Eliteeinheit in Kunduz KSK unterstützte Oberst Klein in der Bombennacht

Die Spekulationen über die Hintergründe des Luftangriffs von Kunduz bekommen neue Nahrung. Die Bundeswehr-Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte spielte möglicherweise eine Rolle bei dem endgültigen Befehl zum Abwurf der Bomben.

Afghanischer Soldat vor ausgebombten Tanklastern: KSK-Männer bei Einsatz beteiligt
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Afghanischer Soldat vor ausgebombten Tanklastern: KSK-Männer bei Einsatz beteiligt


Berlin - Aus Unterlagen der Bundeswehr und der Nato über den fatalen Luftangriff bei Kunduz geht hervor, dass das Kommando Spezialkräfte (KSK) an der Bombardierung der beiden Tanklastwagen beteiligt gewesen sein könnte. Die Eliteeinheit der Bundeswehr, das steht fest, war sowohl bei der Aufklärung der Lkw-Entführung durch die Taliban involviert als auch beim letztendlichen Befehl zum Abwurf von zwei Bomben auf die feststeckenden Fahrzeuge und die um sie herumstehenden Menschen.

Die Rolle der Bundeswehr-Spezialkräfte mag sich am Ende als Detail in dem Fall herausstellen - doch schon die große Schlagzeile der "Bild" an diesem Donnerstag zum Thema ("Welche Rolle spielte die KSK?") dürfte für Aufregung sorgen. Erneut scheint die Regierung trotz aller Willensbekundungen zur Aufklärung Details geheim gehalten haben.

Im Kern geht es nicht um das KSK, wohl aber um die Aktivitäten der "Task Force 47". Unter diesem Namen agiert in Kunduz eine kombinierte Einheit von Aufklärern der Bundeswehr, die seit langem gemeinsam mit Elitesoldaten des KSK den Schutz des Lagers übernehmen. Die Gruppe hat in dem Camp einen eigenen Befehlsstand mit modernster Technik und soll vor allem mögliche Angriffe auf das Lager frühzeitig aufklären und abwehren. Die KSK-Kräfte in der "TF 47" agieren dabei unter dem Mandat der Schutztruppe Isaf.

KSK wird in Dokumenten nicht ausdrücklich genannt

Bei der Bombardierung spielte die "TF 47" eine entscheidende Rolle. Erste Hinweise auf die Entführung der beiden Lkw gingen über einen afghanischen Kontaktmann bei den Aufklärern ein. Von ihrem Befehlsstand wurden dann zuerst Luftaufklärung durch einen B1-Bomber und später die beiden Kampfjets vom Typ F-15 angefordert. Auch weitere Hinweise auf Standort der Lkw und Taliban am Tatort wurden von der "TF 47" eingeholt und ausgewertet.

Als die Lkw schließlich auf dem Flussbett lokalisiert waren, kam auch Oberst Georg Klein, der Kommandeur des Camps, aus dem normalen Befehlsstand zur "TF 47". Dies war etwa gegen 0.50 Uhr. Den deutschen Untersuchungsberichten zufolge geschah dies, weil die Aufklärer von Bundeswehr und KSK bessere technische Möglichkeiten zur Verfügung hatten. Die Beteiligung der "TF 47" an dem Vorfall ist in deutschen und den Nato-Dokumenten dutzendfach erwähnt - das KSK wird allerdings nicht ausdrücklich genannt.

Gemeinsam mit einem Flugleitoffizier der "Task Force 47" beobachtete Oberst Klein in der Befehlszentrale die Live-Bilder vom Tatort auf einem "Rover"-Sichtgerät, einer Art Laptop mit Verbindung zu den Jets. Über den Offizier befahl er den Piloten, zwei Bomben abzuwerfen. Ausdrücklich weist der Offizier der "Task Force 47" im Funkverkehr darauf hin, dass der Kommandeur neben ihm sitzt. Ohne diese Legitimierung hätten die Piloten die Order gar nicht akzeptieren dürfen.

Grundsätzlich ist die Existenz der gemischten Einheit bekannt

Welche Brisanz das neue Detail der KSK-Beteiligung für die Bundesregierung entwickelt, ist schwer abzusehen. Grundsätzlich ist Kennern die Existenz der gemischten Einheit von KSK-Soldaten und Bundeswehraufklärern in Kunduz seit langem bekannt. Auch der eigene Befehlsstand ist im Lager kein Geheimnis. Zudem ist völlig unklar, welche Rolle Angehörige der KSK in dem Fall spielen.

