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Entwicklungshilfe Warum die Helfer in Afrika versagen

Hilfe für Afrika: Abhängigkeiten statt Fortschritt
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2. Teil: Schädliche Geschenke

Dem Sinn subsidiären Helfens widerspricht es, jemandem etwas zu schenken, das er sich selbst erarbeiten könnte. In der Meinung, Armen Gutes zu tun, haben wir im Laufe der Jahrzehnte viel zu viel geschenkt: von der Hirsemühle für eine Dorfgemeinschaft bis zum GTZ-Expertenrat für ein Ministerium. Ein wesentlicher Teil der deutschen bilateralen Hilfe, die sogenannte Technische Zusammenarbeit, die bei mehr als anderthalb Milliarden Euro pro Jahr liegt, wird als Zuschuss gegeben - und damit geschenkt. Darüber hinaus bekommen alle am wenigsten entwickelten Länder ihre Hilfe grundsätzlich als Zuschuss. Zwei Drittel der Länder Schwarzafrikas gehören zu dieser Gruppe.

Diese Dauergaben haben aus Partnern Bettler gemacht, die das Geschenkte oft nicht geachtet, folglich nicht instandgehalten haben. Von Ausnahmen abgesehen - zumal von der Nothilfe - war und ist Gratis-Hilfe grundsätzlich falsch.

Mit geschenkter Hilfe werden Menschen zur Untüchtigkeit erzogen. Auf diese Weise ist in Afrika bereits ein hohes Maß an Weltfremdheit erzeugt worden, auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Es ist an der Zeit, die Partner an Normalität zu gewöhnen: Wer wirtschaftlich etwas bewegen will und das dazu nötige Geld nicht hat, muss es sich leihen und zurückzahlen. Dass alle entwicklungswilligen Menschen Zugang zu Krediten bekommen, dazu kann externe Hilfe allerdings einen wesentlichen Beitrag leisten, vor allem durch Förderung des Mikrokreditwesens.

Fixierung auf finanzielle Größen

Der Drang ausländischer Helfer, in begrenzter Zeit Resultate vorweisen zu können, fördert quantitatives Denken und verdrängt den Gedanken an die Stärkung endogener Entwicklung. Zu diesen Verirrungen gehört das 40 Jahre alte Ziel der Geberstaaten, 0,7 Prozent ihres Sozialprodukts für Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen.

Es hat keinen Sinn, erst über Beträge zu sprechen und dann über die Aufgaben, die damit finanziert werden sollen. Das Schlimmste an der Diskussion: Sie konzentriert sich auf finanzielle Größen - und leistet damit dem verheerenden Denken Vorschub, mehr bringe mehr, mehr Geld bedeute mehr Entwicklung. Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte werden nicht zur Kenntnis genommen.

Stattdessen dürfen bei unseren Regierenden Leute wie Bono, Geldof und Co. ein- und ausgehen, die die Mehr-Geld-Idee propagieren und sich damit als Verhinderer afrikanischer Entwicklung zu erkennen geben.

Entwicklungshilfe? Eine Begriffsverwirrung

Über Zahlen zu reden ist einfacher, als die qualitativen Wirkungen von Entwicklungshilfe zu bewerten. Was wir tun, kann nicht Entwicklung anderer sein. Nur endogene Entwicklung verdient diesen Namen, also das, was Menschen und Gesellschaften kraft ihres Geistes und ihrer Hände aus sich selbst heraus leisten. Niemand kann von außen entwickelt werden.

Wenn mit Entwicklungshilfe in Afrika Wasserleitungen und Straßen gebaut werden - stimuliert und stärkt das die Anstrengungen der Einheimischen? Oder könnte es sein, dass das Gegenteil stimmt: Je mehr wir tun, desto wahrscheinlicher ist, dass sich unsere Partner zurücklehnen, weil die Dinge durch ausländischen Beistand zu ihrer Zufriedenheit geregelt werden. Obwohl Letzteres sich tausendfach erwiesen hat, wird es von Entwicklungsfunktionären mit frappierender Stetigkeit übersehen.

Wenn neue Milliardenbeträge in Klima-, Aids- und andere Fonds fließen, mag das geboten sein, aber es hat nichts mit Entwicklungshilfe zu tun. Diese Zahlungen werden nicht dazu führen, dass beispielsweise die politisch Verantwortlichen in den Sahel-Ländern sich zukünftig stärker bemühen werden, aus eigener Kraft etwas gegen die Bodenerosion zu tun. Diese Länder hätten längst vieles in dieser Richtung tun können, übrigens auch durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für die Heere arbeitsloser Jugendlicher. Wo etwas passierte, kam es in der Regel durch ausländische Initiative zustande und nicht auf endogene Weise.

Die Hilfe geht an den Menschen vorbei

Unsere Entwicklungshilfe hat eigene Anstrengungen in Afrika nicht genug gefördert und häufig sogar behindert, weil unsere Hilfe zu wenig subjekt- und zu sehr objektorientiert war. Zu oft stand nicht der Mensch im Mittelpunkt, sondern das Projekt oder das Programm. Dadurch wurde sie zur Hilfe, die am Menschen vorbeigeht.

Dieses Verhalten hat große Teile Afrikas in einen würdelosen Zustand versetzt. Das riesige weltweit organisierte Netz von Hilfeagenturen wird sie mit noch so viel Geld nicht daraus befreien.

