Frankreich Mutmaßliche Anschlagspläne gegen Macron - sechs Festnahmen

Der französische Geheimdienst hat sechs Menschen festgenommen, die in Verdacht stehen sollen, einen Anschlag auf Präsident Macron geplant zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat Anti-Terror-Ermittlungen eingeleitet.

Emmanuel Macron
ETIENNE LAURENT/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Emmanuel Macron


Sie sollen einen Anschlag auf den französischen Präsidenten Emmanuel Macron geplant haben: Der Inlandsgeheimdienst DGSI hat am Dienstagmorgen sechs Menschen in unterschiedlichen Regionen festgenommen, wie unter anderem der Sender France Info unter Berufung auf Justizkreise berichtete. Französische Justizkreise bestätigten die Berichte.

Die Pariser Staatsanwaltschaft hat demnach Anti-Terror-Ermittlungen eingeleitet. Die Planung sei aber noch vage gewesen, hieß es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen.

Sowohl der französische Fernsehsender BFM TV als auch die Nachrichtenagentur AFP berichteten, die sechs Festgenommenen seien dem rechtsextremen Spektrum zuzurechnen. Eine unabhängige Bestätigung dieses Berichts war zunächst nicht möglich.

Die Verdächtigen wurden nach Informationen aus den Ermittlerkreisen in drei Regionen Frankreichs festgenommen: in Isere südöstlich von Lyon, in Moselle an der Grenze zu Deutschland und Luxemburg sowie in Ille-et-Vilaine nordwestlich von Rennes.

Bereits im Oktober 2017 hatten die französischen Behörden zehn Rechtsextreme wegen mutmaßlicher Anschlagspläne gegen Politiker, Flüchtlinge und Moscheen festgenommen. Als mögliche Zielpersonen wurden der damalige Regierungssprecher und heutige Innenminister Christophe Castaner und Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon genannt.

Macron hatte erst in einem am Sonntag veröffentlichten Interview vor einer Bedrohung durch rechtsextreme Bewegungen in ganz Europa gewarnt. Die Selbstzufriedenheit in den 1930er Jahren habe den Weg freigemacht für Adolf Hitler in Deutschland und Benito Mussolini in Italien.

vks/als/dpa/Reuters/AFP



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