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Grenze zu Syrien: Türkische Stadt hat erstmals mehr Flüchtlinge als Einwohner

Syrisches Paar in Kilis (Archiv): Über die Grenze geflohen Zur Großansicht
AP

Syrisches Paar in Kilis (Archiv): Über die Grenze geflohen

Die Türkei hat eine 900 Kilometer lange Grenze zu Syrien. Tausende fliehen vor dem Bürgerkrieg ins Nachbarland. In der türkischen Stadt Kilis gibt es nun sogar mehr Flüchtlinge als Einwohner.

Laut einem Bericht der Zeitung "Hürriyet Daily News", die sich auf Regierungskreise bezieht, leben in der Grenzstadt inzwischen 110.000 Syrer und 108.000 Türken. Ein Regierungsvertreter bezeichnete Kilis demnach als "syrische Stadt".

In den vergangenen Jahren ist die Türkei zum Zufluchtsort für Millionen Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak geworden. Die Türkei befinde sich in einer "unglaublich instabilen" Umgebung, zitierte "Hürriyet Daily" den Regierungsvertreter.

In insgesamt zehn weiteren Städten der Türkei leben dem Bericht zufolge fast so viele Syrer wie Türken. Zu den knapp zwei Millionen von dem Bürgerkrieg in Syrien Geflohenen im Land kommen nach Angaben aus Ankara noch 225.000 irakische Flüchtlinge.

Durch die grenznahe Lage geriet die Stadt Kilis in der Vergangenheit bereits häufiger unter Beschuss: Ende Juli hatte die türkische Luftwaffe erstmals Stellungen der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) in Syrien angegriffen - ganz in der Nähe von Kilis, auf der syrischen Seite des Grenzzauns. Zuvor hatten IS-Kämpfer von Syrien aus auf einen türkischen Armeeposten in Kilis gefeuert und dabei einen Soldaten getötet.

kry/AFP

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1. Weit mehr als 2 MioFlüchlinge nimmt die Türkei auf, Während in Europa die überwiegende Mehrheit gegen Flüchtlinge IST.
Mitbuerger0815 17.08.2015
Warum wird das von den europäischen Medien und Politikern nicht wahrgenommen bzw. Anerkannt was die Türkei hier auf sich nimmt? Während in Europa die überwiegende Mehrheit gegen Flüchtlinge IST. Ich denke auch hier in Deutschland sind die meisten Bürger froh dass nicht Nuhr Pegidaläufer gegen die Flüchtlinge Hetzen! sondern auch Politiker etablierter konservativer Parteien
2. kippgefahr
kl1678 17.08.2015
Zitat von Mitbuerger0815Warum wird das von den europäischen Medien und Politikern nicht wahrgenommen bzw. Anerkannt was die Türkei hier auf sich nimmt? Während in Europa die überwiegende Mehrheit gegen Flüchtlinge IST. Ich denke auch hier in Deutschland sind die meisten Bürger froh dass nicht Nuhr Pegidaläufer gegen die Flüchtlinge Hetzen! sondern auch Politiker etablierter konservativer Parteien
Ich las hier neulich von einer feindseligen Stimmung, die "jederzeit kippen könne" gegenüber den Migranten in der Türkei.
3. Türke hat die Lage in der Region eskalieren lassen
holzi 17.08.2015
Die Türkei unterstützt seit Jahren islamistische Extremisten von Al-Quaida und sogar den IS vorzugsweise genau in dieser Region. Seitdem sie Ihre 'Sicherheitszone' im syrischen Norden (eben gegenüber von der im Artikel angesprochenen Stadt Kilis) erklärt hat, sind die Kämpfe dort neu aufgeflammt. Zivilisten sind der türkischen Regierung unter Erdogan sa ziemlich egal, um ihre Ziele - den weiteren Vormarsch der syrischen Kurden an der türkischen Grenze zu unterbinden - zu erreichen. Dass die Menschen vor den Kämpfen nun fliehen ist klar, aber sich das nun als Verdienst der Menschlichkeit anzurechnen ist absurd. Im Gegenteil, die Türkei hat aktiv viel zu der verkorksten Lage in Syrien beigetragen und Erdogan ist bereit alles und jeden auch militärisch zu unterstützen, wenn er sich nur gegen die Kurden in Syrien stellt.
4. abwarten
pluuto 17.08.2015
Zitat von Mitbuerger0815Warum wird das von den europäischen Medien und Politikern nicht wahrgenommen bzw. Anerkannt was die Türkei hier auf sich nimmt? Während in Europa die überwiegende Mehrheit gegen Flüchtlinge IST. Ich denke auch hier in Deutschland sind die meisten Bürger froh dass nicht Nuhr Pegidaläufer gegen die Flüchtlinge Hetzen! sondern auch Politiker etablierter konservativer Parteien
Keine Sorge, die kommen schon noch. Die meisten Flüchtlinge werden längerfristig kaum in dieser überfülten Stadt bleiben.
5. Jedem, der wieder ausschließlich nur die hohe Zahl sieht
cefio 17.08.2015
sei dringend empfohlen, sich Berichte über die Infrastruktur dieser riesigen Lager anzuschauen. Die Zahl der Flüchtlinge erschreckt, die Unterbringung der Massen ist weit weniger human als sich mancher vorstellen kann. Mit vergleichbaren Lagern hätte jeder europäische Staat ganz massive Probleme mit Menschenrechtsorganisationen. Die Situationen in den Herkunftsländern sind zu ändern. Es bringt nichts, in betroffenen Ländern Massenflucht zu unterstützen aber den Menschen und Ländern jede Chance auf Zukunft zu nehmen.
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