Raketenabwehr in der Türkei Erste Patriot-Batterie ist einsatzbereit

Das erste der in die Türkei verlegten "Patriot"-Raketensysteme ist einsatzbereit. Die Raketen sollen als Schutz vor einem möglichen Beschuss von syrischer Seite dienen. Wegen der in der Türkei umstrittenen Aufstellung waren deutsche Soldaten von Demonstranten attackiert worden.

Einsatzbereit: Niederländische Soldaten haben die ersten Patriots in Stellung gebracht
REUTERS

Einsatzbereit: Niederländische Soldaten haben die ersten Patriots in Stellung gebracht


Brüssel/Hamburg - In der Türkei ist das erste von insgesamt sechs Patriot-Systemen zur Abwehr möglicher syrischer Raketenangriffe einsatzbereit. Die Nato teilte am Samstag in Brüssel mit, dass die niederländischen Abwehrraketen nahe der südtürkischen Stadt Adana, rund 120 Kilometer vor der syrischen Grenze aufgestellt wurden.

Die Militärallianz hatte Anfang Dezember die Entsendung von insgesamt sechs Patriot-Batterien in die Türkei zum Schutz von deren Territorium vor einem Beschuss aus Syrien beschlossen. Die Niederlande, Deutschland und die USA stellen jeweils zwei Abwehrsysteme bereit. Diese sollen in Adana, Kahramanmaras und Gaziantep aufgestellt werden.

In den vergangenen Tagen trafen rund 240 Bundeswehrsoldaten im türkischen Mittelmeerhafen Iskenderun ein. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums vom Freitag erhöht sich damit die Präsenz deutscher Soldaten auf 300, zugesichert worden waren bis zu 400 Soldaten. Am Dienstag waren fünf Bundeswehr-Soldaten in Zivil beim Verlassen eines Geschäfts in Iskenderun von einer Gruppe von etwa 40 Türken angepöbelt und bedrängt worden. Die Bundesregierung hatte wegen des von Medien dokumentierten Vorfalls scharf protestiert.

Die Aufstellung der Raketensysteme ist in der Türkei umstritten. Nach Angaben der Nato sind die Raketen ausschließlich zu defensiven Zwecken gedacht und sollen nicht zur Einrichtung einer Flugverbotszone über Syrien dienen.

Die Boden-Luft-Raketen vom Typ Patriot PAC-3 können gegnerische Raketen und Flugzeuge im Anflug zerstören. Das Nato-Mitglied Türkei hatte deren Aufstellung beantragt, nachdem bei Kämpfen zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen wiederholt Granaten in türkischen Grenzstädten eingeschlagen waren.

pat/dpa/Reuters



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