Ende der Eiszeit Nahost-Friedensgespräche starten Ende Oktober

Ein Jahr war Funkstille - jetzt soll wieder Bewegung in die Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern kommen. Der Start ist allerdings zögerlich: Die Parteien wollen nicht direkt miteinander reden.

Palästinensische Jugendliche: Ist ein Ende des Konflikts in Sicht?
AFP

Palästinensische Jugendliche: Ist ein Ende des Konflikts in Sicht?


Washington/ Brüssel - Es ist ein erster Schritt: Nach mehr als einem Jahr werden Israel und die Palästinenser am 26. Oktober wieder Friedensgespräche beginnen. Allerdings erst mal indirekt: Das sogenannte Nahost-Quartett, das sich aus Vertretern der USA, der EU, der Uno und Russland zusammensetzt, wird getrennt mit den Verhandlungsführern beider Parteien sprechen. Das teilte der Sprecher des US-Außenministeriums am Montagabend in Washington mit.

"Die Vertreter des Quartetts werden mit den Konfliktparteien in Jerusalem zusammentreffen, um Verhandlungen vorzubereiten und eine Tagesordnung zu entwickeln", sagte die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton.

Das Treffen ist das Ergebnis einer Erklärung des Nahost-Quartetts von Ende September. Weil die Palästinenser Uno-Mitglied werden wollen, hatte das Gremium zu neuen Verhandlungen innerhalb eines Monats aufgerufen. Diese sollen bis Ende 2012 abgeschlossen sein. "Wichtig ist, dass wir auf dem Weg zu direkten Gesprächen sind", sagte Ashtons Sprecherin.

Ein Zeichen der Annäherung ist auch die anstehende Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Schalit. Die radikal-islamische Hamas hatte ihn fünf Jahre lang in ihrer Gewalt. Im Gegenzug entlässt Israel schrittweise über 1000 von 6000 palästinensischen Gefangenen.

Die Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern liegen seit Ende September 2010 auf Eis. Die Palästinenser wollten bislang erst an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn Israel den Ausbau von Siedlungen im Westjordanland sowie in Ostjerusalem stoppt. Außerdem verlangten sie einen Zeitrahmen für Gespräche, damit sich diese nicht endlos hinziehen. Israel hat bislang alle Vorbedingungen für die Fortsetzung von Friedensgesprächen abgelehnt.

Die Palästinenser wollen einen unabhängigen Staat ausrufen, der aus dem Westjordanland, dem Gazastreifen sowie einer künftigen Hauptstadt in Ostjerusalem besteht.

(nkk/dpa/REUTERS)

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