde den neuen Präsidenten und sein Land auch in Zukunft unterstützen.http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,764091,00.html
Barroso sagt's ganz offen: 'Europa' war auf der Seite von Outtara. Man haette gehofft auf der Seite der Interessen der Elfenbeinkueste und seiner Bevoelkerung. Aber nein, auch Sarkozy sagt ja, dass F auf der Seite Ouattaras ist und deshalb auch seine Truppen in der 'ehemaligen', vielmehr Neo-Kolonie laesst. Anders als neue oder wiedergewonnene Kolonie mit etwas innerer Autonomie kann man ja die Elfenbeinkueste nicht mehr ansehen. Passt zusammen zu der Libyenpolitik. In Europa selbst ist man etwas vorsichtiger, Juncker fordert nun dass eine 'Treuhand' den Verkauf des Staatsvermoegens in Griechenland vornimmt.
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Fläche: 322.462 km²

Bevölkerung: 19,738 Mio.

Hauptstadt: Yamoussoukro / Regierungssitz: Abidjan

Staatsoberhaupt:
Alassane Ouattara

Regierungschef:
Daniel Kaban Duncan

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