Minister verteilt Armee-Mützen in Afrika: Niebel geht in die Käppi-Offensive

Die speckige Bundeswehrmütze ist auf Auslandsreisen sein Markenzeichen - nun beglückt Entwicklungsminister Dirk Niebel damit auch die Gastgeber: Beim Besuch in Sierra Leone bekam jedes Mitglied der Delegation eine Käppi-Kopie.

Entwicklungsminister Niebel: Der Mützen-Mann Fotos
DPA

Berlin/Freetown - Wer einmal in seinem Büro zu Besuch war, den kann die Käppi-Offensive des Ministers nicht komplett überraschen: Kistenweise stehen dort Kopien der Bundeswehrmütze von Dirk Niebel, die bei Auslandsreisen zum Markenzeichen des FDP-Politikers geworden sind. Der Entwicklungsminister war Fallschirmjäger und ist Hauptmann der Reserve. Nun beglückt Niebel seine Gastgeber mit den Mützen - so beispielsweise beim aktuellen Besuch im westafrikanischen Sierra Leone.

In der Hauptstadt Freetown bekam jedes Mitglied der Delegation eine Käppie-Kopie, unter anderem die stellvertretende Außenministerin Emu Jusu. Stolz posierte sie anschließend mit dem ebenfalls bemützten Niebel - der allerdings trug das Original auf dem Kopf.

Niebel ist der erste Bundesminister, der Sierra Leone nach dem Ende des blutigen Bürgerkriegs besucht, der von 1991 bis 2002 weite Teile des Landes verwüstete. Am Dienstagabend wollte er nach Burkina Faso weiterreisen.

Die Mützen-Bescherung kostet den deutschen Steuerzahl keinen Cent - darauf legt der FDP-Politiker Wert: Die Initiative "Cotton made in Africa" der Stiftung Aid by Trade des Hamburger Unternehmers Michael Otto hat dem Ministerium tausend Mützen geschenkt. Die Initiative leistet Hilfe zur Selbsthilfe, in dem sie Anbau und Handel nachhaltiger Baumwolle fördert.

Niebel, der zuletzt wegen der BND-Teppichaffäre unter Beschuss stand, gab sich in Sierra Leone gewohnt selbstbewusst in Sachen Käppi: "Das Original wird irgendwann im Haus der Geschichte hängen."

flo/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Herr, wirf Hirn vom Himmel
Squalus 07.08.2012
Statt sich endlich von dieser über alle Maßen albernen Landser-Verkleidung zu verabschieden, macht er sie jetzt auch noch zum Exportschlager. Was für ein Blödsinn.
2. Auch eine Armee-Mütze kann zur Völkerverständigung beitragen
neanderspezi 07.08.2012
Da dieser angesehene Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel den Wert seiner Mütze nicht hinter seinem Amt verstecken möchte, ist leicht nachzuvollziehen, dass er dieses Beiwerk seiner selbst zur Beglückung seiner Gastgeber austeilt, wann immer sich dafür eine Lücke in der Zeremonie gegenseitiger Bekundungen erkennen lässt. Das anschließende Fotoshooting so traut beieinander gehört nach solchem Transfer selbstverständlich auch dazu, um die Bedeutsamkeit des Ereignisses für nachfolgende Generationen festzuhalten.
3.
meging 07.08.2012
Zitat von SqualusStatt sich endlich von dieser über alle Maßen albernen Landser-Verkleidung zu verabschieden, macht er sie jetzt auch noch zum Exportschlager. Was für ein Blödsinn.
Na lieber Mützen die vor nem Sonnenstich schützen, als Waffen.
4. oh man
space-bauer 07.08.2012
Zitat von SqualusStatt sich endlich von dieser über alle Maßen albernen Landser-Verkleidung zu verabschieden, macht er sie jetzt auch noch zum Exportschlager. Was für ein Blödsinn.
Niebel: "Meine Mütze trage ich seit 25 Jahren - und die werde ich auch weiter tragen, wenn ich mich in unwirtlichen Gebieten außerhalb von Gebäuden aufhalte." Tragen Sie nichts Individuelles ? Wäre Ihnen ein Seppel-Hut lieber ?
5. Bundeswehr-Mütze?
GSchelhase 07.08.2012
Zitat von sysopDie speckige Bundeswehr-Mütze ist auf Auslandsreisen sein Markenzeichen - nun beglückt Entwicklungsminister Dirk Niebel damit auch die Gastgeber: Beim Besuch in Sierra Leone bekam jedes Mitglied der Delegation eine Käppi-Kopie. Entwicklungsminister Niebel verteilt im Ausland Bundeswehr-Mützen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,848746,00.html)
und ich hab immer gedach das ist ein Pachtackermütze.
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