Paris - Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy forderte am Freitag in einer Ansprache vor Diplomaten im Elysée-Palast eine Öffnung der Verhandlungen in Nahost. Er prangerte an, dass die von der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten, Russland und den Vereinten Nationen moderierten Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern festgefahren seien.
Sarkozy bemängelte "die inakzeptable Lähmung des Friedensprozesses" in Nahost, wie die Zeitung "L'Express" unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Im übrigen würden die Franzosen "niemals akzeptieren, dass die Sicherheit Israels in Frage gestellt" werde, so Sarkozy laut einer Meldung der Zeitung "Le Nouvel Observateur" mit Bezug auf die Nachrichtenagentur AP.
Sarkozy äußerte sich am Freitag frustriert über die "eiszeitliche Immobilität" zwischen beiden Lagern. Er sprach sich dafür aus, die Verhandlungen für neue Teilnehmer zu öffnen - ohne diese aber genauer zu benennen. Er forderte einen spezifischen Zeitrahmen sowie einen Beobachtungsmechanismus.
"Das Quartett ist ein Misserfolg"
Über das sogenannte Nahost-Quartett, zu dem neben der EU die USA, die Uno und Russland gehören, sagte Sarkozy: "Wir müssen aufhören, die Realität zu verbergen. Man muss die Methode verändern. Das Quartett ist ein Misserfolg."
Sarkozy zog "L'Express" zufolge auch insgesamt eine düstere Bilanz über die diplomatische Lage der Welt. Hinsichtlich des Mordes an vier französischen Nato-Soldaten kündigte er an, dass sein Land alle Hilfsoperationen für die afghanische Armee stoppen und sich die Frage nach einem möglicherweise vorzeitigen Abzug der französischen Armee aus Afghanistan stellen werde.
bos/dapd
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