Baskische Untergrundorganisation Eta gibt Auflösung bekannt

"Alle Strukturen vollständig aufgelöst": Mit diesen Worten hat die baskische Untergrundorganisation Eta ihr Ende bekannt gegeben. Die Gruppe ist für den Tod von mehr als 850 Menschen verantwortlich.

Angehörige von Eta-Opfern in San Sebastian
AFP

Angehörige von Eta-Opfern in San Sebastian


Die baskische Untergrundorganisation Eta hat ihre Auflösung bekannt gegeben. Es seien "all ihre Strukturen vollständig aufgelöst" worden, schrieb die Organisation nach Jahrzehnten des bewaffneten Kampfs gegen den spanischen Zentralstaat und für die baskische Unabhängigkeit in einem Brief, den das Onlinemedium Eldiario.es veröffentlichte.

Bereits vor mehreren Wochen hatte die Organisation eine entsprechende Entscheidung angekündigt. Offiziell soll die Auflösung Berichten zufolge am Freitag im Rahmen einer "internationalen Konferenz" in Cambo-les-Bains im französischen Teil des Baskenlands gemacht werden.

Die Eta hatte bereits im vergangenen Jahr ihre Waffen abgegeben. Euskadi Ta Askatasuna - baskisch für Baskenland und Freiheit - kämpfte seit 1959 für einen eigenen Staat im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs. Die Eta wurde 1959 während der Franco-Diktatur in Spanien von linksnationalistischen, baskischen Studenten gegründet.

Mehr als 850 Menschen wurden bei Angriffen getötet. Beim blutigsten Attentat wurden am 19. Juni 1987 in einem Einkaufszentrum in Barcelona 21 Menschen durch eine Autobombe getötet.

Der spanische Zentralstaat ging mit großer Härte gegen die baskischen Separatisten vor. In den Achtzigerjahren kamen sogar Todesschwadronen zum Einsatz, die baskische Aktivisten ermordeten. 1979 - nach dem Ende der Franco-Diktatur - erhielt das Baskenland zwar einen Autonomiestatus, doch immer wieder scheiterten Friedensverhandlungen der Eta mit Madrid.

2011 erklärte die Gruppe eine Waffenruhe. Damit endete der letzte große bewaffnete Aufstand in Westeuropa.

cte/AFP/Reuters



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