Trotz Massenprotesten Macron unterschreibt Arbeitsmarktreform

Alle Proteste und Demonstrationen waren vergebens: Die umstrittene Arbeitsmarktreform in Frankreich ist beschlossen. Präsident Macron unterschrieb die umstrittenen Verordnungen.

Emmanuel Macron
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Emmanuel Macron


Die Arbeitsmarktreform in kann in Kraft treten. Staatschef Emmanuel Macron unterzeichnete die Verordnungen für sein umstrittenes Projekt. Zuvor waren die Texte vom Kabinett beschlossen worden. Die Verordnungen sollen kommende Woche im Amtsblatt veröffentlicht werden und können dann umgehend in Kraft treten.

Erst am Donnerstag hatten in ganz Frankreich mindestens 132.000 Menschen gegen das Vorhaben protestiert. Für Samstag hat der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon zu einer weiteren Großdemonstration in Paris aufgerufen. Gewerkschaften und linke Parteien kritisieren sie als Abbau von Arbeitnehmerrechten.

Es ist das erste große Reformvorhaben des sozialliberalen Staatschefs. Der 39-Jährige war im Mai mit dem Ziel angetreten, Frankreich in Europa wettbewerbsfähiger und glaubwürdiger zu machen.

Macron sieht die Reform als nötigen Schritt gegen die hohe Arbeitslosigkeit, die bei rund zehn Prozent liegt. Derzeit sind mehr als 3,5 Millionen Menschen ohne Job. Die Rolle von Branchen- und Betriebsvereinbarungen wird mit der Reform gestärkt, der Kündigungsschutz teilweise gelockert. Entschädigungen für ungerechtfertigte Kündigungen werden begrenzt.

als/dpa/AFP



insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
Europa! 22.09.2017
1. Hoffentlich sind es die richtigen Maßnahmen
Wenn die französische Industrie wettbewerbsfähiger wird, dient das der Angleichung der Verhältnisse zwischen Deutschland und Frankreich. Das kann Europa nur guttun.
ironbutt 22.09.2017
2. E n d l i c h reformen
Frankreich hat in demokratischer Wahl für einen Präsidenten und ein Parlament gestimmt, dass genau diese (und noch weitere) Reformen versprochen hat. Nur eine Gruppe von demokratiefeindlichen Linken versuchen íhre persönlichen Interessen mit Gewalt durchzusetzen. Zum Gluck hat Macron sich nicht beeindrucken lassen.
thequickeningishappening 22.09.2017
3. Sie wollen Ihn haben
En Marche! Es wird ein Wettlauf mit dem großen Nachbarn im Osten; der große Deflationswettlauf bei Loehnen und Kaufkraft, kompensiert durch die Inflation der Bestandsvermoegen, zu Gunsten der Habenden !
meine Güte 22.09.2017
4. Tja,....
....das ist der Anfang der französischen "Agenda 2010". Es geht Schritt für Schritt weiter. Einem Mann des Kapitals und der Bonzen, wie Macron, wird es nicht reichen. Wie konnten die Franzosen den zulassen. Nun ja, die dümmsten Kälber und der Schlachter.
einwerfer 22.09.2017
5. Willkommen
im Rattenrennen, Frankreich. Und liebe deutsche Arbeitnehmer, weil Frankreich jetzt auch 'Reformen' macht, werdet ihr wohl auf die nächste Gehaltserhöhung verzichten müssen. Denn die exportorientierte deutsche Wirtschaft muss sich ja im internationalen Wettbewerb behaupten. Aber im Notfall, liebe Arbeitnehmer, könnt ihr ja in die Pflege gehen, da soll's demnächst viele neue Stellen und 30% mehr Lohn geben.
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