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EU-Gipfel: Fünf Schritte aus der Krise

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Der Druck ist immens. Auch wenn Kanzlerin Merkel die Erwartungen dämpft, beim EU-Gipfel am Sonntag muss Europa liefern. Die 27 Staats- und Regierungschefs müssen endlich Wege aus der Schuldenkrise finden. Denn sonst droht die nächste Eskalation.

Kanzlerin Merkel, Präsident Sarkozy: Erwartungen an den Gipfel dämpfen Zur Großansicht
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Kanzlerin Merkel, Präsident Sarkozy: Erwartungen an den Gipfel dämpfen

Berlin - In der Nacht von Sonntag auf Montag muss die Botschaft aus Brüssel in der Welt sein. Um 2 Uhr deutscher Zeit öffnet fast 10.000 Kilometer entfernt in Tokio die Börse, dann wird sich zeigen, ob den europäischen Staats- und Regierungschefs ein womöglich entscheidender Schritt aus der Krise gelungen ist. Oder ob sich die Märkte, dieses nicht fassbare, gierige Wesen, das die Politik seit nunmehr anderthalb Jahren vor sich herzutreiben scheint, auch weiterhin nicht zähmen lassen wollen.

Die Kanzlerin und ihr Finanzminister versuchen sich vor dem Krisengipfel der Europäischen Union am Sonntag in Brüssel im politischen Erwartungsmanagement. Nein, den Befreiungsschlag werde es nicht geben, sagt Angela Merkel. Wolfgang Schäuble warnt davor, auf eine "endgültige Lösung" der Euro-Krise zu setzen. Bloß nicht zu große Hoffnungen wecken, lautet die Losung. Denn wer zu viel erwartet, wird schnell enttäuscht. Und enttäuschte Erwartungen sorgen für noch mehr Unruhe. Übertroffene Erwartungen aber lassen sich als Signal der Entschlossenheit verkaufen.

Allen, auch Merkel und Schäuble, ist bewusst: Europa muss am Wochenende liefern. Keine vagen Absichtserklärungen, sondern ein ganzes Bündel an konkreten Maßnahmen. Ist Griechenland noch zu retten? Was passiert mit den anderen Schuldensündern? Was mit den Banken? Auf diese Fragen müssen die 27 EU-Staaten, vor allem aber die 17 Euro-Länder, Antworten finden. Nachhaltige Antworten. Natürlich ist die Krise damit nicht ausgestanden. Aber der Druck ist groß, endlich den Weg heraus zu ebnen. Immer mehr Staaten geraten in den Sog der Schuldenkrise, zuletzt haben die Rating-Agenturen Italien und Spanien herabgestuft, jetzt kämpft Frankreich verzweifelt um seine Topnote bei der Kreditwürdigkeit. Als "äußerst angespannt" bezeichnete Finanzminister Schäuble die Lage am Dienstag vor der Unionsfraktion. "Der Euro steht auf dem Spiel."

Schäuble reist bereits am Freitag in die belgische Hauptstadt, zum Treffen mit den Amtskollegen aus der Euro-Zone. Am Samstag stoßen die übrigen EU-Finanzminister dazu, um vorzubereiten, was Angela Merkel, Nicolas Sarkozy und Co. am Sonntag vollenden sollen.

Im Kern geht es dabei um folgende fünf Punkte:

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insgesamt 98 Beiträge
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1. Ah, Sie meinen, die...
Baikal 19.10.2011
Zitat von sysopDer Druck ist*immens.*Auch wenn Kanzlerin Merkel die Erwartungen dämpft, beim EU-Gipfel*am Sonntag muss Europa*liefern. Die 27 Staats- und Regierungschefs müssen endlich Wege aus der Schuldenkrise finden. Denn sonst droht die nächste Eskalation. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,792484,00.html
.. Finanz"märkte" zu schließen, die Währungen aus dem Spekulationscasino herauszunehmen, für mehr Binnennachfrage zu sorgen und endlich einzusehen, dass nun mal Volkswirtschaften mit sehr unterschiedlichen Strukturen nicht in ein gemeinsames Bett zu pressen sind? Macht Merkel sofort, es muß ihr nur mal einer sagen.
2. klar
donbernd, 19.10.2011
Klar, alle sollen sparen weil man die Steuergelder zu den Banken und nach Südeuropa überweisst , aber auch weiterhin wird Migration in die Sozialsysteme und der Verbleib dieser Migranten in Europa geduldet. Würde man alle Nichteuropäer aus den Sozialsystemen werfen wäre genug Geld da.
3. Der EURO ...
47/11 19.10.2011
... ist doch schon längst tot . Nach und nach müssen jetzt die Uneinsichtigen Stück für Stück die Katze aus dem Sack lassen .EUROPA ist keine neue Erfindung und wird bestehen, allerdings nicht als das Bürokratiemonster, das man erschaffen hatte, sonder als Gemeinschaft von Nationalstaaten .Jeder für sich eine Heimat seiner Bürger und jeder für sich selbst verantwortlich .
4. nicht immens genug
regula2 19.10.2011
Der Druck auf den Beamtenadel ist noch lange nicht hoch genug, denn von sparen beim Staat spricht niemand.
5. Es passiert also wieder nichts !
peter-grosser 19.10.2011
Nur Farbe für die verrotteten Strukturen - im Wert von Billionen. Die Staatsschuldenkrise hat die Ursache in zu hohen Staatsausgaben und zu geringen Staatseinnahmen. Was wird getan : Man erhöht die Staatsschulden exzessiv ! Die Bankenkrise hat die Ursache, dass das Zocken für die Bankbesitzer und -manager lukrativ ist - selbst das Verzocken. Was wird dagegen getan ? Man belohnt das Verzocken mit Billionen Steuergeldern - wird also in Kürze noch mehr und größere Bankenkrisen haben. Aber die Politiker profitieren davon ! Denn wenn Sie echte Maßnahmen ergreifen - werden Sie abgewählt. Die 99% wählen den Bankrott !
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