EU-Geld für Elton-John-Konzert Italienische Region muss 720.000 Euro zurückzahlen

720.000 Euro an europäischen Fördermitteln gab die italienische Region Kampanien für ein Konzert von Elton John aus. Zu Unrecht, sagt die EU-Kommission - und fordert das Geld zurück. Die Summe soll von der nächsten Zahlung an Kampanien abgezogen werden.

Elton John 2009 in Neapel: 720.000 Euro von der EU
AP

Elton John 2009 in Neapel: 720.000 Euro von der EU


Brüssel - Italien muss EU-Regionalhilfen in Höhe von 720.000 Euro zurückzahlen, weil damit statt längerfristiger Projekte ein Konzert von Elton John bezahlt wurde. Die Region Kampanien habe das Konzert zu Unrecht mit europäischen Regionalgeldern finanziert, sagte ein Sprecher der Behörde am Freitag in Brüssel. Deshalb habe die EU-Kommission die italienischen Behörden in einem Brief zur Rückzahlung der Summe aufgefordert.

Das missbräuchlich verwendete Geld aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung wird dem Sprecher zufolge von der nächsten Zahlung für die Region Kampanien abgezogen. Die EU-Hilfen seien für längerfristige kulturelle Projekte gedacht, "nicht für ein einmaliges Konzert". Förderwürdig seien zum Beispiel Investitionen von Unternehmen, Infrastrukturprojekte und technische Hilfsmaßnahmen.

Von dem Geld hatten die Behörden ein Konzert des britischen Sängers im Rahmen eines größeren Kulturfestivals in Neapel im September 2009 finanziert. Der britische Popstar war am 11. September 2009 aufgetreten. Das Festival kostete insgesamt mehr als 2,2 Millionen Euro.

Der Fall war bekanntgeworden, als der EU-Parlamentarier Mario Borghezio von der fremdenfeindlichen Lega Nord vor einigen Tagen die "beschämende" Verwendung von EU-Mitteln in der Region Kampanien angeprangert hatte. Behörden in Italien hatten die Verwendung des Geldes für das Konzert als "absolut legitim" verteidigt.

ulz/dpa/AFP



insgesamt 4 Beiträge
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weltbetrachter 19.11.2010
1. ist das nicht schön ???
Da merkt man wieder, das unsere Steuergelder, die wir in die EU pumpen, sinnlos verplempert werden. Das hätte beim Einreichen des Antrags doch schon auffallen müssen. Und wenn der Antrag falsche Angaben beinhaltet hat - sofort Strafanzeige stellen !!!
hurkey 19.11.2010
2. .
Zitat von weltbetrachterDa merkt man wieder, das unsere Steuergelder, die wir in die EU pumpen, sinnlos verplempert werden. Das hätte beim Einreichen des Antrags doch schon auffallen müssen. Und wenn der Antrag falsche Angaben beinhaltet hat - sofort Strafanzeige stellen !!!
Ach Gott, noch nicht mal ne Milliarde für Kultur. Wenn der gute Elton Formel 1 Pilot oder ein bisschen rumkickerte, würd sich keiner aufregen...:)
Zephira 19.11.2010
3. Kommentar
Kulturausgaben sind ein Überbleibsel mittelalterlicher Adelsdekadenz. Der Staat hat sich gefälligst auf seine Kernkompetenzen zu beschränken und nicht das Schutzgeld seiner Bürger für die Bespaßung seiner Klientel zu verschleudern. Der Sozialstatus dieser Klientel ist dabei irrelevant. Und dann bei den Bildungsausgaben kürzen, weil angeblich zu wenig Geld da sei...
Ronnie O Rantanplan 20.11.2010
4. Kultur in Italien
Der italienische Staat spart seine Kultur augenblicklich kaputt, Opern stehen vor dem Bankrott und Kulturstätten verfallen. 40 % Etatkürzung im Kultusministerium! Berlusconi legt größeren Wert auf die seichte Unterhaltung, Bildung geschieht über die ihm eigenen TV-Sender. Sein Motto lautet: Je dümmlicher meine Sendungen sind, desto blöder wird der Zuschauer gehalten, und desto wahrscheinlicher ist es dass ich beim nächsten Mal wieder gewählt werde! Elton John, Kulturexportschlager der Extraklasse, macht da freilich keine Ausnahme. Im Kulturhaushalt wird gespart ohne Ende, also muss die EU angezapft werden. Die ist schließlich für solche Fälle da, für Restaurierungen von maroden Staaten wie Griechenland oder für unterentwickelte Bereiche in Staaten, wo das Geld eher in die üblichen Kanäle wie korrupte Einzelpersonen und Unterstützung von hilfebedürftigen Mafiosi wandert.
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