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Gräueltaten an Armeniern: Erdogan bestreitet Völkermord

Türkischer Präsident Erdogan (Archiv): Auch Muslime haben durch Armenier Schaden erlitten Zur Großansicht
AP/dpa

Türkischer Präsident Erdogan (Archiv): Auch Muslime haben durch Armenier Schaden erlitten

Rund 1,5 Millionen Armenier sollen im Osmanischen Reich hingerichtet worden sein. Der türkische Präsident Erdogan hält die Behauptungen für übertrieben und fordert eine wissenschaftliche Untersuchung.

Istanbul - Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat eine Kampagne gegen sein Land beklagt: Es werde versucht, mit "Völkermord"-Behauptungen Feindseligkeiten gegen die Türkei zu schüren. Er bezog sich dabei auf Gräueltaten an Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs.

Armenier wurden 1915 im Osmanischen Reich systematisch getötet. Am 100. Jahrestag im April gedenken sie den Massakern an ihrem Volk. Nach armenischen Angaben starben während des Ersten Weltkriegs mehr als 1,5 Millionen Menschen unter Verantwortung der damaligen jung-türkischen Regierung.

Die Türkei hält diese Zahlen für übertrieben und lehnt es ab, im Zusammenhang mit den Gräueltaten von Genozid zu sprechen. Zudem seien von der Gewalt während des Ersten Weltkriegs nicht nur Armenier betroffen gewesen, sagte Erdogan: "Es gab Hunderttausende Muslime, die durch Armenier Schaden erlitten."

Die politischen Beziehungen zwischen der Türkei und dem Nachbarland Armenien sind angespannt. Erdogan rief die Armenier zur wissenschaftlichen Untersuchung der geschichtlichen Hintergründe auf.

Zahlreiche Parlamente sowie internationale Organisationen bezeichnen die Vertreibung und Vernichtung der Armenier heute als Völkermord. Die Bundesregierung spricht offiziell nicht von einem Genozid. Das Deutsche Kaiserreich war während der Gräueltaten im Ersten Weltkrieg enger Verbündeter des Osmanischen Reiches.

kry/dpa

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