Mali: 16 Islamisten sterben bei blutigen Kämpfen um Gao
Malis Städte sind befreit, doch von Frieden ist keine Rede. In Gao beendeten malische und französische Truppen einen Überfall der Islamisten blutig, 16 Angreifer starben. Die Rebellen attackieren blitzschnell aus ihren Wüstenverstecken, setzen sogar Raketen ein.
Bamako - Eigentlich sollen die französischen Truppen schon im März aus Mali abziehen. So will es Präsident François Hollande. Doch ein rascher Abschied der Einheiten aus dem Krisengebiet erscheint immer unwahrscheinlicher - die Islamisten leisten gerade im Norden des Landes heftigen Widerstand. Bei Kämpfen in der Wüstenstadt Gao starben am Donnerstag mindestens 16 Rebellen.
Sechs malische Soldaten seien bei den Gefechten verletzt worden, berichtete das nationale Radio des westafrikanischen Landes am Freitag. Die Kämpfe, bei denen die malische Armee von Truppen aus Frankreich und Niger unterstützt wurde, waren am Mittwoch ausgebrochen.
Die Islamisten hätten für kurze Zeit das Rathaus der Stadt und die Residenz des Gouverneurs besetzt, seien dann aber wieder vertrieben worden. Gao liegt 1200 Kilometer nordöstlich der malischen Hauptstadt Bamako.
Dabei beschränkte sich die Gegenwehr der Islamisten nicht mehr "nur" auf Gewehrfeuer. In Gao schossen sie zwei Raketen auf Posten des Militärs. Der Angriff geht nach Angaben der französischen Armee vermutlich auf das Konto der "Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika" (Mujao). Einheiten dieser islamistischen Gruppe seien auch in der Vergangenheit für Attacken verantwortlich gewesen.
Die Regierungstruppen hatten Gao - eine ehemalige Islamistenhochburg - im vergangenen Monat eingenommen. Dabei waren sie zunächst auf wenig Gegenwehr gestoßen. Die Islamisten hatten, ähnlich wie auch in der legendären Wüstenstadt Timbuktu, ihre Posten kampflos geräumt und sich rasch zurückgezogen. Besonders mit Blick auf die technische Übermacht des französischen Militärs wollten sie größere militärische Konfrontationen vermeiden.
Ideale Verstecke in der Wildnis
Beobachter gehen allerdings davon aus, dass die Islamisten in den extrem unwegsamen Gebieten im Norden des Landes ein ideales Rückzugsgebiet vorgefunden haben. Verfolger haben kaum eine Chance, die ortskundigen Kämpfer in der Sahara-Region aufzuspüren. In Gegenden wie dem Ifoghas-Gebirge im äußersten Nordosten des Landes haben diese in Höhlen und Gängen Lager eingerichtet und können lange ausharren. Dort starb am Dienstag ein französischer Soldat bei einem Gefecht.
Aus der Wildnis heraus können sie nun ihre Taktik der Nadelstich-Angriffe ausspielen. Immer wieder schlagen sie schnell zu - und flüchten wieder in die Wüste. So waren die rund 40 Rebellen vor wenigen Tagen offenbar über den Fluss Niger erneut in die Stadt Gao eingedrungen. Immer mehr verlegen sie sich dabei auch auf Terroraktionen. In der Stadt Kidal explodierte am Donnerstag eine Autobombe, mindestens zwei Zivilisten wurden verletzt.
Seit Freitag ist die Region offiziell wieder unter Kontrolle der von den Franzosen angeführten Militäroffensive zur Befreiung von Nord-Mali. Diese hatte vor sechs Wochen begonnen. Seither konnten die internationalen Truppen große Erfolge verbuchen.
jok/AFP/dpa
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- Freitag, 22.02.2013 – 13:27 Uhr
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Bevölkerung: 15,370 Mio. Einwohner
Fläche: 1.240.194 km²
Hauptstadt: Bamako
Staatsoberhaupt:
Dioncounda Traoré (interimistisch)
Regierungschef: Django Sissoko
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