EU-Außenbeauftragte: Ashton besucht Mursi in Geheimgefängnis

EU-Diplomatin Ashton: Unerwarteter Besuch bei Ex-Präsident Mursi Zur Großansicht
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EU-Diplomatin Ashton: Unerwarteter Besuch bei Ex-Präsident Mursi

Überraschender Besuch in der Einzelhaft: Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton ist mit dem ägyptischen Ex-Präsidenten Mohammed Mursi zusammengetroffen. Das Gespräch an einem geheimen Ort dauerte zwei Stunden. Das Militär verbirgt den Ex-Staatschef seit dessen Absetzung.

Kairo - Über das Schicksal des geschassten ägyptischen Ex-Präsidenten Mohammed Mursi ist wenig bekannt. Vor allem der Aufenthaltsort des Politikers wird vom Militär streng geheim gehalten. Offiziell darf Mursi auch keinen Besuch erhalten. Das gilt aber offenbar nicht für höchste EU-Diplomaten. Überraschend traf sich die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am Montagabend mit Mursi.

Beide hätten zwei Stunden lang ausführlich miteinander gesprochen, teilte Ashtons Sprecherin Maja Kocijancic via Kurznachrichtendienst Twitter mit. Wo das Treffen stattfand, schrieb sie nicht. Bekannt wurde nur, dass Ashton mit einem Militärhubschrauber zu dem Termin geflogen wurde.

Der aus der islamistischen Muslimbruderschaft stammende Mursi war vor gut einem Monat nach Massenprotesten gegen ihn abgesetzt worden. Die Armee hält ihn an einem geheimen Ort fest, seit Freitag sitzt er offiziell in Untersuchungshaft. Die Behörden scheinen entschlossen, Mursi anzuklagen. Sie wollen unter anderem beweisen, dass er Staatsgeheimnisse an islamistische Gruppen verraten hat. Ashton hatte wiederholt die Freilassung Mursis gefordert.

Zuletzt hatte die Nachrichtenagentur AP einige Details über die Haftbedingungen des ehemaligen Präsidenten veröffentlicht. Sie beruft sich dabei auf "gut informierten Quellen" im Militär und Sicherheitsapparat. Demnach hat nur der militärische Geheimdienst Zugang zu Mursi und befragt ihn mindestens einmal am Tag, manchmal bis zu fünf Stunden. Mursi darf zudem weder Zeitungen lesen noch Fernsehen schauen. Wenn er nicht verhört wird, betet der Inhaftierte und liest den Koran.

Mursis Muslimbruderschaft wirft dem Militär einen Putsch gegen das erste frei gewählte Staatsoberhaupt in der Geschichte des Landes vor.

Furcht vor neuen Zusammenstößen

Am Wochenende waren in dem nordafrikanischen Land bei Zusammenstößen zwischen Mursi-Anhängern und Sicherheitskräften mindestens 80 Menschen ums Leben gekommen. Es waren die heftigsten Auseinandersetzungen seit dem Sturz Mursis am 3. Juli. Das Blutbad löste weltweite Besorgnis über die Entwicklung in Ägypten aus. Schon haben Mursis Anhänger zudem zu weiteren Protesten aufgerufen.

Am Dienstag soll es zu einem "Marsch der Millionen" kommen, weitere blutige Zusammenstöße werden erwartet. Vor dem Treffen mit Mursi war Ashton nach Angaben des staatlichen Fernsehens unter anderem mit Übergangspräsident Adli Mansur und Außenminister Nabil Fahmi zusammengekommen. Auf ihrem Programm standen demnach auch Treffen mit Armeekommandeur General Abd al-Fattah al-Sisi und mit Vertretern der Muslimbruderschaft.

Vor ihrem Abflug in die ägyptische Hauptstadt hatte die EU-Außenbeauftragte einen "vollständig integrativen Übergangsprozess" angemahnt, "der alle politischen Gruppen inklusive der Muslimbruderschaft einbezieht". Der Prozess müsse "so schnell wie möglich" zu freien Wahlen führen.

jok/dpa/AFP

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insgesamt 40 Beiträge
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1. Hoffnung um die Spaltung des Landes zu vermeiden
Lea S. 30.07.2013
Sollte Ashton einen Zugang zu beiden Seiten finden, so kann das nur gut sein für Ägypten.
2.
notty 30.07.2013
Zitat von sysopREUTERSÜberraschender Besuch in der Einzelhaft: Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton ist mit dem ägyptischen Ex-Präsidenten Mohammed Mursi zusammengetroffen. Das Gespräch an einem geheimen Ort dauerte zwei Stunden. Das Militär verbirgt den Ex-Staatschef seit dessen Absetzung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-aussenbeauftragte-ashton-besucht-mursi-in-geheimgefaengnis-a-913785.html
Der Besuch Ashtons bei Morsi, reiht sich ein in die Pro-Stellungnahmen, die die USA und die EU fuer den "ach so demokratisch gewaehlten" Islamisten taeglich geben. Irgendwie ist das alles ziemlich bizarr. Da unterstuetzt der Westen in Aegypten, Syrien und auch Tunesien Islamisten, in Syrien sogar Djihadisten, Menschen die die westliche Lebensweise, Demokratie, Menschenrechte total ablehnen, sogar hassen und ebendieser Westen unterstuetzt sie.... Ist das nicht decadent?
3. Diese Frau...
couprevers 30.07.2013
Zitat von sysopREUTERSÜberraschender Besuch in der Einzelhaft: Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton ist mit dem ägyptischen Ex-Präsidenten Mohammed Mursi zusammengetroffen. Das Gespräch an einem geheimen Ort dauerte zwei Stunden. Das Militär verbirgt den Ex-Staatschef seit dessen Absetzung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-aussenbeauftragte-ashton-besucht-mursi-in-geheimgefaengnis-a-913785.html
...wurde niemals von irgendjemand gewählt. Sie hat keinerlei demokratische Legitimation und sie ist NICHT beauftragt als IRGENDETWAS zu fungieren. Ich erwarte vom Journalismus schon dass er demokratische Prinzipien verteidigt. Frau Ashton ist politisch GAR NICHTS!
4. westliche Werte
SNA 30.07.2013
Wenigstens handelt Ashton nicht nach dem Grundsatz einiger Foristen hier: Ihr könnt wählen, wen ihr wollt, solange der gewinnt, der uns gefällt.
5. Trümmerpolitik
W. Robert 30.07.2013
Nun ja. Die Saudis mit ihren „Salafisten“ streben die Macht in Ägypten an, und man darf gespannt sein, ob das gelingt. Der Westen setzt ja auf Figuren wie Mursi, El Baradei und Erdogan, um einen „Islam Light“ im Interesse der Banken-Internationalismus durchzusetzen. Die Saudis träumen aber von einem fundamentalistischen Islamismus in einem eher nationalistisch-monarchistischen Rahmen. Was dabei auf jeden Fall auf der Strecke bleibt. ist der säkulare Staat nach westlichem Vorbild. Der ist in Washington für die Region nicht erwünscht. Nun ist es aber so, dass die Jugend fleißig im Internet surft, und das Verfallsdatum der archaischen Religionen längst überschritten ist. Somit muss man sich auf endlose Kämpfe zwischen diesen Ideologien einstellen. Für Ägypten, Syrien und Tunesien bedeutet das vermutlich „Libysche Zustände“. Wenn es das Ziel war, die gesamte Region im Chaos versinken zu lassen, ist der Westen jedenfalls höchst erfolgreich.
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