Syrien: Rebellen befreien entführten US-Journalisten

Aufständische in Syrien haben einen US-Journalisten und sein Team aus den Händen einer regierungstreuen Miliz befreit. Beide Gruppen lieferten sich ein Feuergefecht. Die Reporter blieben unverletzt.

Richard Engel (M.) und zwei Mitglieder seines Teams: Nach fünf Tagen befreit Zur Großansicht
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Richard Engel (M.) und zwei Mitglieder seines Teams: Nach fünf Tagen befreit

Damaskus - Fünf Tage dauerte die Entführung von Richard Engel und seinem Team in Syrien. Am Dienstag kamen der für NBC News arbeitende US-Reporter und die Mitglieder seines Produktionsteams unversehrt frei, teilte der Sender mit. Milizionäre und Rebellen hätten sich ein Feuergefecht geliefert. Das TV-Team sei inzwischen in die Türkei in Sicherheit gebracht worden. Engel sagte NBC, seine Entführer hätten den regierungstreuen Schabiha-Milizen angehört.

Engel zählt zu den bekanntesten US-Journalisten, die über den seit März 2011 andauernden Aufstand gegen Syriens Staatschef Baschar al-Assad berichten. Nach NBC-Angaben wurden er und weitere Mitarbeiter des Senders am Donnerstag verschleppt, nachdem sie aus der Türkei nach Syrien eingereist waren. Seitdem gab es bis zu ihrer Befreiung am Montag keinen Kontakt. Auch habe sich niemand zu der Tat bekannt oder Lösegeldforderungen gestellt.

Laut Engel wurden ihm und seinen Kollegen von den Entführern die Augen verbunden und die Hände gefesselt. Sie seien zwar nicht physisch misshandelt worden, doch habe es Scheinhinrichtungen gegeben. "Sie sagten uns, wir sollten entscheiden, wer zuerst erschossen wird", sagte Engel in dem Interview mit NBC. "Als wir uns weigerten, gab es Scheinhinrichtungen. Sie schossen ihr Gewehr in die Luft. Das kann eine sehr traumatische Erfahrung sein."

Die Entführer hätten sie gegen vier iranische Agenten, zwei Libanesen und andere Gefangene der syrischen Rebellen eintauschen wollen, sagte Engel. Auf dem Weg zu einem Stützpunkt der libanesischen Hisbollah in Syrien seien sie dann in einen Kontrollposten der Rebellen geraten. Es habe einen Schusswechsel gegeben, bei dem zwei der Entführer getötet worden seien. Er und sein Team seien kurz darauf unverletzt befreit worden, sagte Engel seinem Sender.

Die Rebellengruppe Ahrar al-Scham erklärte, sie habe fünf ausländische Journalisten befreit. Neben Engel seien ein weiterer US-Bürger, ein Türke, ein Deutsch-Syrer und ein Mann mit britischer und jordanischer Staatsbürgerschaft befreit worden. Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, die Entführer seien geflohen und hätten dabei ihr Fahrzeug mit den Journalisten zurückgelassen. Der Vorfall habe sich westlich von Maarrat Misrin ereignet.

ler/AFP

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insgesamt 51 Beiträge
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1. Edle Rebellen
Peter_Lublewski 18.12.2012
"Rebellen befreien entführten US-Journalisten" Wusst' ich's doch, dass das edle, gutmeinende Rebellen sind. Oder was soll uns mit dieser Meldung suggeriert werden?
2.
lifeguard 18.12.2012
Zitat von sysopAufständische in Syrien haben einen US-Journalisten und sein Team aus den Händen einer regierungstreuen Miliz befreit. Beide Gruppen lieferten sich ein Feuergefecht. Die Reporter blieben unverletzt. Entführung in Syrien: Reporter von NBC-News frei - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/entfuehrung-in-syrien-reporter-von-nbc-news-frei-a-873693.html)
und da heißt immer, die gute regierung kämpft gegen böse rebellen. da sieht man mal wieder, das regierungstreue milizen keinen deut besser sind
3. Die Reporter sind also über die Türkei nach syrien
wachsamer_bürger 18.12.2012
Es ist zwar zu begrüßen das den Reportern nichts passiert ist und sie jetzt wohlauf und wieder frei sind aber... komisch ist doch die Einreise. Es heißt doch immer die syrische Regierung lässt keine westlichen Reporter Einreisen und somit wären die Berichte der Rebellen und natürlich der Regierungsseite nicht überprüfbar.
4.
lifeguard 18.12.2012
Zitat von wachsamer_bürgerEs ist zwar zu begrüßen das den Reportern nichts passiert ist und sie jetzt wohlauf und wieder frei sind aber... komisch ist doch die Einreise. Es heißt doch immer die syrische Regierung lässt keine westlichen Reporter Einreisen und somit wären die Berichte der Rebellen und natürlich der Regierungsseite nicht überprüfbar.
die grenzgebiete im norden zur türkei stehen schon lange nicht mehr unter kontrolle der regierung, dort haben rebellen das sagen. da assit es für reporter einfacher über die türkei als über libanon oder jordanien reinzukommen
5. Der Schlaechter Assad
HappyPrimateIdiot 18.12.2012
Zitat von lifeguardund da heißt immer, die gute regierung kämpft gegen böse rebellen. da sieht man mal wieder, das regierungstreue milizen keinen deut besser sind
gehoert endlich auf den Muellhaufen der Geschichte ! Wer dazu noch mehr Beweise braucht, bekommt sie hier, aus neutraler Quelle : Syria: The descent into Holy War - Comment - Voices - The Independent (http://www.independent.co.uk/voices/comment/syria-the-descent-into-holy-war-8420309.html)
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