Erik Solheim 424.000 Euro Reisekosten - Chef von Uno-Umweltprogramm tritt zurück

Als Chef des Uno-Umweltprogramms ist Erik Solheim durch hohe Reisekosten in die Kritik geraten. Jetzt gibt der Norweger seinen Posten auf - stellt aber den ihn belastenden Prüfbericht infrage.

Erik Solheim
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Der Chef des Uno-Umweltprogramms (Unep), Erik Solheim, tritt zurück. Uno-Generalsekretär António Guterres habe sein Rücktrittsgesuch zum 22. November angenommen, teilten die Vereinten Nationen mit.

Solheim war seit 2016 Chef des Umweltprogramms. Der 63-Jährige war wegen seiner vielen Reisen in die Kritik geraten. Nach einem vor zwei Monaten veröffentlichten Uno-Prüfbericht hat Solheim in seinen ersten 22 Monaten im Job rund 4,1 Millionen norwegische Kronen (etwa 424.000 Euro) für seine Touren veranschlagt.

Neben den Auswirkungen auf das Klima und den Kosten kam das Uno-Organ zu dem Schluss, dass Solheim nicht ausreichend dokumentiert habe, dass alle Reisen tatsächlich dienstlich gewesen seien. Schweden und Dänemark hatten ihre Zuschüsse daraufhin gestoppt.

Solheim unterstellt Fehler im Prüfbericht

Solheim rechtfertigte sich damit, dass umfangreiches Reisen wichtig sei, um die Arbeit des Unep sichtbar zu machen. "Der Prüfbericht ist voller Fehler", sagte Solheim der norwegischen Zeitung "Dagens Næringsliv" von Nairobi aus, wo das Umweltprogramm seinen Sitz hat. "Er war eine Reaktion darauf, dass ich der führende Reformer in der Uno war. Viele widersetzten sich den Reformen und trugen dazu bei, dass dieser Bericht erstellt wurde."

Uno-Chef Guterres bedankte sich bei Solheim für dessen Arbeit und kündigte an, dass Solheims Stellvertreterin Joyce Msuya aus Tansania den Posten zunächst vorübergehend übernehmen werde, bis ein neuer Leiter gefunden sei.

kry/dpa



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