Grubenunglück in Soma Erdogan-Vertrauter tritt Demonstranten

Ein Berater des türkischen Premiers Erdogan hat auf einen Demonstranten im Unglücksort Soma eingetreten. Das Foto von der Attacke könnte zum Symbol werden für das Verhalten der Regierung nach dem Grubenunglück.


Soma - Der Demonstrant im türkischen Soma liegt am Boden, versucht seinen Körper mit seinen Armen zu schützen. Zwei Polizisten in militärischer Uniform sind über ihn gebeugt. Ein Anzugträger holt aus, um auf den liegenden Mann einzutreten.

Der Anzugträger auf dem Foto ist Yusuf Yerkel. Der enge Berater von Recep Tayyip Erdogan begleitete den Ministerpräsidenten am Mittwoch bei seinem Besuch in der Stadt, in der bei einem Grubenunglück bislang mehr als 280 Menschen getötet wurden. Das Bild von Yerkels Tritt verbreitet sich schnell in den sozialen Netzwerken und könnte zum Symbol werden für den Umgang der Regierung Erdogan mit dem Unglück von Soma, der von vielen als arrogant wahrgenommen wird.

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Yerkel: Die Tritte des Beraters
Yerkel hat bestätigt, dass er auf dem Bild zu sehen ist. Laut der englischsprachigen Ausgabe der Zeitung "Hürriyet" verteidigt er sein rabiates Auftreten: Der Mann sei ein militanter Linksradikaler gewesen. "Er hat mich und den Ministerpräsidenten angegriffen und beleidigt. Soll ich da ruhig bleiben?" Gegenüber dem türkischsprachigen Sender der BBC kündigte Yerkel für Donnerstag eine Erklärung zu dem Vorfall an.

Das Unglück wird mehr und mehr zum politischen Problem für die Regierung Erdogan: Die Gewerkschaften haben für Donnerstag zu einem landesweiten Streik aufgerufen. Die Beschäftigten sollten einen Tag lang die Arbeit ruhen lassen, forderten die vier Gewerkschaftsverbände. Kritiker werfen der Regierung vor, trotz Sicherheitsbedenken eine schützende Hand über das Kohlebergwerk gehalten zu haben.

Erdogan hatte die schlechte Sicherheitsbilanz der Bergwerke in seinem Land nach einem Besuch am Katastrophenort am Mittwoch heruntergespielt. "Solche Unfälle passieren ständig", sagte er. "Ich schaue zurück in die englische Vergangenheit, wo 1862 in einem Bergwerk 204 Menschen starben."

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ade/fab/dpa/Reuters

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