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17. Februar 2013, 16:10 Uhr

Nigeria

Milizionäre entführen sieben Ausländer

Bewaffnete Kämpfer haben im Norden Nigerias einen Wachmann getötet und sieben ausländische Arbeiter in ihre Gewalt gebracht. Das Gebiet wird seit Jahren von islamistischen Milizen terrorisiert. Die EU warnt ihre Bürger vor Reisen in die Unruheregion.

Jama'are/Hamburg - Bewaffnete Kämpfer haben im Norden Nigerias sieben Ausländer entführt. Bei dem Überfall auf eine Baustelle des libanesischen Unternehmens Setraco seien ein Brite, ein Italiener, ein Grieche und vier Libanesen gekidnappt worden, berichtete der Regierungschef des nigerianischen Bundesstaates Bauchi. Unter den Geiseln seien auch zwei Frauen. Die Entführten sollen vor allem im Straßenbau tätig gewesen sein. Ein Wachmann sei bei dem Angriff getötet worden.

Vor dem Überfall auf die Baustelle sollen die Kämpfer in der Nacht zum Sonntag vergeblich versucht haben, eine Polizeistation und ein Gefängnis in der Kleinstadt Jama'are zu stürmen. Dabei sollen sie laut einem Sprecher der Sicherheitskräfte zwei Polizeiwagen in Brand gesetzt haben.

Bislang hat sich niemand zu dem Angriff bekannt. Der Norden Nigerias wird jedoch seit Jahren von Anschlägen islamistischer Milizen erschüttert. Erst im vergangenen Monat bekannte sich die Gruppe "Helfer der Muslime in Schwarzafrika" zum Überfall auf einen nigerianischen Militärkonvoi, der auf dem Weg nach Mali war. Im vergangenen Jahr hatte die Gruppe einen Franzosen entführt und dies mit dem Verbot des Gesichtsschleiers in Frankreich begründet.

EU warnt vor Reisen nach Nordnigeria

Die "Helfer der Muslime in Schwarzafrika" stehen seit November 2012 auf der Terrorliste der britischen Regierung. Der Gruppe werden Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida und der islamistischen Bewegung Boko Haram nachgesagt, die für zahlreiche Angriffe auf Christen in Nigeria verantwortlich ist. Dabei wurden allein im vergangenen Jahr knapp 800 Menschen getötet. Ziel der Islamisten ist die Schaffung eines islamischen Staates.

Die Außenministerien von Italien und Griechenland teilten am Sonntag mit, die Sicherheit ihrer Staatsbürger habe oberste Priorität. Die EU-Staaten warnen seit Monaten vor Reisen nach Nordnigeria. Wegen der französischen Militärintervention in Mali sei die Gefahr von Entführungen durch Islamisten weiter gestiegen.

syd/Reuters/AP

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