Kurz nach Bankaffäre EU-Abgeordneter Ransdorf gestorben

Mit falschen Papieren versuchte der EU-Parlamentarier Miloslav Ransdorf, 350 Millionen Euro in der Schweiz abzuheben. Die Polizei nahm ihn fest. Nun ist der Tscheche im Alter von 62 Jahren gestorben.

EU-Parlamentarier Ransdorf: "Politischer Intellektueller"
imago/CTK Photo

EU-Parlamentarier Ransdorf: "Politischer Intellektueller"


Der tschechische Europaabgeordnete Miloslav Ransdorf ist tot. Der 62-Jährige sei bewusstlos in eine Klinik eingeliefert worden, teilte ein Sprecher der kommunistischen KSCM mit. Zur Todesursache sagte er nichts. Ransdorf litt seit Längerem an schwerer Diabetes.

Der Politiker war im vergangenen Dezember wegen eines seltsamen Bankbesuchs in Erklärungsnot geraten. Die Schweizer Polizei hatte Ransdorf in einer Bank in Zürich festgenommen. Er hatte erfolglos versucht, 350 Millionen Euro von einem fremden Konto abzuheben. Die Polizei vermutete ein Vermögensdelikt. Die linke GUE/NGL-Fraktion im EU-Parlament entschied sich, die Mitgliedschaft Ransdorfs auszusetzen.

Ransdorf hatte die tschechischen Kommunisten seit 2004 in Straßburg vertreten. Wegen eines Verkehrsunfalls musste das EU-Parlament vor sieben Jahren zwischenzeitlich die Immunität des Politikers aufheben.

Der Historiker und Marx-Experte war der Vorgängerpartei KSC 1972 beigetreten, wenige Jahre nach dem Sowjet-Einmarsch in der Tschechoslowakei. In den Achtzigerjahren hielt er Vorlesungen über antike und mittelalterliche Philosophie an der Karls-Universität in Prag. Er galt als einer der markantesten und streitbarsten Politiker seines Landes und war lange Vizevorsitzender der KSCM. Die Partei verliere einen "politischen Intellektuellen", sagte der Sprecher.

brk/dpa

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Medianet 23.01.2016
1. hmm
manchmal sterben Menschen zu sehr "passenden" Zeitpunkten. Wobei ich das nicht aus seiner Warte, oder der seiner Familie sehe, da kann ich nur schreiben "Herzliches Beileid". Möglicherweise kann aber nun die Quelle des ominösen Geldes etwas besser schlummern.
steffen.ganzmann 23.01.2016
2. Allen Unkenrufen zum Trotz:
Es heisst DER Diabetes mellitus, nicht DIE! Sonst hiesse das Konstrukt ja auch Diabetes mellitA. Merke: Endung -us = Masculinum, Endung a = femininum ...
Vanagas 23.01.2016
3. Man stirbt heutzutage selbst in Tschechien . . . .
. . . . nicht an Diabetes. Das ist ja völliger Nonsens. Irgendetwas ist sehr faul an der Geschichte. Kein Interesse an der Story, SPON. An investigativen Journalismus?
superquerulant 23.01.2016
4. Korruption
Schade, dass der "saubere" Herr zur Aufklärung des 350-Mio-Vorfalls nichts mehr beitragen kann. Das ist aber das einzige, was zu bedauern ist. Einen positiven Beitrag zum Haus Europa hat nicht geleistet.
swandue 23.01.2016
5.
Zitat von Vanagas. . . . nicht an Diabetes. Das ist ja völliger Nonsens. Irgendetwas ist sehr faul an der Geschichte. Kein Interesse an der Story, SPON. An investigativen Journalismus?
"Unterzucker ist lebensgefährlich und hat schwere Folgen" http://www.diabsite.de/aktuelles/nachrichten/2009/091027c.html Aber man wundert sich schon sehr. Dieser Todesfall kommt sicher jemand sehr gelegen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.