Uno-Vollversammlung Katar fordert Intervention der Araber in Syrien

Der Emir von Katar hat vor den Vereinten Nationen eine Intervention der arabischen Staaten in Syrien gefordert. Da sich der Sicherheitsrat nicht einigen könne, müsse man selbst aktiv werden. Frankreichs Präsident Hollande forderte, von Rebellen eroberte Gebiete unter UN-Schutz zu stellen.

Hamad al-Thani bei der Uno: "Die arabischen Staaten müssen selbst eingreifen"
AFP

Hamad al-Thani bei der Uno: "Die arabischen Staaten müssen selbst eingreifen"


New York - Die arabischen Staaten sollten eingreifen, um den Krieg in Syrien zu beenden. Das forderte der Emir von Katar, Scheich Hamad al-Thani, vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen. Wegen der Blockade im Sicherheitsrat müssten die Nachbarstaaten selbst handeln.

"Der Sicherheitsrat hat es nicht geschafft, effektive Positionen zu beziehen", sagte der Emir. "Angesichts dessen glaube ich, es ist besser, wenn die arabischen Staaten aus ihrer nationalen, humanitären, politischen und militärischen Verpflichtung heraus selbst eingreifen und alles Notwendige unternehmen um dem Blutvergießen in Syrien ein Ende zu machen."

Katar unterstützt zusammen mit Saudi-Arabien und der Türkei die hauptsächlich sunnitischen Rebellen in Syrien. Iran hilft dagegen dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, dessen alawitische Glaubensgruppe ihre Wurzeln in der schiitischen Islamrichtung hat.

Unterstützung für die Rebellen gibt es von Frankreich. Präsident François Hollande will die eroberten Gebiete unter Schutz der Vereinten Nationen stellen lassen. "Wir haben die Pflicht zu handeln, gemeinsam zu handeln und schnell zu handeln", sagte Hollande bei der Generaldebatte. Hollande forderte die UN auf, der syrischen Bevölkerung ab sofort alle Unterstützung zu gewähren, um die sie bittet. Dazu gehöre auch der Schutz von "befreiten Zonen", damit humanitäre Hilfe die Flüchtlinge erreichen könne.

Der Sicherheitsrat ist in seinem Vorgehen gegen Syrien blockiert. Russland und China haben drei vom Westen unterstützte Resolutionen zu Syrien mit ihrem Veto blockiert, zuletzt im Juli, als mit nicht-militärischen Sanktionen gedroht werden sollte.

Auch Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich in der Vollversammlung zutiefst besorgt über die Situation in Syrien, die jeden Tag schlimmer werde. "Der Konflikt ist nicht mehr auf das Land begrenzt. Er ist eine ernste Bedrohung des internationalen Friedens." Deshalb müsse die Welt handeln: "Ich rufe die internationale Gemeinschaft, und insbesondere den Sicherheitsrat, endlich zu Taten auf." Es gebe in Syrien "unfassbare Gewalt, vor allem von der Regierung, aber auch von der Opposition".

Der Syrien-Konflikt und das iranische Atomprogramm dürften in dieser Woche auch weiterhin die Debatten in der Vollversammlung bestimmen. Der Syrien-Gesandte der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, kündigte am Montag einen neuen Vermittlungsversuch an, räumte allerdings ein, dass ein konkreter Plan noch fehle.

fab/dapd/Reuters/dpa

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topodoro 25.09.2012
1. Der absolutistische Herrscher und Emir von Katar,...
Zitat von sysopAFPDer Emir von Katar hat vor den Vereinten Nationen eine Intervention der arabischen Staaten in Syrien gefordert. Da sich der Sicherheitsrat nicht einigen könne, müsse man selbst aktiv werden. Frankreichs Präsident Hollande forderte, von Rebellen eroberte Gebiete unter UN-Schutz zu stellen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/emir-von-katar-fordert-bei-uno-intervention-in-syrien-a-857954.html
... will also selbst "aktiv" werden ? Was versteht denn der Scheich Hamad al-Thani darunter ? "Eingreifen" sagt er ? Angreifen meint er ! Wenn er wirklich das Blutvergiessen in Syrien beenden will, sollter er seine "Handwerker des Todes" zurückpfeifen, die in Syrien Blut vergiessen.
seine-et-marnais 26.09.2012
2. Nur noch peinlich oder allzuviel ist ungesund
Zitat von sysopAFPDer Emir von Katar hat vor den Vereinten Nationen eine Intervention der arabischen Staaten in Syrien gefordert. Da sich der Sicherheitsrat nicht einigen könne, müsse man selbst aktiv werden. Frankreichs Präsident Hollande forderte, von Rebellen eroberte Gebiete unter UN-Schutz zu stellen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/emir-von-katar-fordert-bei-uno-intervention-in-syrien-a-857954.html
Hollande dürfte sich auch deswegen als Hardliner ausgeben weil Katar nur mal so eine Milliarde € für die Banlieues bereitstellen will. Zusammen mit dem ganzen Geld, den Geschäften die seit Sarkozy mit dem Katar laufen, es gibt selbst spezielle Steuererleichterungen für Investitionen aus Katar, und unter Hollande weiterlaufen, scheint hier der Emir Hollande zu diktieren wie er in der Syrien-Frage zu agieren hat. Wenn das mal nicht auf die Dauer ins Auge geht. Katar diktiert die Aussenpolitik Frankreichs, Katar hat Steuererleichterungen in Frankreich, Katar ist Grossinvestor in Frankreich, Katar finanziert Moscheenbau in Frankreich, ich denke man provoziert hier Reaktionen in Frankreich die zu Lasten des PS und der UMP gehen werden. Man wahrt ja kaum noch den Schein wer wem was diktiert.
sysiphus-neu 26.09.2012
3. optional
Dieswer größenwahnsinnige Terror-Emir glaubt offenbar tatsächlich, für seine Petromilliarden ein sunnitisches Kalifat kaufen zu können - zusammen mit seinen Potentatenkollegen aus Riad. Eines nicht zu fernen Tages werden die Herrschaften den gleichen Terror ernten, den sie in den laizistischen Staaten der Region säen. Diese Verbrecher werden ihr verdientes Ende finden.
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