Enthüllung brisanter Kriegsdokumente Die Afghanistan-Protokolle

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Von , John Goetz, Hans Hoyng, , und

Die Pannen der leisen Killer: Wenn Drohnen versagen


Der geheime Lagebericht aus der Region "RC East" im Osten Afghanistans liest sich erst wie ein Routineprotokoll. "17. Oktober 2009: Um etwa 1300 erhielt die afghanische Nationalarmee Informationen, dass ungefähr 20 Aufständische sich südlich von ihrer Position in einem ausgetrockneten Flussbett bewegten. Um etwa 1400 wurde der Raven gestartet und flog direkt zur Basis. Wir sahen keinen Feind im Flussbett." Doch dann gibt es Schwierigkeiten beim Flug des Raven, einer der Aufklärungsdrohnen des US-Militärs: "Während der Raven umdrehte, ungefähr 300 Meter von der Basis entfernt, verlor er plötzlich an Höhe und stürzte ab."

Danach wird es hektisch: "Wir versuchten unverzüglich, uns eine Fußpatrouille von der Basis zu sichern, um den Vogel zu retten. Wir bereiteten eine Patrouille mit sechs US-Soldaten und 40 afghanischen Soldaten vor und verlangten Luftunterstützung, um den Absturzort und den Raven überblicken zu können. Während wir das vorbereiteten, bekamen die afghanischen Soldaten kalte Füße und beschlossen, die Patrouille nicht mitzumachen."

Soldaten marschieren schließlich doch los, um nach der abgestürzten Drohne zu suchen - aber müssen umkehren, weil offenbar Aufständische schon auf die Gelegenheit warten, die Soldaten beim Bergungsversuch zu überfallen.

Die Geheim-Memos offenbaren die Kehrseite jener Waffe, die US-Militärs und auch der Präsident als Allheilmittel preisen. In seiner kurzen Amtszeit hat Barack Obama doppelt so viele Einsätze von Drohnen (mehr auf der Themenseite...) außerhalb des engeren Kriegsschauplatzes in Afghanistan befohlen wie sein als kriegslüstern geltender Vorgänger George W. Bush.

Die unbemannten Killer können mehr als 20 Stunden in der Luft verharren, und dann blitzschnell töten. Aber sie sind nicht immer zuverlässig: Nach offiziellen Angaben sind bisher 38 Predator- und Reaper-Drohnen im Kampfeinsatz in Afghanistan und im Irak abgestürzt, neun weitere bei Testflügen auf Militärbasen in den USA. Jeder Crash kostet zwischen 3,7 und 5 Millionen Dollar.

Unfallberichte des US-Verteidigungsministeriums zeigen: Systemstörungen, Computerfehler und menschliches Versagen sind beim Drohneneinsatz häufig. Offenbar wurden ernste Probleme ignoriert, weil alles so schnell gehen musste. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und dem hastigen Beginn des Afghanistan-Feldzuges war die neue Waffe sofort gefragt. "Die Drohnen waren damals gar nicht fertig für den Kriegseinsatz", sagt Travis Burdine, Manager der Air Force Unmanned Aircraft Systems Task Force. "Wir hatten keine Zeit, Probleme auszubügeln." Das deckt sich mit zahlreichen Berichten aus dem Logbuch des Krieges. Die leisen Killer verursachen ziemlich laute Pannen.

Den US-Militärs machen nicht allein die Kosten der Abstürze Sorgen. Gerade die kleineren Aufklärungsdrohnen sind vollgepackt mit komplexer Computertechnik - die dem Feind partout nicht in die Hände fallen sollte. Sowohl Reaper als auch Predator verfügen über eine sogenannte Zero-out-Funktion, mit denen sich alle Daten per Fernsteuerung löschen lassen. Doch die versagt bisweilen. Aus Angst, dem Feind könnten wertvolle Informationen in die Hände fallen, wird so jeder Drohnenabsturz zur aufwendigen und gefährlichen Bergungsaktion.

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Forum - Ist der Afghanistankrieg noch zu gewinnen?
insgesamt 4924 Beiträge
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Gandhi, 25.07.2010
1. Wie oft soll dieser Krieg
Zitat von sysopFast 92.000 US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg sind an die Öffentlichkeit gelangt. Sie enthüllen die wahre Dimension des Militäreinsatzes - das Wirken der amerikanischen Task Force 373, die Probleme der Bundeswehr, die Zusammenarbeit pakistanischer Geheimdienstler mit den Taliban. Kann der Westen den Krieg am Hindukusch noch gewinnen?
denn noch gewonnen werden? Wie oft sollen wir uns denn noch anhoeren muessen, dass jetzt die entscheidenden 6 Monate kommen? Dass, wenn "wir" alles richtig machen, der Krieg dann gewonnen ist. Ich kann es schon gar nicht mehr hoeren. Das Einzige, was diesen Krieg beendet, ist ein Ereignis, bei dem eine grosse Menge Soeldner sich aus dieser Welt verabschieden. Dann wird der politische Druck so gross, dass das Gerede davon, dass Freiheit und Demokratie in Afghanistan die Opfer wert sind, untergeht im Protest. Die Afghanen sollen ihren eigenen Weg gehen, ihre eigenen Probleme loesen. Von aussen koennen deren Probleme auch nicht in 10 oder 20 Jahren geloest werden.
ayamo, 25.07.2010
2. Titel
Plain and simple? Ein militärischer Sieg? Auf gar keinen Fall. Irgendein schaler Verhandlungsfrieden mit den Taliban wäre allerdings auch nicht ideal, da diese sich nicht an solche Verträge/Vereinbarungen halten.
kleenermann 25.07.2010
3.
Zitat von sysopFast 92.000 US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg sind an die Öffentlichkeit gelangt. Sie enthüllen die wahre Dimension des Militäreinsatzes - das Wirken der amerikanischen Task Force 373, die Probleme der Bundeswehr, die Zusammenarbeit pakistanischer Geheimdienstler mit den Taliban. Kann der Westen den Krieg am Hindukusch noch gewinnen?
Wie oft soll diese Frage noch gestellt werden? Nein, man kann ihn nicht gewinnen.
edgarzander 25.07.2010
4. Wo ist der Aha-Effekt?
Zitat von sysopFast 92.000 US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg sind an die Öffentlichkeit gelangt. Sie enthüllen die wahre Dimension des Militäreinsatzes - das Wirken der amerikanischen Task Force 373, die Probleme der Bundeswehr, die Zusammenarbeit pakistanischer Geheimdienstler mit den Taliban. Kann der Westen den Krieg am Hindukusch noch gewinnen?
Enthüllungen? Ich hätte mir da ein bischen mehr erwartet und war nach dem Durchlesen des Artikels irgendwie enttäuscht. Ist doch alles inzwischen mehr oder weniger bekannt...
machorka-muff 25.07.2010
5. red herring
der westen kann und braucht in afghanistan nicht zu gewinnen: abmarsch! die sache mit der enthüllung brisanter kriegsdokumente riecht faul - wahrscheinlich der nächste verarschungs coup der cia.
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