England: Krawalle bei Kundgebung von Rechtsextremen

Im nordenglischen Bradford kam es nach einer Kundgebung von Rechtsextremen zu Ausschreitungen. Durch die Stadt mit der größten pakistanischen Gemeinde Großbritanniens schallten Parolen wie "Wir lieben die Flut". Nun fürchten Friedensaktivisten, dass es zu weiteren Krawallen kommt.

Rechtsextreme in Bradford: 13 Menschen wurden festgenommen Zur Großansicht
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Rechtsextreme in Bradford: 13 Menschen wurden festgenommen

Bradford - Rund 700 Rechtsextreme haben in der englischen Stadt Bradford Teilnehmer einer Gegendemonstration mit Flaschen, Steinen und Rauchbomben attackiert. Der Polizei gelang es am Samstag nur mit Mühe, die Gruppen auseinanderzuhalten. Die Ausschreitungen schürten Befürchtungen vor Rassenkrawallen, wie sie die Stadt 2001 erschüttert hatten.

Bradford hat eine der größten pakistanischen Gemeinden Großbritanniens. Anhänger der rechtsextremen English Defence League (EDL) riefen bei der Kundgebung im Stadtzentrum "Gebt uns unser Land zurück", auf Schildern standen Parolen wie "Keine Moscheen mehr" und "Nein zur Scharia". Nach Angaben des "Daily Telegraph" riefen sie auch "Wir lieben die Flut". Die EDL hatte ursprünglich einen Marsch durch die Stadt geplant, der wurde aber verboten.

Zeitgleich zu den EDL-Protesten veranstaltete die Organisation United Against Fascism (UAF, Gemeinsam gegen den Faschismus) eine Gegendemonstration, an der rund 300 Menschen teilnahmen. Die Polizei war mit einem massiven Aufgebot präsent, dennoch gerieten beide Gruppen für kurze Zeit aneinander. Nach Polizeiangaben wurden 13 Menschen festgenommen.

2001 hatte ein Marsch der rechtsextremen Partei National Front in Bradford Rassenkrawalle unter Jugendlichen ausgelöst. Dabei waren mehr als 300 Polizisten verletzt worden. Rund 200 Menschen wurden festgenommen. Ratna Lachmann, die sich für ein Friedensprojekt in Bradford engagiert, sagte am Samstag dem "Daily Telegraph": "Wir haben in den letzten zehn Jahren hart an einem friedlichen Miteinander in der Stadt gearbeitet. Jegliche Gewalt wirft uns um Jahre zurück."

bim/AFP

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