USA Staatsanwalt überprüft Stiftung von Trump-Sohn Eric

Hat die Eric Trump Foundation Spendengelder anders verwendet als versprochen? Ist das Geld gar an Vater Donald geflossen? Der New Yorker Staatsanwalt will die Wohltätigkeitsorganisation nun überprüfen.

Eric und Donald Trump bei einer Spendenaktion
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Eric und Donald Trump bei einer Spendenaktion


Eine Runde Golf spielen und dabei Gutes tun: Das Konzept der Eric Trump Foundation ist simpel und erfolgreich. Alljährlich lädt die Wohltätigkeitsorganisation reiche Investoren, Freunde der Familie und C-Promis zu einem Golfturnier auf dem Trump National Golf Club im US-Bundesstaat New York ein - und sammelt von ihnen dabei Spenden in Millionenhöhe für krebskranke Kinder.

Das Beste: Weil die Stiftung den familieneigenen Golfplatz kostenlos nutzen dürfe, komme das gesamte Geld den Kindern zugute. Sagt jedenfalls Stiftungsgründer Eric Trump, der dritte Sohn des US-Präsidenten. Ganz so scheint es aber nicht zu sein.

Trump National Golf Club Westchester
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Trump National Golf Club Westchester

Anfang der Woche berichtete das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" unter Berufung auf Steuerdokumente der Stiftung, Donald Trumps Firma, die Trump Organization, habe sehr wohl Miete für die Nutzung des Golfplatzes bekommen. Zusammen mit anderen Überweisungen an unbekannte Empfänger summieren sich die Zahlungen dem Bericht zufolge auf mehr als 1,2 Millionen Dollar. Und nicht nur das.

Auch an die Donald J. Trump Foundation, gegen die bereits ermittelt wird, soll Eric Trumps Organisation demnach 100.000 Dollar Spendengelder überwiesen haben. Weitere 500.000 Dollar sollen an andere Wohltätigkeitsorganisationen weitergespendet worden sein, von denen laut "Forbes" viele wiederum mit anderen Mitgliedern der Trump-Familie verbunden sind.

New Yorker Generalstaatsanwalt will Vorwürfen nachgehen

Ob es sich bei den Überweisungen um Irreführung der Spender handelt, ob gegen Steuervorschriften oder andere Gesetze verstoßen wurde, ist nicht sicher. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman sieht aber offenbar hinreichende Gründe, sich der Sache anzunehmen. Wie die "Washington Post" berichtet, teilte ein Sprecher mit, "die Generalstaatsanwaltschaft prüft Vorwürfe gegen die Eric Trump Foundation, die der 'Forbes'-Bericht aufgeworfen hat".

Außerdem habe die Stiftung sich in "Curetivity" umbenannt und bereits Spendenaktionen unter diesem Namen durchgeführt, es aber laut "Washington Post" versäumt, die Namensänderung den zuständigen Behörden mitzuteilen.

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Diese Trumps: Wer ist wer im Familienclan?

Die Untersuchungen könnten für Donald Trump unangenehm werden. "Forbes" zufolge war es der US-Präsident, der die Rechnungen an die Wohltätigkeitsorganisation seines Sohnes angewiesen hat. Demnach war die Nutzung des Golfplatzes alles andere als kostenlos: In den ersten vier Jahren des Wohltätigkeitsturniers stellte Trumps Firma der Stiftung rund 50.000 Dollar in Rechnung.

2011, im fünften Jahr der Veranstaltung, verdreifachte sich der Preis fast auf mehr als 140.000 Dollar - angeblich auf Anweisung von Donald Trump persönlich. Für das vorerst letzte Turnier im Jahr 2015 waren die Kosten sogar auf weit über 300.000 Dollar gestiegen. Wofür das Geld genau ausgegeben wurde, ist laut "Forbes" unklar - die Eric Trump Foundation habe keine plausible Erklärung gegeben.

nck



insgesamt 82 Beiträge
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Alias_aka_InCognito 10.06.2017
1. Die Trumps als Wohltäter
Dass die Trumps überhaupt etwas an karitativen Absichten gelegen ist, darf doch arg bezweifelt werden. Die Trumps sind von Grund auf profitorientiert. Sie geben ihren Namen für alles her, was in irgendeiner Weise Geld abwirft. Das können ganz profane Dinge sein. Abe auch das karitative Wesen können sie auch usurpieren, wenn es irgendeiner Weise Gewinn abwirft. Da ist man dem gegenüber nicht abgeneigt und schämt sich auch nicht für die Unglaubwürdigkeit, die man damit ausstrahlt. Diese Familie ist einfach völlig schmerz- und schambefreit.
kwoik 10.06.2017
2. Wen
Überrascht das. Glaubt denn irgendjemand auf diesem Planeten wirklich die Trump Clique hat was mit Wohltätigkeit zu tun. Die einziehe Wohltätigkeit gilt ihrem Geldbeutel. So wie die Personen die eine Audienz bei Trump haben wollen alle in seinem Hotel nächtigen müssen.
Atheist_Crusader 10.06.2017
3.
Ist schon komisch, wie sich die Skandale um diesen "great" and "tremendous" Präsidenten und sein Umfeld häufen. Wenn man's nicht besser wüsste, würde man vermuten, dass man es einfach mit einer Bande außergewöhnlich widerwärtiger Menschen zu tun hätte... Aber für die Trump-Fans sind das natürlich einfach nur weitere Fake News. Trump hat dem Establishment den Kampf angesagt, deswegen soll er weg. Er hat zwar noch gar nichts gegen das politische Establishment getan und das finanzielle Establishment eher noch gestützt... aber macht nichts. Er hat's versprochen. Und wann hätte Trump Jemals ein Versprechen gebrochen? Was war das? Nicht bezahlte Partner, nicht gebaute Mauern, wertlose Gesusdheitsreformen, eine kaum handlungsfähige Regierung? Auch wieder: Alles Fake News. Allmählich müsste Trump-Gefolgschaft doch als psychische Erkrankung zählen... so viel Realitätsverlust kann nicht gesund sein.
gesell7890 10.06.2017
4. Wär
es nicht einfacher, diesen Rüpel aus dem Amt zu schmeißen, als alles zu checken, was er und Blagen so allen angerichtet haben? Langsam wirds doch nur noch lächerlich mit dem Blondchen.
marialeidenberg 10.06.2017
5. Und ein Wappen haben die Trumps inzwischen auch,
ist ja auch eine alt-berühmte Familie. Das Beste ist allerdings die Devise auf dem Banner unter dem Wappen: Schlicht und bescheiden TRUMP. Das Wunderbare ist, dass der Parvenü sich irgendwann, aber unweigerlich selbst verrät.
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