Abhöraffäre um Erdogan Offenbar neue Festnahmen in der Türkei

In der Abhöraffäre um Präsident Erdogan hat es angeblich neue Festnahmen gegeben. Zeitungsberichten zufolge seien 18 Verdächtige betroffen, darunter auch der frühere Leiter des Polizeigeheimdienstes.

Präsident Erdogan: Neue Festnahmen von Polizisten
AFP

Präsident Erdogan: Neue Festnahmen von Polizisten


Ankara - In der Türkei sind erneut mehrere Polizisten wegen des Vorwurfs regierungsfeindlicher Aktivitäten festgenommen worden. Ihnen werde vorgeworfen, in illegale Abhöraktionen gegen den damaligen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan verwickelt gewesen zu sein, berichtete die türkische Tageszeitung "Hürriyet".

Unter den 18 Verdächtigen sind laut "Today's Zaman" auch der frühere Leiter des Polizei-Geheimdienstes, Ömer Altiparmak, und der ehemalige Vizechef der Polizei in Ankara, Lokman Kircili. Seit Juli wurden im Zusammenhang mit der Affäre bereits mehrere Dutzend Polizisten festgenommen.

Einige ranghohe Beamte wurden unter anderem wegen Spionage und Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Den Festgenommenen wird zur Last gelegt, als Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen parallele Strukturen im Staatsapparat gebildet und einen Sturz der Regierung angestrebt zu haben.

Die Festnahmen stehen im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen gegen Erdogan und seine Regierung, die im Dezember bekannt wurden. Sie sollen durch das Abhören hunderter Telefongespräche aufgedeckt worden sein. Erdogan war Ende August ins Präsidentenamt gewechselt und bestreitet die Vorwürfe vehement. Er entließ in diesem Zusammenhang bereits tausende Polizisten und Staatsanwälte.

bka/AFP



insgesamt 15 Beiträge
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optional_muenchen 21.10.2014
1. da geht noch was...
bis RTE alle, wirklich alle Mannen von Fethullah Gülen, die er ja einst höchst selbst in Amt und Würden gebracht hat, bis er die also wirklich ALLE mundtot gemacht hat, werden wohl noch einige Tage ins Land gehen.
e_d_f 21.10.2014
2. Die Türkei ...
... entwickelt sich immer mehr zum repressiven Polizeistaat unter zunehmend autokratischer Herrschaft einer einzigen dominierenden Führerfigur, R. T. Erdogan.
DUWN01 21.10.2014
3. Weg in die Diktatur
Ein Land, das "regierungsfeindliche Aktivitäten" unter Strafe stellt, ist bereits diktatorisch. Denn jede Opposition ist regierungsfeindlich, aber nicht gegen Staat und Verfassung. Schon Bismarck sagte: "Gegen die Regierung mit allen Mitteln zu kämpfen, ist Grundrecht und Sport eines jeden Deutschen." Dieses Recht muss auch für die Türken (in der Türkei) gelten oder für die Russen, um ein Beispiel zu nennen.
knowit 21.10.2014
4. Wenn der Umsturz
nicht bald kommt, wird er bald undurchführbar, weil Erdogan alle relevanten Personen ist Apparats unter Kontrolle beziehungsweise mit eigenen Leuten besetzt haben wird. Dann kann der Umsturz nur von innen kommen, aber das wird sehr lange dauern.
leon2680 21.10.2014
5. @duwn01
Das Recht was Sie ansprechen gilt in Deutschland mittlerweile auch nicht mehr. Leider. Oder erkennt in Deutschland die Opposition? Die Demokratie scheint sich überholt zu haben. Wenn Lobbyisten in Ministerien sitzen, wenn Politiker in die Wirtschaft wechseln, oder aus der Wirtschaft kommen, wenn das Volk systematisch verdummt wird, wenn die Kanzlerin für die US-Interessen und gegen das eigene Volk arbeitet, wenn alles, aber auch alles immer "alternativlos" ist, dann sehe ich beim besten Willen keine Demokratie in Deutschland. MfG
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