Nigeria: Milizionäre entführen sieben Ausländer

Bewaffnete Kämpfer haben im Norden Nigerias einen Wachmann getötet und sieben ausländische Arbeiter in ihre Gewalt gebracht. Das Gebiet wird seit Jahren von islamistischen Milizen terrorisiert. Die EU warnt ihre Bürger vor Reisen in die Unruheregion.

Jama'are/Hamburg - Bewaffnete Kämpfer haben im Norden Nigerias sieben Ausländer entführt. Bei dem Überfall auf eine Baustelle des libanesischen Unternehmens Setraco seien ein Brite, ein Italiener, ein Grieche und vier Libanesen gekidnappt worden, berichtete der Regierungschef des nigerianischen Bundesstaates Bauchi. Unter den Geiseln seien auch zwei Frauen. Die Entführten sollen vor allem im Straßenbau tätig gewesen sein. Ein Wachmann sei bei dem Angriff getötet worden.

Vor dem Überfall auf die Baustelle sollen die Kämpfer in der Nacht zum Sonntag vergeblich versucht haben, eine Polizeistation und ein Gefängnis in der Kleinstadt Jama'are zu stürmen. Dabei sollen sie laut einem Sprecher der Sicherheitskräfte zwei Polizeiwagen in Brand gesetzt haben.

Bislang hat sich niemand zu dem Angriff bekannt. Der Norden Nigerias wird jedoch seit Jahren von Anschlägen islamistischer Milizen erschüttert. Erst im vergangenen Monat bekannte sich die Gruppe "Helfer der Muslime in Schwarzafrika" zum Überfall auf einen nigerianischen Militärkonvoi, der auf dem Weg nach Mali war. Im vergangenen Jahr hatte die Gruppe einen Franzosen entführt und dies mit dem Verbot des Gesichtsschleiers in Frankreich begründet.

EU warnt vor Reisen nach Nordnigeria

Die "Helfer der Muslime in Schwarzafrika" stehen seit November 2012 auf der Terrorliste der britischen Regierung. Der Gruppe werden Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida und der islamistischen Bewegung Boko Haram nachgesagt, die für zahlreiche Angriffe auf Christen in Nigeria verantwortlich ist. Dabei wurden allein im vergangenen Jahr knapp 800 Menschen getötet. Ziel der Islamisten ist die Schaffung eines islamischen Staates.

Die Außenministerien von Italien und Griechenland teilten am Sonntag mit, die Sicherheit ihrer Staatsbürger habe oberste Priorität. Die EU-Staaten warnen seit Monaten vor Reisen nach Nordnigeria. Wegen der französischen Militärintervention in Mali sei die Gefahr von Entführungen durch Islamisten weiter gestiegen.

syd/Reuters/AP

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Milizionäre?
hxk 17.02.2013
Zitat von sysopBewaffnete Kämpfer haben im Norden Nigerias einen Wachmann getötet und sieben ausländische Arbeiter in ihre Gewalt gebracht.
Milizionäre sind entweder Mitglieder einer paramilitärischen Polizei oder Angehörige von Streitkräften und es ist nicht anzunehmen, dass die Entführer zu einer der beiden Gruppen gehören. Daher handelt es sich entweder um gewöhnliche Kriminelle oder um islamistische Terroristen.
2. Geiselhandel
seine-et-marnais 17.02.2013
Zitat von sysopBewaffnete Kämpfer haben im Norden Nigerias einen Wachmann getötet und sieben ausländische Arbeiter in ihre Gewalt gebracht. Das Gebiet wird seit Jahren von islamistischen Milizen terrorisiert. Die EU warnt ihre Bürger vor Reisen in die Unruheregion. Entführung von sieben Ausländern in Bauchi in Nordnigeria - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/entfuehrung-von-sieben-auslaendern-in-bauchi-in-nordnigeria-a-883922.html)
Hier hilft nur die Haltung die jetzt Frankreich einnimmt: Nicht zahlen. Denn mit jedem Geldtransfer wird der Terrorismus in dieser Region gefördert. Klingt hart, aber wozu sind Reisewarnungen gut, wenn sich die betroffenen Personen nichts draus machen in der oft falschen Zuversicht dass ihr Land sie da herausholt indem es für sie bezahlt. Den Ländern in der betroffenen Zone Westafrikas, ich persönlich würde da jetzt bereits auch den Maghreb sowie Libyen und Ägypten dazuzählen, sollte doch klar sein was das bedeutet, keine Touristen mehr, schlimmer keine Ausländer die beim Aufbau von Landwirtschaft, Industrie, Infrastruktur wie Strassen, Krankenhäuser mehr helfen, oder für internationale Firmen in dieser Region arbeiten. Das liegt sicherlich nicht im Interesse dieser Länder.
3. einfach nur Raushalten
al_barka 17.02.2013
hilft nicht, denn es interessiert die Extremisten nicht, wenn Volkswirtschaften zusammenbrechen. Gerade darin sehen sie ihre Chance. Aber solange die Verhältnisse in vielen Ländern (nicht nur Afrikas) so sind wie sie sind, gibt es immer gute Gründe zur Radikalisierung.
4. Unglaublich!
denkdochmal 17.02.2013
Zitat von sysopBewaffnete Kämpfer haben im Norden Nigerias einen Wachmann getötet und sieben ausländische Arbeiter in ihre Gewalt gebracht. Das Gebiet wird seit Jahren von islamistischen Milizen terrorisiert. Die EU warnt ihre Bürger vor Reisen in die Unruheregion. Entführung von sieben Ausländern in Bauchi in Nordnigeria - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/entfuehrung-von-sieben-auslaendern-in-bauchi-in-nordnigeria-a-883922.html)
Kämpfer, Milizionäre? Das sind stinknormale Verbrecher. Sonst nichts!
5. Wie geht es eigentlich dem James Foley ?
topodoro 18.02.2013
Zitat von denkdochmalKämpfer, Milizionäre? Das sind stinknormale Verbrecher. Sonst nichts!
Den haben doch auch Kämpfer, Aktivisten der FSA in Syrien entführt. Wie geht es ihm ? Haben die FSA Islamisten ihn inzwischen freigelassen ?
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