Dass neben Klein der eine oder andere KSK-Mann in der Kommandozentrale stand, saß oder ihn gar beriet, wird im Ministerium nicht als Skandal gesehen - dort betrachtet man die Schlagzeilen als Sensationsjournalismus.

In dem hitzig diskutierten Fall aber ist schon die Beteiligung von KSK-Soldaten - deren Aktivitäten in den vergangenen Jahren in fast absurder Weise geheim gehalten wurden - eine Nachricht. Für das Ministerium ist der Fall zudem schwierig, da man die Aktivität des KSK wegen der Geheimhaltungsregeln weder bestätigen noch dementieren kann.

Auf Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg werden nun neue Fragen zukommen. Um das KSK ranken sich viele Gerüchte - vor allem, weil man über die Aktivitäten der Gruppe nur sehr wenig weiß. An diesem Donnerstag wird der Minister wieder einmal sehr schnell erklären müssen, was in Kunduz passiert ist.

Kommando Spezialkräfte
Auftrag
Das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr wurde 1996 aufgestellt, um militärische Sonderaufträge im Ausland durchzuführen. Vorbilder waren britische und US-Elitetruppen sowie die deutsche Polizei-Sondereinheit GSG 9. Das KSK, im baden-württembergischen Calw stationiert, ist der am besten abgeschottete Bundeswehrverband. Alle Soldaten müssen sich schriftlich verpflichten, grundsätzlich nicht über ihre Einsätze zu sprechen, nicht mal mit ihren Ehefrauen. mehr auf Wikipedia...
Frühere Einsätze
Die Spezialeinheit war schon mehrfach in geheimem Auftrag eingesetzt - früher unter anderem im Kosovo, in Bosnien und Mazedonien, um dort flüchtige Kriegsverbrecher festzunehmen. KSK-Soldaten sind seit Dezember 2001 in Afghanistan aktiv, lange im Rahmen des Anti-Terroristen-Einsatzes "Operation Enduring Freedom", der von der internationalen Schutztruppe Isaf getrennt war. Ihr Auftrag war dabei auch die Suche nach Taliban- und Qaida-Kämpfern. mehr auf Wikipedia...
Jetziger Einsatz in Afghanistan
Heute sind KSK-Kämpfer unter dem Mandat der internationalen Einsatztruppe Isaf in Afghanistan aktiv. Sie sollen helfen, die deutschen Feldlager in Kunduz und Masar-i-Scharif schützen. mehr auf Wikipedia...
Training und Profil der Truppe
Die Soldaten des KSK, meist Mitte 20 bis Mitte 30, sind Berufs- oder Zeitsoldaten. Sie durchlaufen eine harte Auswahlprüfung und danach eine Spezialausbildung. Die Truppe ist sowohl auf militärische Sonderaufträge im Ausland als auch auf die Bekämpfung von Terroristen spezialisiert. Ursprünglich wurden sie besonders zur Rettung abgeschossener deutscher Piloten hinter den feindlichen Linien und zur Befreiung deutscher Staatsangehöriger aus Kriegs- und Bürgerkriegsgebieten ausgebildet. Zum Spezialtraining der KSK-Soldaten gehören Nahkampf, Fallschirmspringen, Abseilen aus Hubschraubern und Sprengen sowie Überleben unter Extrembedingungen in Gebirge, Dschungel oder Wüste. mehr auf Wikipedia...

mgb

Forum - Kunduz-Luftangriff - wie beurteilen Sie das Krisenmanagement der Regierung?
insgesamt 2122 Beiträge
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Seite 1
haltetdendieb 29.11.2009
1. Schlecht!
Schlecht!
Ragnarrök 29.11.2009
2.
gar nicht! wO kRIEG IST gibt es VERLUSTE!
BillBrook 29.11.2009
3.
Zitat von Ragnarrökgar nicht! wO kRIEG IST gibt es VERLUSTE!
Nun sagt aber die Bundesregierung, es ist gar kein Krieg.
querdenker13 29.11.2009
4.
Zitat von sysopDas Desaster um den Luftschlag in Afghanistan und die Informationspolitik wird zur immer größeren Belastung für die neue Regierung. Wie beurteilen Sie das Krisenmanagement der Regierung?
Was für ein Krisenmanagement? Ein Erstklässler könnte besser mitteilen was genau dort vorgefallen ist als die gesamte Regierung von schwarz - gelb!
HansWilhelm 29.11.2009
5.
Zitat von BillBrookNun sagt aber die Bundesregierung, es ist gar kein Krieg.
für Frau Merkel ist die Erde ja auch ne Scheibe..,.
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