Reaktion auf Giftgasattacke Macron erwägt Militärschlag in Syrien

Der französische Präsident Macron hält einen Angriff auf Chemiewaffen in Syrien für möglich. Eine Entscheidung werde in Kürze gefällt. Die USA haben einen Zerstörer in die Region entsandt.

Emmanuel Macron
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Emmanuel Macron


Im Fall eines französischen Militärschlags gegen Syrien wären nach Angaben der Regierung in Paris die Chemiewaffen des syrischen Regimes das Ziel. Laut Präsident Emmanuel Macron sind Angriffe auf "chemische Kapazitäten" möglich.

Macron sagte nach einem Treffen mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in Paris, dass auf keinen Fall die Verbündeten der syrischen Regierung, russische oder iranische Einheiten, angegriffen würden. Frankreich wolle "keine Eskalation".

Die Entscheidung über einen Angriff in Syrien werde "in den nächsten Tagen" bekannt gegeben. Nach der vermuteten Giftgasattacke in der syrischen Stadt Duma, bei dem mindestens 150 Menschen getötet wurden, tausche Frankreich sich mit Partnern aus - vor allem mit den USA und mit Großbritannien.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump mit der britischen Premierministerin Theresa May telefoniert. Das Weiße Haus teilte danach mit, beide seien sich einig, keinen weiteren Chemiewaffen-Einsatz in Syrien zuzulassen.

Trump sagt Lateinamerika-Reise ab

Auch der saudische Kronprinz machte in Paris die Bereitschaft seines Landes deutlich, sich an einem möglicherweise abgestimmten Vorgehen gegen die syrische Regierung zu beteiligen.

Derzeit wird über einen möglichen Vergeltungsangriff der USA und ihrer Verbündeten, insbesondere Frankreich, nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in der Rebellenhochburg Duma in Syrien spekuliert. Trump sagte eine Lateinamerika-Reise kurzfristig ab, um sich laut Weißem Haus um die Lage in Syrien zu kümmern. Auch sein Verteidigungsminister Jim Mattis sagte geplante Termine für das Wochenende ab.

Der US-Lenkwaffen-Zerstörer "USS Donald Cook" ist derweil in einem Gebiet angekommen, von dem aus er Syrien erreichen könnte.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat eine Meldung an Flugzeuge für den Luftraum des östlichen Mittelmeers, in der Gegend um Zypern, herausgegeben. Sie warnt vor möglichen Luftangriffen in Syrien mit Luft-Boden-Raketen und sogenannten Marschflugkörpern in den kommenden 72 Stunden. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Navigation in diesem Gebiet gestört werden könnte.

cop/dpa/AFP



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trex#1 10.04.2018
1.
Die Franzosen tragen die Hauptverantwortung für das Chaos in Libyen. Wollen sie ein neues Unglück anrichten, und das alles wie gehabt ohne klare Beweise, ohne Sinn und Verstand. Solche Verbündete können einem nur Angst machen. Aber auch aus Berlin ist Beunruhigendes zu hören. Die können wohl alle nicht schnell genug den Rest Syriens in Asche legen. Außer wilden Gerüchten gibt es keinen Rechtfertigung. Das riecht alles nach Fake News.
Schöneberg 10.04.2018
2. Merkwürdig
Finde es ein wenig eigenartig, wie sich Macron jedes mal bereitwillig anbietet, sobald man in Syrien irgendwo "zuschlagen" kann. Erst bringt er sich ohne jede Not ins Gespräch, um den Amerikanern gegen die Türken "beizustehen" und nun wegen dem unaufgeklärten möglichen Giftgasanschlag. Scheint so, als könne er es garnicht mehr abwarten militärisch aktiv zu werden. Soll er doch unsere Soldaten in Mali wieder ablösen.
keinputintroll 10.04.2018
3. Intervention
Es muss doch noch vernunftgesteuerte Politiker geben, die den Wahnsinn eines Militärschlags verhindern. Frau Merkel gehört wohl sicher nicht dazu. Wo ist die Friedensbewegung?
mr.zoui 10.04.2018
4.
Diese Entwicklung war abzusehen, am Tag als Macron seine rote Linie zog und wurde deutlicher, als Trump den Abzug seiner Truppen ankündigte. Man konnte regelrecht darauf wetten, daß wieder die Weißhelme in Erscheinung treten würden, es wieder um Giftgas gehen würde, wieder Bilder von Kindern präsentiert werden und wieder an der Eskalationsschraube gedreht wird. Solange, bis auch endlich in Syrien libysche Verhältnisse herrschen.
Antalyaner 10.04.2018
5. Vorwand
Jetzt gehts los in Syrien. Das wird sich so richtig hochschaukeln. Aber es war schon immer so : Wenn du einen Krieg willst, dann suche einen Vorwand, verkaufe das an dein Volk in den Medien und rechtfertige damit dein Vorgehen. Wen interessieren da schon Menschenleben ?
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