Das wird den Afrikanern nur aus eigener Kraft gelingen.

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insgesamt 2471 Beiträge
onemanshow 23.04.2009
Ganz einfach: Indem man keine „Bürgerkriege und Krisen“ erzeugt umd am Köcheln hält, um nach dem Prinzip „Teile und Herrsche“, ,wie seit Jahrhunderten von allen Kolonialmächten praktiziert, Ressourcen zum Vorzugspreis [...]
Zitat von sysop20 Jahre wütete der Bürgerkrieg im Norden Ugandas - seine Auswirkungen vergiften auch das Leben im Frieden. Wie soll aus Kindersoldaten, Vergewaltigten, Waisen und Greisinnen eine Gesellschaft wachsen? Wie kann den Bürgerkriegen und Krisen in Afrika besser begegnet werden?
Ganz einfach: Indem man keine „Bürgerkriege und Krisen“ erzeugt umd am Köcheln hält, um nach dem Prinzip „Teile und Herrsche“, ,wie seit Jahrhunderten von allen Kolonialmächten praktiziert, Ressourcen zum Vorzugspreis abzugreifen.
Maddox 23.04.2009
Dazu sollten sich die Afrikaner äußern. Vielleicht in dem sie etwas gegen Korruption, Stammesdenken etc. unternehmen ?
Zitat von sysop20 Jahre wütete der Bürgerkrieg im Norden Ugandas - seine Auswirkungen vergiften auch das Leben im Frieden. Wie soll aus Kindersoldaten, Vergewaltigten, Waisen und Greisinnen eine Gesellschaft wachsen? Wie kann den Bürgerkriegen und Krisen in Afrika besser begegnet werden?
Dazu sollten sich die Afrikaner äußern. Vielleicht in dem sie etwas gegen Korruption, Stammesdenken etc. unternehmen ?
BillBrook 23.04.2009
Da weigert sich wieder einer, Afrikaner hls selbständig handelnde Menschen zu sehen. Wie man so etwas gemeinhin nennt, dürfte klar sein.
Zitat von onemanshowGanz einfach: Indem man keine „Bürgerkriege und Krisen“ erzeugt umd am Köcheln hält, um nach dem Prinzip „Teile und Herrsche“, ,wie seit Jahrhunderten von allen Kolonialmächten praktiziert, Ressourcen zum Vorzugspreis abzugreifen.
Da weigert sich wieder einer, Afrikaner hls selbständig handelnde Menschen zu sehen. Wie man so etwas gemeinhin nennt, dürfte klar sein.
eulenspiegel 47 23.04.2009
Blah, blah, blah! Immer das gleiche Geleier: Die Schwarzen sind klug und weise und werden nur von den gemeinen Weißen angestiftet sich Arme und Beine abzuhacken.
Zitat von onemanshowGanz einfach: Indem man keine „Bürgerkriege und Krisen“ erzeugt umd am Köcheln hält, um nach dem Prinzip „Teile und Herrsche“, ,wie seit Jahrhunderten von allen Kolonialmächten praktiziert, Ressourcen zum Vorzugspreis abzugreifen.
Blah, blah, blah! Immer das gleiche Geleier: Die Schwarzen sind klug und weise und werden nur von den gemeinen Weißen angestiftet sich Arme und Beine abzuhacken.
onemanshow 23.04.2009
Sehen Sie sich in der Lage, die Tatsachen, die in Artikeln wie diesem ... „Kampf um Kongos Rohstoffe" (http://www.heise.de/bin/tp/issue/r4/dl-artikel2.cgi?artikelnr=29107&mode=print) ... geschildert werden, zu [...]
Zitat von BillBrookDa weigert sich wieder einer, Afrikaner hls selbständig handelnde Menschen zu sehen. Wie man so etwas gemeinhin nennt, dürfte klar sein.
Sehen Sie sich in der Lage, die Tatsachen, die in Artikeln wie diesem ... „Kampf um Kongos Rohstoffe" (http://www.heise.de/bin/tp/issue/r4/dl-artikel2.cgi?artikelnr=29107&mode=print) ... geschildert werden, zu widerlegen ? Was früher „Kolonialismus“ war, nennt man heute, Orwell würde im Grab rotieren, „freien Welthandel“. Geändert hat sich nicht viel. Korrupte lokale Eliten, Warlords und Milizen werden als Strohmänner gesteuert, die Bodenschätze abgegriffen, auf die Bevölkerung ist geschi... Im Schnitt bleiben von den Erträgen 3% im Land, der Rest geht an die Multis. Und von diesen 3% zahlen die Länder (Ghana z.B.) noch den Kredit + Zinsen ab, den die Weltbank dem Land aufgezwungen hat, um, bitte anschnallen, die Erschließung ebenjener ghanaischen Goldvorkommen zu finanzieren.
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Zur Person

Kurt Gerhardt war von 1968 bis Ende 2007 Journalist im WDR-Hörfunk. Als früherer Landesbeauftragter des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) im westafrikanischen Niger kennt er die Problematik der Afrikahilfe aus eigener Anschauung. Er gehört zu den Mitbegründern der politischen Initiative "Grundbildung in der Dritten Welt" und des Vereins "Makaranta e.V." zur Förderung der Grundbildung in Afrika. Er ist außerdem Mitinitiator des "Bonner Aufrufs - Für eine andere Entwicklungspolitik!"


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